Die Widersprüche des Herrn Drosten – und seine Ausflüchte in der Enquete-Kommission
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In der Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der Corona-Politik treffen zwei Gegenspieler aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Christian Drosten, der während der Pandemie zur wichtigsten Regierungsstimme aufstieg, und Stefan Homburg, einer ihrer schärfsten Kritiker – nun als Sachverständiger in der Enquete-Kommission des Bundestages.
Videoausschnitte ihrer Konfrontation gingen viral; auch NIUS berichtete.
Was war passiert? Homburg stellte Drosten eine einfache, aber zentrale Frage: Wie konnte es sein, dass Drosten am 2. März 2020 Corona noch als „milde Erkrankung“ einstufte, nur neun Tage später jedoch vor apokalyptischen Bildern warnte? Drosten reagierte zunächst gereizt: Homburg habe seine Frage zu lang formuliert und ihm so die Möglichkeit genommen, angemessen zu antworten.
Nun hat Drosten eine schriftliche Stellungnahme nachgereicht, versehen mit dem offiziellen Signum der Charité. NIUS sprach ausführlich mit Stefan Homburg über dieses Dokument. Er kritisiert zahlreiche Aussagen Drostens darin als „unwahr“. NIUS zeichnet die Widersprüche in Drostens Denken nach.
Fragen, die ihm niemand stellte – bis jetzt
Homburg, emeritierter Professor für Finanzwissenschaft, wurde in den Jahren der Pandemie zu einem der bekanntesten und zugleich unerwünschtesten Kritiker der staatlichen Corona-Politik. Früh wies er anhand eines RKI-Dokuments darauf hin, dass der R-Wert (gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter durchschnittlich ansteckt) bereits vor dem ersten Lockdown unter eins gefallen war – und die Maßnahmen damit weder ursächlich noch wirksam gewesen sein konnten.
„Nach Berechnungen des RKI war die Reproduktionszahl schon vor dem Lockdown unter Eins gefallen“, schrieb Homburg damals in Welt. „Entscheidend ist allein, dass die Zahl vor dem Lockdown fiel und danach nicht weiter sank. Folglich war der Lockdown nicht notwendig und nicht wirksam, die Verhältnismäßigkeit also nicht gewahrt.“ (Siehe auch dieses Videointerview mit Milena Preradovic).
Für solche Aussagen wurde Homburg in großen Teilen der medialen Öffentlichkeit isoliert, diffamiert und schließlich aus dem öffentlichen Diskurs gedrängt. Christian Drosten spielte dabei eine entscheidende Rolle: Er brandmarkte Homburg öffentlich als „Nebenwissenschaftler“ und berief sich auf das Argument der „false balance“, mit dem er selbst virologische Kollegen wie Jonas Schmidt-Chanasit oder Hendrik Streeck als Vertreter „absoluter Minderheitsmeinungen“ abqualifizierte.
Mit der Enquete-Kommission ist diese fragmentierte Pseudo-Öffentlichkeit jedoch vorbei. Hier gibt es keine stummgeschalteten Experten mehr, keine Abrufexperten in Talkshows – sondern Fragen, die von Anfang an gestellt werden mussten. Und so kommt es, dass Drosten erstmals seinen Widersprüchen gegenübersteht, mit denen ihn in drei Jahren des medialen Dauerbetriebs niemand konfrontierte.
Der vielleicht wichtigste von allen: Drosten bezeichnete Corona Anfang März als „mild“. Wenige Tage später warnte er vor Bildern „wie aus Fantasyfilmen“. Drosten sagte damals: „Wir werden noch erleben, dass die Leute daran auf den Straßen sterben in Afrika. Die Situation wird schlimm sein, sehr schlimm.“ Eine milde Erkrankung kann keine globalen Katastrophen verursachen. Deshalb fragte Homburg ihn nach den Daten, auf denen seine „180-Grad-Wende“ beruhte.
Hier das Video dazu:
Drosten über Corona: „für den Einzelnen im Prinzip gar kein Problem“
In der Kommission selbst wich Drosten der Frage aus; er könne sie nicht beantworten, weil Homburg zu viel Redezeit beansprucht habe. Die schriftliche Nachreichung sollte dieses Versäumnis nachholen. In ihr behauptet er, dass „keine Widersprüche“ zwischen seinen frühen Einschätzungen bestünden.
