Die Ära des Trans-Trends ist vorbei
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Der Aufschrei unter jungen, linken Popkultur-Fans ist groß, seitdem Anfang November öffentlich wurde, dass die „Teen Vogue“ noch drastischer beschnitten werden soll. Das Politik-Ressort des Jugend-Onlinemagazins wird aufgelöst, ebenso wie die eigenständige Website. Das Medium soll künftig enger an die Mutter-Marke „Vogue“ gebunden und Teil ihrer Homepage werden. Die Print-Ausgabe wurde bereits 2017 eingestampft – das Cover der Goodbye-Ausgabe im Dezember 2017 zierte Demokratin Hillary Clinton und hatte als Titel „Trotzdem leisten wir Widerstand“. Ein Jahr zuvor, im November 2016, verlor Clinton die Präsidentschaftswahl gegen Donald Trump.
Was das Fass für die linke Anhängerschaft zum Überlaufen bringt: Laut Medienberichten wurden bei der „Teen Vogue“ nun alle schwarzen sowie Trans-Redakteure gekündigt. „Wir konnten als eines der wenigen Medien konsequent über Transgender-Rechte, Palästina, Studentenproteste, (…), die ansteigende Fett-Phobie in diesem Land berichten“, sagt die frisch entlassene Trans-Politik-Redakteurin Lex McMenamin.
Es hat sich ausgetranst
Unter der Leitung der scheidenden Chefredakteurin Versha Sharma entwickelte sich das Modemagazin immer mehr in Richtung linkes Kampfblatt, inklusive Greta-Thunberg-Lobartikel und Anti-Trump-Serie „United States of Suppression“ (auf Deutsch: „Die Vereinigten Staaten der Unterdrückung“). Mode und Popsternchen-Klatsch-und-Tratsch wurden immer mehr zur Nebensache. Stattdessen wurde LGBTQ-Themen und Sozialismus-Lob Raum gegeben: Ein Artikel etwa stellt die Antifa als harmlose Anti-Nazi-Aktivisten dar, ein anderer äußert sich positiv über Karl Marx.

Auch „Teen Vogue“-Chefredakteurin Versha Sharma muss ihren Posten räumen. Unter ihrer Leitung entwickelte sich das Jugend-Onlinemagazin immer mehr zum linken Kampfblatt.
Was der Grund für die Schließung des politischen Ressorts der „Teen Vogue“ ist, wird in dem „Vogue“-Artikel nicht genannt. Lediglich, dass die seit 2003 existierende Teenager-Zeitschrift den Fokus künftig auf „Karriereentwicklung, kulturelle Führungsqualitäten und andere Themen“ legen möchte, die „für junge Menschen von größter Bedeutung sind“.
Aus dieser Erklärung lässt sich im Umkehrschluss folgern, dass Themen wie LGBTQ, Diversität und Sozialismus im Jahr 2025 nicht mehr von „größter Bedeutung“ sind. In den USA scheint es sich ausgetranst zu haben.
USA: Zahl der Trans-Studenten in einem Jahr halbiert
Ein weiterer Indikator ist der Report „Der Rückgang der Trans- und Queer-Identität unter jungen Amerikanern“ des britisch-kanadischen Politikwissenschaftlers Eric Kaufmann. Seine Analyse verschiedener Umfragen kommt zu dem Ergebnis, dass seit 2023 sowohl die Trans- als auch die Queer-Identifikation innerhalb der Generation Z stark zurückgegangen sind. Im Jahr 2023 erreichte der Anteil von Studenten an US-Universitäten, die sich als „nicht-heterosexuell“ und als „trans“ identifizierten, einen Höhepunkt. 2025 hat sich der Anteil der Trans-Studenten halbiert.
Die „Foundation for Individual Rights and Expression“ (FIRE) etwa, die jährlich eine groß angelegte Umfrage unter US-Studenten durchführt, befragte im Jahr 2025 über 60.000 Studenten zu ihrer Identität. Nur noch 3,6 Prozent identifizieren sich mit einem anderen Geschlecht als männlich oder weiblich („nicht-binär“). 2024 waren es 5,2 Prozent, 2023 noch 6,8 Prozent. Die FIRE-Umfrage zeigt auch: An den Universitäten identifizieren sich jüngere Studenten deutlich seltener als bisexuell, trans oder queer (BTQ) als ältere. Dies sei ein Zeichen dafür, dass sich Trends ändern, sagt Kaufmann in einem Artikel des britischen Onlinemagazins „UnHerd“.
Was ist der Grund für diese Entwicklung? Laut der Studienanalyse hat es nicht mit einem „Rechtsruck“ zu tun, auch nicht mit einer Rückkehr zur Religion oder einer Ablehnung des Kulturkampfes, sondern mit einer Verbesserung der psychischen Gesundheit unter der von Depressionen und „anxieties“ geplagten Generation Z.
Der Professor für Politikwissenschaften an der Universität Buckingham stellt die Hypothese auf, dass bei der Entstehung einer BTQ-Identität woke Überzeugungen und die Identifizierung mit psychischen Krankheiten eine Rolle spielen. Dafür seien aber weitere Untersuchungen notwendig, ergänzt er. Falls der Rückgang von Trans-, Queer- und bisexuellen Identitäten anhalten sollte, sei das ein „bedeutender und unerwarteter postprogressiver kultureller Wandel in der amerikanischen Gesellschaft“, der von der Erwartung der traditionellen Medien und „linker Beobachter in Bildungseinrichtungen“ abweiche.
