Die große Abrechnung: So viele Milliarden hat der deutsche Staat mit der Commerzbank verloren!
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Der deutsche Staat hat sich entschieden, nach 16 Jahren seine Anteile an der Commerzbank zu verkaufen. Ein Kapitel, das mit der Rettung der Bank inmitten der Finanzkrise 2008 begann, wird nun abgeschlossen und endet mit erheblichen Verlusten für den Steuerzahler.
Trotz der Hoffnung auf eine Stabilisierung und langfristige Gewinne, hat sich das Engagement als verlustreich erwiesen. Die jüngste Entscheidung, das Aktienpaket abzustoßen, markiert das Ende eines der teuersten staatlichen Rettungseinsätze in der deutschen Wirtschaftsgeschichte.

Die Commerzbank-Zentrale in Frankfurt/Main.
Rettungspaket und Einstieg des Staates: ein Milliardenprojekt
Im Winter 2008/2009 sprang der Bankenrettungsfonds Soffin (heute FMS) mit insgesamt 18,2 Milliarden Euro für die damals kriselnde Commerzbank ein. Davon entfielen 16,4 Milliarden Euro auf stille Einlagen, eine Art Kapitalzufuhr, die die Bank dringend benötigte. Für die eigentlichen Aktien, die dem Staat 25,1 Prozent des Grundkapitals der Bank sicherten, zahlte der Staat vergleichsweise „nur“ 1,8 Milliarden Euro.
Diese Investition sollte die zweitgrößte deutsche Bank stabilisieren. Doch in den folgenden Jahren musste die Commerzbank immer wieder Verluste verkraften und durch die Ausgabe neuer Aktien ihr Eigenkapital stärken. Dabei wurde der staatliche Anteil entweder durch Umwandlung von Teilen der stillen Einlage in Aktien aufrechterhalten oder, wenn der Bund sich nicht beteiligte, durch die Verwässerung seines Anteils verringert. Dies führte dazu, dass der staatliche Einfluss über die Jahre zunehmend abnahm.

Der Bankenrettungsfonds Soffin girff auf 2009 bei der HSH Nordbank ein.
Die stille Einlage: teilweise in Aktien gewandelt, teilweise zurückgezahlt
Ein wesentlicher Teil des Rettungspakets bestand aus der stillen Einlage von 16,4 Milliarden Euro, auf die die Commerzbank ursprünglich jährliche Zinsen in Höhe von 9,25 Prozent zahlen sollte. Allerdings war die Bank nicht in der Lage, diese Zinszahlungen zu leisten. Im Zuge der Kapitalerhöhungen wurde ein Teil der stillen Einlage in Aktien umgewandelt, wodurch der Staat seine Beteiligung an der Bank teilweise aufrechterhielt.
Der verbleibende Teil der stillen Einlage, insgesamt 13,15 Milliarden Euro, wurde schließlich zwischen 2011 und 2013 zurückgezahlt. Das bedeutete jedoch, dass der Staat auf den ursprünglich zugesagten Zinsertrag weitgehend verzichten musste und nur einen Teil seiner stillen Einlage in bar zurückerhielt.
Milliardenverlust an der Börse
Nach der Umwandlung eines Teils der stillen Einlage in Aktien und der Rückzahlung des restlichen Betrags verblieben dem Staat 5,05 Milliarden Euro in Form von Commerzbank-Aktien. Diese Aktien machten lange Zeit 15,6 Prozent des Grundkapitals der Bank aus. In den letzten Monaten hat die Commerzbank jedoch eigene Aktien zurückgekauft und vernichtet, wodurch der Anteil des Staates auf 16,5 Prozent anstieg, ohne dass zusätzliche Käufe getätigt wurden.
Dennoch ist der Wert dieses Aktienpakets heute dramatisch gesunken. Das Paket, das ursprünglich 5,05 Milliarden Euro gekostet hat, ist aktuell nur noch 2,5 Milliarden Euro wert – ein Verlust von mehr als der Hälfte des investierten Kapitals. Auch wenn sich der Aktienkurs von einem Tiefstand von unter 3 Euro erholt hat, bleibt der Staat tief in den roten Zahlen. Ein Aktienkurs von über 26 Euro wäre notwendig, um aus der Verlustzone zu kommen.

Die Skyline in Frankfurt – auch hier sitzt die Commerzabnk.
Keine Rendite für den Steuerzahler
Ein weiterer Verlustpunkt für den Staat sind die geringen Dividendenzahlungen der Commerzbank. In den letzten 15 Jahren zahlte die Bank lediglich vier Mal eine Dividende, zuletzt im Mai 2024. Die Zinsen auf die stille Einlage blieben weitgehend aus, und die wenigen Dividendenzahlungen konnten die Verluste bei weitem nicht wettmachen.
Jetzt verkaufte der Staat 4,5 Prozent seiner Commerzbank-Anteile zu einem Preis von 13,20 Euro pro Aktie. Damit erzielte er rund 702 Millionen Euro. Der Staat hat also einen Milliardenverlust realisiert. Es bleibt abzuwarten, welchen Betrag er für die restlichen über 10 Prozent der Anteile realisieren kann.
Die realen Verluste für den Staat sind tatsächlich noch größer, da der Staat Zinszahlungen für seine Kredite leisten musste, da das - in die Commerzbank investierte – Kapital nicht zur Schuldenreduzierung eingesetzt wurde. Betrachtet man auch die Inflation über die letzten 16 Jahre, dann wird deutlich, wie viel Kapital vernichtet wurde.
Ein historischer Milliardenverlust für den deutschen Staat
Die Bilanz des deutschen Staates mit der Commerzbank ist eindeutig: Die ursprüngliche Unterstützung von 18,2 Milliarden Euro ist ein Verlustgeschäft.
Das Aktienpaket des Bundes hat an der Börse über die Hälfte seines Wertes verloren. Ein Teil der stillen Einlage wurde zwar zurückgezahlt, doch die Zinsen blieben aus. Selbst nach der Kurserholung bleibt das Engagement ein massives Minusgeschäft, das den deutschen Steuerzahler viele Milliarden gekostet hat.
Mit dem nun begonnenen Verkauf der staatlichen Anteile an der Commerzbank schließt sich dieses Kapitel, aber eines ist klar: Die „Rettung“ der Commerzbank ist Deutschland teuer zu stehen gekommen – und die Verluste dürften in die Geschichte eingehen.
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