Man führe sich das vor Augen: Laut Drosten soll es also kein logisches Problem darstellen, wenn eine milde Erkrankung – „eine Erkältung in erster Linie“, „für den Einzelnen im Prinzip gar kein Problem“ – gleichzeitig zu unvorstellbaren Katastrophenszenen führen könne. Seine Begründung: Wegen der „exponentiellen Verbreitung von COVID-19 in der Frühphase“ seien beide Aussagen kongruent; der Widerspruch sei nur ein scheinbarer.
Außerdem behauptet Drosten in der Nachreichung, er habe sich bei seiner Einschätzung als „milde Erkrankung“ in der Bundespressekonferenz vom 2. März 2020 „auf den Vergleich mit SARS (Epidemie 2003)“ bezogen, das eine „erheblich höhere Sterblichkeit“ aufgewiesen habe.
Homburg gegenüber NIUS: „Diese Behauptung ist unwahr. Das Transkript der BPK nimmt an keiner Stelle Bezug auf SARS-CoV-1, es geht dort ausschließlich um das aktuelle Virus und dessen Gefährlichkeit.“
Sein Fazit: „Drostens nachträgliche Stellungnahme lässt offen, warum er am 02.03.2020 von einer harmlosen Erkältung sprach und seine Ansicht schon am 18.03.2020 (Bilder aus Afrika, wie wir sie nur aus Kinofilmen kennen) diametral änderte.“
Die Modellwelt – und die Konstruktion von Gefährlichkeit
Nun gibt es allerdings eine Möglichkeit, den Widerspruch in Drostens Aussagen tatsächlich aufzulösen – und sie liegt nicht in der Wirklichkeit, sondern in der Modellwelt.
Die Modellierungsmaschinen der „Covid Science“ erzeugen rechnerisch nämlich genau das: Gefährlichkeit trotz Harmlosigkeit.
Sie tun dies, indem sie grippeähnliche Sterblichkeitsraten (IFR < 1%) mit hochgetestet verzerrten R-Werten zu einem Massensterben extrapolieren. R-Werte bezeichnen in der Infektionsepidemiologie die Vervielfältigungsintensität einer Infektionskrankheit. Liegen sie über eins, führt das rein mathematisch zu einem exponentiellen Wachstum.
Prof. Neil Ferguson, dessen Modellierung zu Beginn der Pandemie international berühmt und berüchtigt wurde, prognostizierte am 16. März 2020 rund 510.000 Corona-Tote für Großbritannien, sollten keine Maßnahmen ergriffen werden. Zur selben Zeit wurden die Testkapazitäten auf WHO-Appell hin drastisch hochgefahren: „Test, test, test“, so WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.
Mit der sprunghaften Erhöhung der PCR-Tests steigt automatisch auch der R-Wert, sofern man den Messeffekt nicht herausrechnet, was nicht geschah. Um es bildhaft zu machen: Blickt man durch eine Lupe auf eine Ameise, erscheint sie umso größer, je näher man sie an das Tier heranführt. In der Wirklichkeit bleibt indes gleich, was sich über die Veränderung der Messmethode zu vergrößern scheint.
Vergleicht man derart verzerrte Testzahlen über einige Wochen, wie Ferguson das tat, erhält man R-Werte von 2 oder 3. In seinen Worten: „On the basis of the observed doubling time in the incidence of deaths across Europe, we use a central estimate of the basic reproduction number (R0) of 3.0.“
Aus diesen verzerrten Parametern wurden Katastrophenszenarien errechnet, die mit der klinischen Realität nichts zu tun hatten. Die Methode erzeugte ihre Artefakte selbst, die anschließend zu fatalen Folgefehlern führten: eben jenen modellierten Katastrophenszenarien. Regierungen verhängten drakonische Lockdown-Maßnahmen, die eine in Panik versetzte Öffentlichkeit zu entscheidenden Teilen guthieß.

Selbst Spielplätze nahm die deutsche Regierung den Menschen.
