10-Jahres-Rückblick: So stieg in Deutschland der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen
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In den Bundesländern steigt der Anteil der nicht-deutschen Tatverdächtigen derzeit rasant. Das zeigen die bisher veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistiken (PKS) aus dem vergangenen Jahr. Berlin, Sachsen, Bayern, Hessen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Hamburg, Brandenburg und Niedersachsen haben bereits Zahlen veröffentlicht, weitere Bundesländer werden folgen. Anfang April will Innenministerin Nancy Faeser (SPD) die PKS für das gesamte Bundesgebiet vorstellen.
„Die Kriminalstatistiken der Länder zeigen eine Zunahme der nicht-deutschen Tatverdächtigen“, musste die Innenministerin in der vergangenen Woche gegenüber der Rheinischen Post bereits eingestehen. „Mir ist wichtig, dass der Rechtsstaat hart gegen Gewalt durchgreift. Täter müssen die Konsequenzen spüren“, verkündete Faeser. Um dann in bester Sozialarbeitermanier zu erklären: „Wir müssen bei den sozialen Ursachen ansetzen, die sich hinter Kriminalität und Gewalt verbergen.“ Man habe etwa die Teilnehmerzahl der Integrationskurse verdreifacht, so die Innenministerin.
Neu ist das Problem der hohen Ausländerkriminalität in Deutschland jedoch nicht. Gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil sind nicht-deutsche Tatverdächtige in jedem Bundesland seit Jahren deutlich überproportional vertreten. Zugleich wächst die Zahl der Ausländer in Deutschland Jahr für Jahr. NIUS hat aus den Bundesländern, die bereits ihre PKS vorgestellt haben, die Prozentzahlen aus den vergangenen zehn Jahren gesammelt. Die Kurven zum Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger sprechen für sich.

In vielen Bundesländern hat mehr als die Hälfte der Tatverdächtigen keinen deutschen Pass
In Berlin erhöhte sich 2023 mit Einbeziehung von ausländerrechtlichen Verstößen (wie Straftaten gegen das Aufenthalts- oder Asylgesetz, zum Beispiel eine unerlaubte Einreise) der Anteil der Nichtdeutschen an allen Verdächtigen von 47,4 auf 48,7 Prozent. Seit Jahren bleiben die Zahlen in der Hauptstadt auf einem konstant hohon Niveau. 2013 lag der Anteil bereits bei 34,8 Prozent, 2018 waren es 43,8 Prozent.

In Hamburg versuchte die Polizei den gestiegenen Anteil an den Tatverdächtigen bei der Vorstellung der PKS mit der Zunahme der ausländischen Bevölkerung zu rechtfertigen. Tatsächlich stieg laut Statistikamt der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung in den vergangenen Jahren von 17,3 Prozent (2021) auf 19,9 Prozent (Oktober 2023). In diesem Zeitraum stieg der Anteil der nicht-deutschen Straftäter von 44 Prozent (2021) auf 49,6 Prozent (2023). Jene Bevölkerungsgruppe ist also deutlich krimineller als die Gruppe der deutschen Staatsbürger – und das seit Jahren. Dieses Bild zeigt sich auch in allen anderen Bundesländern. 2013 lag der Anteil der nicht-deutschen Tatverdächtigen in der Hansestadt noch bei 37 Prozent.

Auch in Sachsen-Anhalt steigt der Ausländeranteil an den Straftätern massiv an. Der Großteil dieser Gruppe von Tatverdächtigen lebt erst seit höchstens vier Jahren im Land. Jede fünfte Straftat in Sachsen-Anhalt wird von einem Zuwanderer begangen (20,2 Prozent), also einem Asylbewerber, Flüchtling oder Ausreisepflichtigen. Ein Jahr zuvor war es noch knapp jede zehnte Straftat (10,9 Prozent). 18,8 Prozent aller nicht-deutschen Tatverdächtigen waren Syrer. Hatten 2013 noch 9,9 Prozent der Verdächtigen keinen deutschen Pass, waren es fünf Jahre später 18,8 Prozent (2018) und 2023 rund 28,4 Prozent.

In Sachsen stellten Syrer noch vor zwei Jahren 21 Prozent der nicht-deutschen Tatverdächtigen, 2023 waren es bereits 32,1 Prozent. Dahinter folgen Türken und Afghanen. Rund 38 Prozent aller durch Zuwanderer begangenen Straftaten wurden hier durch sogenannte „mehrfach/intensiv tatverdächtige Zuwanderer (MITA)“ verübt. Der Anteil ausländischer Staatsbürger in Sachsen betrug Ende Dezember 2022 rund 7,3 Prozent. Tatverdächtig war diese Bevölkerungsgruppe 2023 jedoch mit 44,9 Prozent. Noch 2013 lag der Anteil bei 15,2 Prozent, 2018 waren es 28,5 Prozent.

Über die Hälfte der Tatverdächtigen in Bayern (50,7 Prozent) hat keinen deutschen Pass. Im Rekordjahr 2015 lag die Zahl bei 61 Prozent, was vor allem an ausländerrechtlichen Verstößen in der beginnenden Asylkrise lag. Zahlreiche Migranten kommen über die bayerische Grenze nach Deutschland. Noch 2013 lag die Zahl der nicht-deutschen Tatverdächtigen bei 31,6 Prozent. Seit 2020 (40,7 Prozent) steigt die Kurve wie fast überall in Deutschland nach oben.

Auch in Hessen besitzt mehr als die Hälfte der Straftäter (51 Prozent) keinen deutschen Pass. Der Anteil der ausländischen Straftäter war in diesem Bundesland schon immer hoch. 2013 lag er bei 38,5 Prozent.

In Niedersachsen stiegen die Zahlen von 18,9 Prozent (2013) über 27 Prozent (2018) auf mittlerweile 32,6 Prozent (2023).

Nach oben zeigt der Trend auch in Schleswig-Holstein. Hier ging es von 18,6 Prozent (2013) auf mittlerweile 33,4 Prozent (2023) hinauf. Im Rekordjahr 2016 lag die Zahl jedoch bei 36,9 Prozent.

In Rheinland-Pfalz wuchs der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen seit 2020 von 28,6 Prozent, über 30,1 Prozent (2021) und 33,8 Prozent (2022) auf mittlerweile 37,4 Prozent (2023). 2013 lag die Zahl bei 23,3 Prozent.

Gespannt warten viele nun auf die Veröffentlichung der bundesweiten Kriminalstatistik. Im Jahr 2012 betrug der Anteil der nicht-deutschen Tatverdächtigen noch 22,9 Prozent. Er stieg bis 2016 – vor allem aufgrund der Masse an ausländerrechtlichen Verstößen bei der Einreise in den Jahren 2015 und 2016 – auf 40,4 Prozent an. Im vergangenen Jahr waren es 37,4 Prozent. Setzt sich der seit 2020 anhaltende Aufwärtstrend bei der Zahl der nicht-deutschen Tatverdächtigen fort?

Der Anteil der ausländischen Bevölkerung in Deutschland wuchs im Zeitraum von 2013 bis 2022 von 8,7 Prozent auf 14,6 Prozent. Gemessen am Bevölkerungsanteil war die Gruppe damit überproportional in der Polizeilichen Kriminalstatistik vertreten.
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