Diese Zahl haben Sie noch nirgendwo gelesen: So viele Menschen haben WIRKLICH am 8. Januar gegen die Ampel demonstriert
Im ganzen Land nahmen am Montag Zehntausende Bauern, Handwerker und Spediteure an Protesten gegen die Regierung teil. Doch wie viele waren es genau? NIUS fragte bei allen Innenbehörden der Bundesländer nach den Zahlen der Demonstranten, die schon am frühen Morgen bei Eiseskälte auf den Straßen unterwegs waren.
Vordergründig ging es bei den Bauern-Protesten am 8. Januar um die Streichung der Subventionen beim Agrardiesel. Doch der Protest hat sich längst auf andere Themen ausgeweitet. Bis zum 15. Januar wollen die Landwirte weiter demonstrieren. Auch am Freitag sind überall in Deutschland weitere Versammlungen angemeldet.
Laut Polizei: „durchweg friedlicher Protest“
NIUS fragte bei allen Innenministerien der Bundesländer nach den genauen Zahlen der Demonstrationen, um einen Überblick zu bieten, welche Dimension der Protest hatte. Bis Freitag gab es aus allen Bundesländer eine Antwort. In den 16 Bundesländern gingen demnach mindestens 278.480 Menschen auf die Straße, um gegen die Kürzungen der Ampel zu demonstrieren.
Einen Anspruch auf Vollständigkeit hat die Aufzählung jedoch nicht. Einige Bundesländer wie Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern gaben nur die Zahl der Fahrzeuge an, die an den Protesten teilnahmen. Die tatsächliche Zahl der Straßendemonstranten dürfte also noch höher liegen.
Doch nicht nur die Zahlen sind interessant. Bei fast allen Protesten ging es überaus friedlich zu, wie die Polizei in vielen Pressemitteilungen erklärte. Nennenswerte Ausschreitungen gab es bei keiner Bauern-Demonstration.
Der Überblick in Zahlen nach Bundesländern:
Bayern:
Seitens der bayerischen Polizei wurden rund 400 Versammlungen mit insgesamt rund 75.000 Teilnehmern betreut.
Traktoren rollen am 8. Januar durch München.
Sachsen:
Im Freistaat zählten die Behörden knapp 300 Versammlungen, die sich auf die Proteste der Bauern bezogen. Bei allen Versammlungen waren insgesamt rund 50.000 Demonstranten auf der Straße, teilt das Innenministerium mit.
Baden-Württemberg:
In Baden-Württemberg meldeten Demonstranten insgesamt 379 Versammlungen an. Dabei seien rund 33.000 Fahrzeuge auf den Straßen gewesen, berichtet eine Sprecherin der Innenbehörde. Genauere Teilnehmerangaben konnte das Ministerium jedoch nicht nennen. Die Zahl der Personen, die in Baden-Württemberg an den Protesten teilgenommen hat, könnte also noch deutlich höher liegen. „Die Aktionen verliefen weitestgehend friedlich und störungsfrei“, erklärte die Innenbehörde.
Auch in Stuttgart wagten sich zahlreiche Ampel-Kritiker auf die Straße.
Niedersachsen:
Das Ministerium für Inneres und Sport zählte am 8. Januar 609 Aktionen, Demonstrationen und Proteste. An diesen nahmen rund 27.500 Teilnehmer unter Verwendung von 24.000 Fahrzeugen im gesamten Bundesland teil.
Nordrhein-Westfalen
Am 8. Januar 2024 fanden in Nordrhein-Westfalen rund 290 öffentliche Versammlungen im Kontext der Bauernproteste statt. An den Versammlungen nahmen rund 26.000 Personen mit zirka 22.000 Kraftfahrzeugen teil, darunter zirka 17.000 Traktoren. Die größten Versammlungen fanden in Steinfurt, Paderborn, Köln und Gütersloh statt. Die Polizei betont den friedlichen Charakter der Proteste.
Rheinland-Pfalz:
Insgesamt nahmen bei über 100 Versammlungen in Rheinland-Pfalz rund 15.500 Menschen mit fast 13.000 Fahrzeugen teil.
Sachsen-Anhalt:
An den 76 Protestaktionen beteiligten sich rund 8.000 Personen, mit ungefähr 5.100 Fahrzeugen. Darunter befanden sich etwa 1.900 Traktoren.
Proteste formierten sich auch am Riebeckplatz in Halle.
Mecklenburg-Vorpommern:
Die Landespolizei zählte mehr als 7.300 Fahrzeuge bei den Autokorsos in mehreren Städten Mecklenburg-Vorpommerns. Die Proteste an den Autobahnauffahrten wie auch in den Städten seien jedoch „friedlich verlaufen“, wie die Polizei klarstellte. In Stralsund fanden sich zu einer Kundgebung rund 3.500 Teilnehmer ein, 2.400 Demonstranten protestierten in Neubrandenburg, in Greifswald waren es 500 Teilnehmer.