Doch die Katastrophen blieben aus. Nirgends kam es zu einem Massensterben, erst recht nicht in Afrika. Der Stern schrieb rückblickend: „Mysterium Afrika: Warum hat der Kontinent so wenig Corona-Tote?“
Drosten jedoch will das nicht einsehen. In seiner Nachreichung behauptet er: „Die schwere Frühpandemie in Südafrika ist hinlänglich bekannt.“
Homburg gegenüber NIUS: „Diese Behauptung ist unwahr, weil es in Südafrika keine schwere Frühpandemie gab. Ganz im Gegenteil berichtete die BBC schon Ende 2020 über das ‚Mysterium‘ enorm hoher ‚Infektionsraten‘ in Kombination mit ‚ungewöhnlich niedrigen Sterberaten‘ in Südafrika.“
Drostens dickste Falschbehauptung
In seiner schriftlichen Nachreichung behauptet Drosten zudem: „Schweden und Deutschland haben [in der Zeit vor der Impfung] die Infektionen kontrolliert. In der Impf-Ära wurden die Kontrollen in beiden Ländern aufgegeben.“
Homburg gegenüber NIUS: „Die Behauptung ist doppelt unwahr: Erstens verhängte Deutschland Lockdowns und Maskenpflichten und schloss Kitas sowie die Schulen aller Klassen, während Schweden keine einzige dieser drastischen Maßnahmen ergriff. Zweitens hielt Deutschland den Lockdown nach dem Impfstart noch monatelang aufrecht und verstärkte ihn ab 24.04.2021 sogar um die Bundesnotbremse, die automatische Schulschließungen und Ausgangssperren selbst für Eheleute vorschrieb.“
In der Tat widerspricht die Chronologie der Corona-Jahre Drosten eindeutig: Deutschland ging nach Beginn der Impfkampagne in den härtesten Lockdown der gesamten Pandemie. Die „Bundesnotbremse“ verankerte Ausgangssperren, Kontaktverbote und Schulschließungen bundesweit – teils bis in den Sommer 2021.
Schweden hingegen verzichtete komplett auf Lockdowns, Geschäftsschließungen und Schulschließungen – zu einer Zeit, als es noch keinerlei Impfstoffe gab; Maßnahmenfreiheit war dort nicht an die Impfquote gebunden, sondern in fast jeglicher Hinsicht jederzeit gegeben.
Masken – die sichtbare Inszenierung einer unsichtbaren Pandemie
Weil die Wirklichkeit, wie sie modelliert, prognostiziert und in Talkshows beschworen wurde, klinisch nie sichtbar wurde, musste sie symbolisch erzeugt werden. Die Maske erfüllte genau diese Funktion. Ohne sie hätte niemand im Alltag bemerkt, dass „etwas anders“ war. Masken sollten sichtbar machen, was sich den eigenen Augen nicht zeigte – sie waren der sozialpsychologische Ersatz für eine Bedrohung, die real nicht erschien.
Auch hierzu äußerte sich Drosten – und auch hier zeigt sich das Muster seiner widersprüchlich wechselnden Positionen.
Früh erklärte er, die Datenlage zu Masken sei „schlecht“. Wenige Wochen später jedoch verkündete er das glatte Gegenteil: Masken seien wirksam – so wirksam, dass er sie selbst für die Zeit nach der Impfkampagne weiterhin für erforderlich hielt.

Stundenlang am Tag mussten Kinder Masken tragen.
Homburg stellte ihm in der Enquete-Kommission eine klare Frage dazu, doch Drosten wich aus. In seiner schriftlichen Nachreichung schwieg er vollständig.
Dabei ist die Evidenz eindeutig: Eine große Metastudie fand keinen signifikanten Nutzen von Masken in der Bevölkerung – weder gegen Influenza noch gegen SARS-CoV-2. Genau darauf verweist Homburg gegenüber NIUS.
„Die erste RCT-Studie zum Nutzen von Masken, die den jahrzehntealten Stand der Forschung hätte erschüttern können, erschien im November 2020. Sie bestätigte das Ergebnis, Masken hätten keinen signifikanten Nutzen“, so Homburg gegenüber NIUS.
Die Maske war das sichtbarste Symbol der Pandemie – und zugleich ihr größtes Eingeständnis: Die Katastrophe, die man sehen sollte, existierte nur in Modellen. Die Wirklichkeit blieb leer – gefüllt von einer beklemmenden Maßnahme, die Millionen Menschen konformierte und am freien Atmen hinderte.
