„Erhöhte Mobilität“ und „Nachwirkungen der Pandemie“: Mit welchen perfiden Tricks Medien die Explosion der Ausländer-Gewalt vertuschen
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Peu à peu dämmert es jedem: Deutschland wird zunehmend unsicherer und die unkontrollierte Zuwanderung seit 2015 ist für diese Entwicklung mitursächlich. Die Polizeilichen Kriminalitätsstatistiken (PKS) aus Niedersachsen und Sachsen zeichnen dabei das gleiche Bild wie Berichte aus Städten wie Duisburg oder interne Lagebilder der Bundespolizei. Überall zeigt sich: Straftaten steigen an und Ausländer sind überrepräsentiert. Auch die PKS des Bundes, vorgestellt von Innenministerin Nancy Faeser (SPD) und BKA-Chef Holger Münch am Dienstag, wird diesen Eindruck bestätigen.
Genaue Zahlen werden am Dienstag publik. Wie die Welt am Sonntag aber bereits am Wochenende berichtet hat, erreichte die Gewaltkriminalität mit 214.099 Fällen (plus 8,6 Prozent) den Höchststand seit 15 Jahren. „Gefährliche und schwere Körperverletzung“ stieg um 6,8 Prozent auf 154.541 Fälle. Auch die „vorsätzliche einfache Körperverletzung“ nahm zu, sie liegt jetzt bei 429.157 Fällen (plus 7,4 Prozent). Die Zahl der Raubdelikte (44.857, +17,4 Prozent) und Messerangriffe (8.951 Fälle, +9,7 Prozent) schoss in die Höhe. Die Zahl der Straftaten gegen das Leben, also Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen, stiegen um 2 Prozent an. Und auch die Zahl der Vergewaltigungen, sexueller Nötigungen und besonders schwerer Fälle von sexuellen Übergriffen wuchs.
Insgesamt sind 41 Prozent der Tatverdächtigen deutschlandweit ohne deutschen Pass, was einem Anstieg um 18 Prozent gleichkommt. Und von diesen 41 Prozent sind wiederum 44 Prozent Zuwanderer, was einem Plus von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Kurz: Deutschland hat ein Problem mit der Kriminalität – und insbesonders zugewanderter Kriminalität.
Holger Münch, Nancy Faeser und Thomas Haldenwang.
Seit den Veröffentlichungen der Polizeilichen Kriminalstatistiken in verschiedenen Bundesländern und dem Durchsickern der Bundeszahlen versucht die deutsche Öffentlichkeit das Phänomen kleinzureden und zu rechtfertigen. Dabei leugnet man nicht, dass es einen Anstieg gibt, sondern versucht vielmehr Begleitumstände ins Feld zu führen, die das Problem rationalisieren.
Was all diese medialen Erklärungen gemein haben: Der Elefant im Raum, nämlich der Anstieg und die Überrepräsentation ausländischer Straftäter, wird nicht benannt.
Erklärung 1: Die Bevölkerung sei gewachsen
Im Deutschlandfunk wurde in einem dreiminütigen Bericht der Kriminologe Klaus Baers zitiert. Dieser sagte: Die Zunahme sei „nicht verwunderlich in den letzten zwei Jahren, weil wir natürlich sehr viel mehr Einwohner haben.“ Soll heißen: Mehr Leute gleich mehr Kriminalität.
Diese Erklärung ist geradezu wahnwitzig. Die Zuwanderung 2023 betrug gerade einmal ein Nettoplus in Höhe von 300.000 Menschen. 2022 waren es 1,1 Millionen aufgrund der großen Zuwanderungszahl (vor allem von Frauen und Kindern) aus der Ukraine. Diese Zahlen entsprechen einem Wachstum von 0,35 Prozent (2023) beziehungsweise 1,3 Prozent (2022) der Gesamtbevölkerung. Dieser Anstieg der Bevölkerung kann also den Anstieg der Delikte (im zweistelligen Bereich) nicht erklären.
Erklärung 2: Nicht-Deutsche verüben vor allem einreisespezifische Straftaten
Der Beitrag von Gudula Geuther im Deutschlandfunk kommt zu dem Schluss: „Während die Zahl der Verdächtigen insgesamt gegenüber dem Vorjahr um 7,3 Prozent gestiegen ist, lag das Plus bei Nichtdeutschen, also Reisenden und Zugewanderten, bei 17,8 Prozent.“ Allerdings gelte auch hier das Argument, dass die „Zahl der Nichtdeutschen“ im Verhältnis zugenommen hat und „Delikte, die nur Ausländer begehen können“, etwa unerlaubte Einreise und unerlaubter Aufenthalt, ganz besonders gestiegen sind.