Schleswig-Holstein:
Landesweit zählte die Polizei laut Innenministerium eine Fahrzeuganzahl im „oberen 4-stelligen Bereich“, also zwischen 7.000 und 10.000 Fahrzeuge. Dazu verkündete die Polizei auch hier: Die Bauern-Proteste verliefen „durchweg friedlich“. Doch nicht nur das: „Politisch motiviertes Einwirken rechter Gruppierungen auf die Versammlungsteilnehmer hat bei den Protesten keine nennenswerte Rolle gespielt.“
Thüringen:
Im Freistaat folgten laut der Landespolizeidirektion etwa 7.800 Menschen den Aufrufen zum Protest gegen die Regierung. Die Teilnehmer der Proteste hätten aufgrund eines gewissen zeitlichen Versatzes durchaus auch an mehreren Versammlungen nacheinander teilgenommen, fügte die Landespolizeidirektion in ihrer Antwort hinzu. Allein in Erfurt gingen rund 4.500 Personen auf die Straße, 2.000 Fahrzeuge durchkreuzten die Landeshauptstadt. „Nicht nur Agrarbetriebe und Landwirte, sondern auch andere Interessengemeinschaften und Berufsgruppen“ seien dem Aufruf gefolgt, erklärte die Polizei.
Wir sind das Volk, heißt es am Montag in Thüringen.
Hessen:
Bereits in den frühen Morgenstunden begaben sich Traktorkolonnen aus verschiedenen Orten Hessens auf eine Sternfahrt in Richtung Wiesbaden. Die Polizei zählte in der Landeshauptstadt in der Spitze rund 2.000 Traktoren. Zu Protesten kam es auch in Fulda (800 Teilnehmer), Bad Hersfeld (800 Teilnehmer) und Alsfeld (mit rund 1.500 Fahrzeugen). „Die Versammlungsteilnehmer verhielten sich durchweg kooperativ“, bemerkte die Polizei. An den Protestaktionen nahmen laut hessischer Landesregierung insgesamt mehr als 9.300 Fahrzeuge teil.
Eine Sternfahrt in Hessen führte zahlreiche Landwirte nach Wiesbaden.
Saarland:
Aus unterschiedlichen Orten schlossen sich rund 1.000 Traktoren zu einer Sternfahrt vor das Saarbrücker Schloss zusammen. Anschließend fand dort eine Demonstration mit rund 3.000 Teilnehmern statt. Diese war „durchweg friedlich“, wie die Polizei schrieb. „Es ist hervorzuheben, dass sich alle Landwirte an die vorherigen Absprachen gehalten hatten und sich sehr kooperativ gezeigt haben.“
Brandenburg:
„Teilnehmer-Zahlen werden durch das Polizeipräsidium nicht erhoben“, heißt es aus dem Polizeipräsidium Brandenburg. Bis zum Abend wurden hier rund 180 Versammlungen mit einer Vielzahl von landwirtschaftlichen Fahrzeugen durchgeführt. In Cottbus gab es einen Autokorso mit rund 1.500 Fahrzeugen, anschließend demonstrierten bei einer von der AfD angemeldeten Kundgebung rund 2.000 Personen. Vor dem Sitz der brandenburgischen Landesregierung in Potsdam fanden sich knapp 1.000 Landwirte ein.
Hamburg:
Die Polizei zählte am 8. Januar rund 2.600 Fahrzeuge, die sich im Bereich der Ludwig-Erhard-Straße/Willy-Brandt-Straße und auf umliegenden Flächen sammelten. „Die Teilnehmerzahl liegt etwas darüber, da Fahrzeuge in wenigen (jedoch nicht valide erfassten) Fällen mit mehr als einer Person besetzt waren“, schreibt die Polizei. Der Verein „Land schafft Verbindung“, der die Proteste in der Hansestadt organisiert hatte, sprach sogar von 4.000 Fahrzeugen.
Zahlreiche Bauern fahren an der Elbe entlang.
Bremen/Bremerhaven:
In Bremen waren formell zwei Versammlungen angemeldet, eine Blockade durch Binnenschiffer und eine zentrale Kundgebung in der Bremer Überseestadt mit etwa 600 Teilnehmern. Insgesamt sorgten rund 2.000 Traktoren und Lastwagen am Montagmorgen im Bremer Stadtgebiet für Verkehrsbehinderungen. Auch in Bremerhaven waren insgesamt rund 180 Fahrzeuge an Aktionen beteiligt, darunter Traktoren, Lkw und Pkw. Eine genaue Personenanzahl von Teilnehmenden liegt nicht vor.
Berlin:
Bei der Bauern-Demonstration am Brandenburger Tor in Berlin haben sich am Montagmittag etwa 680 Fahrzeuge eingefunden. Darunter waren Traktoren, Autos, Lastwagen und Transporter. Insgesamt 1.300 Demonstranten versammelten sich zur Kundgebung, wie die Polizei mitteilte.
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