Das „eiskalte Händchen der Wirklichkeit“ – gegen Drosten selbst
Bemerkenswert ist Drostens Versuch, sich selbst als Vertreter einer realitätsgebundenen Wissenschaft zu inszenieren – ein Motiv, das er 2024 in einem FAZ-Aufsatz ausführlich beschrieb. Dort schrieb er: „Die Wirklichkeit hat ein eiskaltes Händchen, sie lässt sich nicht verhandeln.“ Doch dieses eiskalte Händchen greift nach ihm selbst.
Als Drosten im April 2020 vor „Bildern wie aus Kinofilmen“ in Afrika warnte, blieb die Katastrophe aus. Als er 2009 die Schweinegrippe als schwerwiegender als den gefährlichsten Impfstoff bezeichnete, war in Wahrheit die Impfung das größere Risiko.
Als er 2020 erneut behauptete, die Schweinegrippe sei „nicht so harmlos wie später dargestellt“ gewesen, begründete er dies damit, dass sie weltweit ungefähr so viele Tote forderte „wie bei einer normalen Influenza“ – „nicht mehr, aber eben auch nicht weniger“. Die Schweinegrippe ging also im normalen Krankheitsgeschehen unter, ihre Impfstoffe trieben junge Menschen trotzdem in eine unheilbare Krankheit.
Das wirft die Frage auf: Welche Atemwegsviren lösen eigentlich Schlafkrankheiten aus, die junge Menschen dauerhaft schädigen? Keine. Die Therapie ist hier fürchterlicher als die Krankheit.
Die Wirklichkeit korrigierte Drosten – jedes Mal
Hinzu kommt: Weder er noch seine Fachcommunity intervenierten gegen die extreme Testintensität, die ab dem Frühjahr 2020 sämtliche Daten verzerrte. Der wissenschaftlich notwendige Schritt, die Überprüfung der Voraussetzungen, blieb aus. Die gesamte Disziplin schwieg.
Vor diesem Hintergrund wirkt Drostens Selbststilisierung als wissenschaftliche Autorität bemerkenswert. Die Wirklichkeit, die er so gern beschwört, nimmt nun ihn selbst beim Wort – und lässt ihm keinen Raum zur Ausflucht.
Um seine apokalyptischen Afrika-Prognosen, auf die Homburg ihn in der Kommission angesprochen hatte, zu rechtfertigen, schreibt Drosten: „Viele werden sich erinnern an die dramatischen Bilder aus der brasilianischen Großstadt Manaus oder aus Großstädten in Indien.“
Homburg gegenüber NIUS: „Abgesehen davon, dass Manaus und Indien nicht in Afrika liegen, sondern in Südamerika und Asien, handelt es sich um unbelegte Boulevardgeschichten, die in keiner Weise die prognostizierten und niemals eingetretenen Horrorszenarien in Afrika stützen.“ In Wahrheit standen alle Signale auf Entwarnung, führt Homburg fort. „In China sanken die Fallzahlen schon seit Februar 2020; in Deutschland sank der R-Wert ab dem 11. März 2020. Die ohnehin irreführenden ‚Bilder von Bergamo‘ erschienen erst nach Drostens 180°-Wende. Meine Frage nach Daten für seinen Sinneswandel bleibt also offen.“
Der „Wasserschaden“
Genauso offen bleibt, warum Drosten sich im Laufe der Jahre in Widersprüche verwickelte, die seine eigene Argumentationslinie demontieren. Im ORF sagte er am 26. Februar 2025: „Allgemein ist es so, wenn man solche Zahlen für eine Übersterblichkeit beispielsweise mit der gesamten Pandemie anschaut, dann ist es relativ egal, was in der Frühphase der Pandemie gemacht wurde.“
Das heißt: In der Gesamtschau sei für ihn also nebensächlich, ob man den schwedischen oder deutschen Weg wählt – womit er indirekt zugegeben hat, dass der deutsche Weg Kollateralschäden verantwortet, die letztlich keine Leben retteten.