Petition gegen Männer in Frauen-Umkleiden
Unter US-amerikanischen Instagram- und X-Nutzern sorgen Videos der Sängerin Tish Hyman zurzeit für Empörung. Der Afroamerikanerin wurde die Mitgliedschaft in einem Fitnesscenter gekündigt, weil sie sich lauthals darüber aufregte, dass ein Mann, der sich als Frau ausgibt, die Frauen-Umkleidekabine nutzen darf. In einem Video fordert sie die Trans-Frau dazu auf, nicht mehr die entsprechende Umkleidekabine zu nutzen. Unterstützung erhält sie von einem anderen Mann. „Ich bin eine Frau und ich habe jedes Recht darauf, keinen Mann in der Umkleide zu dulden, wenn ich nackt bin“, insistiert Hyman.
Die Mitarbeiter des „Gold’s Gym“ meinten allerdings, so sagt die in Kalifornien lebende Sängerin auf Instagram, sie könnten nichts dagegen tun, ihnen seien gesetzlich die Hände gebunden. Um das zu ändern, hat Hyman nun eine Petition gestartet, die Politiker dazu aufruft, die Privatsphäre und Sicherheit von Frauen im ganzen Land durch Schutzräume wie Umkleidekabinen exklusiv für biologische Frauen zu gewährleisten.
Die „Trans“-Bewegung scheint unter jungen Menschen auf dem Rückzug zu sein
Auf dem Vormarsch in Europa sind neue feministische Gruppierungen, die dem Queer-Feminismus und der Self-ID den Kampf ansagen. Deren Vorreiterinnen sind allerdings keine konservativen Tradwifes (traditionelle Hausfrauen), sondern überwiegend linke Lesben der Boomer- und X-Generation, die aus dem Milieu der Grünen entstammen. Sie fordern von der Politik eine Rückkehr zur Zweigeschlechtlichkeit, das Fortbestehen von Schutzräumen für Frauen wie etwa Umkleidekabinen und einen Feminismus, der nur Personen des weiblichen Geschlechts einschließt – keine Männer, die sich als Frauen fühlen.
Die ehemalige österreichische Grünen-Nationalratsabgeordnete und bekennende Lesbe, Faika El-Nagashi, hat der Politik den Rücken gekehrt und ist im September mit ihrer neuen Denkfabrik an die Öffentlichkeit getreten. Das „Athena Forum“ möchte darüber aufklären, wie EU-Institutionen in den vergangenen 15 Jahren – verborgen vor den Augen der meisten Europäer – Forderungen von LGBTQ-Lobbygruppen übernommen haben.

Die österreichische Ex-Grünen-Abgeordnete und bekennende Lesbe Faika El-Nagashi
Das „Athena Forum“ kritisiert, dass sich die EU von der materiellen Realität des biologischen Geschlechts entfernt habe. Ein Richtungswechsel hin zum subjektiv empfundenen Geschlecht habe stattgefunden – und damit zur geschlechtlichen Selbstbestimmung. Änderungen im Sinne eines Gender-Verständnisses von Geschlecht passieren oftmals nicht über formelle Wege. Stattdessen werden „Leitlinien, Empfehlungen, Strategien, Fahrpläne und andere Instrumente der Soft Law vorangetrieben, die institutionelle Normen ohne öffentliche Debatte neugestalten“, heißt es im Vorwort einer Broschüre des „Athena Forums“.
Deutschlands Anti-Queer-Feministinnen
In Deutschland macht sich der Verein „Frauenheldinnen e.V.“ stark für einen Feminismus, der auf dem biologischen Geschlecht basiert. Er kritisiert Wokeness, das Selbstbestimmungsgesetz, Leihmutterschaft und sieht im Islamismus eine große Gefahr für Frauenrechte. Die Aktivistinnen haben nun die „heroica“ ins Leben gerufen – eine Konferenz für „widerständige Frauen“.
Als Sprecherinnen eingeladen waren unter anderem die 68er-Frauenrechtlerin und „Emma“-Chefredakteurin Alice Schwarzer, Islamismus-Forscherin Susanne Schröter und die Biologin Marie-Luise Vollbrecht. Letztere erlangte öffentliche Bekanntheit, als die Berliner Humboldt-Universität im Sommer 2022 ihren Vortrag mit dem Titel „Geschlecht ist nicht (Ge)schlecht – Sex, Gender und warum es in der Biologie zwei Geschlechter gibt“ bei der „Langen Nacht der Wissenschaften“ kurzfristig absagte. Eingeladen war auch die britische Frauenrechtlerin und Anti-Trans-Aktivistin Kellie Jay Keen, die sogenannte „Let Woman Speak“-Proteste in den USA und Großbritannien organisiert.
In Europa stehen die politischen Anzeichen noch sehr auf Trans-Ideologie. Dazu gehören Queer-Feminismus, Gender-Identität sowie eine nicht-binäre Auffassung von Geschlecht.
Ende September hat etwa der Bundesrat beschlossen, einen Gesetzesentwurf im Bundestag einzubringen, der Diskriminierung wegen sexueller Identität verbieten und im Grundgesetz verankern soll. Doch die Popkultur und aufkommende Bürgerrechtsbewegungen sind ein guter Indikator dafür, in welche Richtung sich eine Gesellschaft entwickelt. Diese Fingerzeige sprechen eine eindeutige Sprache: Den Höhepunkt hat die Trans-Bewegung hinter sich.
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