Alles an Drosten ist fragwürdig – auch jenseits seiner Pandemieaussagen. Bis heute wirft seine Promotionsakte Rätsel auf. Drostens Dissertation war keine klassisch-monographische, sondern eine kumulative Arbeit, also eine Zusammenführung vorher publizierter Studien. Das ist in der Medizin nicht unüblich und war offenbar von der Goethe-Universität als ordnungsgemäß anerkannt worden.
Diese erklärte, seine Dissertationsexemplare seien durch einen „Wasserschaden“ im Archiv vernichtet worden, womit das erstaunliche Fehlen der Arbeit im Bibliothekskatalog zu erklären sei.

Ein Wasserschaden soll Drostens ursprünglich eingereichtes Dissertationsexemplar vernichtet haben.
Doch die Geschichte hält einer genaueren Betrachtung kaum stand. Kritiker fragten, warum 2020 plötzlich ein makelloses Exemplar auftauchte – und weshalb es keinerlei Wasserschäden aufwies. Hatte er es im Nachhinein erstellt? Und warum wurde die Dissertation nicht formell veröffentlicht, obwohl dies die Promotionsordnung zwingend verlangt? Rückblickend wirkt die Begründung des Wasserschadens wie eine Schutzbehauptung, die ein intransparentes Verfahren verdecken sollte – zumal unklar bleibt, worin die eigenständige wissenschaftliche Leistung der Arbeit gegenüber den bereits vorab publizierten Artikeln eigentlich besteht.
Drosten als Symptom
Man könnte nun versucht sein, Drosten als exzentrische Einzelperson abzutun – als jemanden, der irrte, überdrehte oder sich im eigenen Nimbus verlor. Doch das wäre zu kurz gegriffen. Drosten ist Ausdruck einer Virologie, die intellektuell ebenso erschöpft wirkt wie er selbst. Er steht nicht als isolierte Figur da, sondern als Repräsentant eines Fachs, das seine Grundannahmen mittlerweile eher verwaltet als hinterfragt – und genau darin liegt das eigentliche Problem.
Ein seit Jahrzehnten bestehender logischer Widerspruch, der Drosten ebenso repräsentiert wie die Virologie selbst, betrifft das erste Virus, das ihn 2003 bekannt machte: SARS-CoV-1. Offiziell soll dieses Virus eine Letalität von rund zehn Prozent gehabt haben – und sich gleichzeitig ganz normal über Husten und Niesen verbreitet haben. Es wurde auf allen Kontinenten „entdeckt“, hinterließ jedoch keinerlei Spur in der globalen Sterblichkeit.
Beides zusammen ist logisch unmöglich. Ein Virus, das jeden Zehnten tötet, kann nicht weltweit zirkulieren, ohne ein massives Massensterben auszulösen.
Auflösen lässt sich dieser Widerspruch nur, wenn man anerkennt, dass die angeblich so hohe Letalität ein Produkt der Testpraxis war: 2003 wurden fast ausschließlich Schwerkranke getestet; die Fallzahlen bildeten nur die Spitze eines unbekannten Eisbergs ab. Bei SARS-CoV-2 hingegen testete man massenhaft auch Symptomlose und Mildverläufe – dadurch erschien die Sterblichkeit niedriger. Die Unterschiede zwischen beiden Viren erklären sich daher weit eher durch die Unterschiede der Messmethode als durch biologische Eigenschaften, sofern diese überhaupt unterschiedlich sind.
Die Virologie reflektiert ihre methodischen Voraussetzungen jedoch nicht. Sie verwechselt die Ergebnisse ihrer eigenen Testlogik mit Eigenschaften von Viren – und schreibt ihnen statistische Artefakte als angebliche Wesensmerkmale zu.
Fundamentale Corona-Kritik, die dank der Enquete-Kommission endlich das Licht einer breiten Öffentlichkeit erreicht, darf deshalb nicht bei Drosten stehenbleiben. Nicht er allein führte die Bundesrepublik in ihre wohl dunkelste Phase. Entscheidend war eine transnationale, pharmaindustriell eingebettete Denkrichtung, die ihre Widersprüche nicht hinterfragt, sondern verleugnet – eine Wissenschaftsströmung, die Drosten in seiner exzentrischen Erscheinungsform zur Kenntlichkeit entstellte, aber auch ohne ihn fortbestehen würde.
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