Der Beitrag im Deutschlandfunk: Zuwachs der Bevölkerung und nicht-spezifische Taten sind ausschlaggebend.
Diese Erklärung, die immer wieder ins Feld geführt wird, versucht Straftaten im Zusammenhang mit illegaler Migration zu bagatellisieren. Es stimmt, dass illegale Grenzübertritte nur von Migranten verübt werden können; doch diese Straftaten – also unerlaubte Einreisen und Aufenthalte – sind zum einen Delikte, die schon ihrem Wesen nach einen Kontrollverlust des Staates zeigen – und oft mit weiteren Delikten wie etwa Widerstand gegen Beamte einhergehen. Sie binden ebenfalls Ermittlungskapazitäten und Beamte – und es gilt sie nicht zu verharmlosen als eine Art „Zweitklassenstraftaten“.
Erklärung 3: Was nicht gesagt wird
Was im gesamten Beitrag des Deutschlandfunks hingegen komplett ausgeschwiegen wird, ist schwere Gewalt, die nur durch Zuwanderer begangen wird. Dies beginnt bei den unzähligen Messerdelikten, die inzwischen tagtäglich passieren und die mit großer Wahrscheinlichkeit von Migranten verübt werden. Machetenattacken, Ehrenmorde oder Gruppenvergewaltigungen sind zwar keine einzelnen Straftaten, aber kriminologische Phänomene, die so gut wie nur in migrantischen Milieus stattfinden – beziehungsweise so gut wie gar nicht von Deutschen begangen werden.
Diese Fälle, die auch medial großes Echo und Empörung erzeugen, passen nicht in das Bild einer immer pazifistischeren und konfliktscheueren Gesellschaft. Plötzlich ist sie mit neuen Formen der Gewalt konfrontiert, die sie bis dato nicht kannte. Auch ist die Empörung der einheimischen Bevölkerung nachvollziehbar, dass man es ungleich skandalöser findet, wenn ausgerechnet diejenigen schwere Straftaten verüben, die hier Schutz fanden.
Gerade junge Männer aus Syrien, Irak oder Afghanistan bringen Formen der Gewalt nach Deutschland, die sich zum Beispiel in Vergewaltigungsversuchen in Zugtoiletten oder Messerangriffen auf vierjährige Kinder im Supermarkt manifestieren. Auch innerethnische Gewaltausbrüche, etwa bei Eritrea-Festivals, sind ein Phänomen, das spezifisch mit Migration zusammenfällt. Wenn man hinzunimmt, dass nur etwa 15 Prozent der Einwohner hierzulande Migrationshintergrund besitzen – die Taten von Nicht-Deutschen in den Bereichen der Rohheitsdelikte oder Verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung fast bis zu 50 Prozent ausmachen –, merkt man: Es gibt eine sehr relevante Überrepräsentation, die sich mit der anekdotischen Evidenz deckt, die die gefühlte Sicherheit hierzulande ausmacht. Genau das gilt es eigentlich zu benennen, wenn man sich ehrlich macht.

Im hessischen Gießen kam es 2023 zu schwerer Gewalt zwischen verfeindeten Gruppen von Eritreern.
In den vergangenen Polizeilichen Kriminalitätsstatistiken wurde klar, dass bei manchen Staatsangehörigen (etwa aus Afghanistan) es um ein 20- bis 30-faches wahrscheinlicher ist, dass sie zu Tätern bestimmter Delikte werden, etwa bei Totschlag. Diese Häufung wird im Alltag deutlich und deckt sich mit den Erfahrungswerten aus den Niederlanden oder Frankreich. Afghanen machten 2022 etwa 0,38 Prozent der Bevölkerung aus, stellten aber 3,6 Prozent der Tatverdächtigen bei Vergewaltigung, sexueller Nötigung und schweren sexuellen Übergriffen – und sogar 4,4 Prozent bei schwerer Vergewaltigung. Sie wird sich auch in der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2024 niederschlagen.
Erklärung 4: Manipulation von Statistik
Doch selbst diese simpelste Einsicht wird von Medien immer wieder negiert, um das eigene Weltbild aufrecht zu erhalten. In einem Thread des BR-Faktenfuchses vom vergangenen Jahr zu Messerkriminalität heißt es: „#Messerangriff|e werden oft mit Migranten in Verbindung gebracht. Doch weder Kriminalstatistiken der Polizei noch Studien können dies untermauern“. Im gleichen Thread gibt der Faktenfuchs dann zu Protokoll, dass 218 Messerangriffe im Datensatz von 591 von Nicht-Deutschen begangen wurden, was einen Anteil von mehr als 38 Prozent ausmacht. Die eigene Statistik des BR zeigt also, dass Nicht-Deutsche mehr als doppelt so häufig zu Tätern werden als ihr Anteil an der Bevölkerung es eigentlich erwarten würde.
Stattdessen heißt: „Bei nicht-deutschen Tatverdächtigen” kann es sich auch um Urlauber oder Touristen handeln, die dementsprechend nicht in Deutschland leben.“

Der Faktenfuchs des Bayrischen Rundfunks.
Erklärung 5: Die Sache mit den Touristen
Reisende, also Nicht-Deutsche, die sich nur vorübergehend in Deutschland aufhalten oder als Touristen kriminell werden, sind immer wieder ein beliebtes Mittel, um zu verdeutlichen, dass gar nicht die hier beheimateten Ausländer das Problem sind. Dabei ist die Argumentation gleich aus mehreren Gründen krude: Erstens ist es nicht weniger Besorgnis erregend, wenn Nicht-Deutsche aus dem Ausland in Deutschland Straftaten begehen, das gilt gleichermaßen für polnische Autodiebe oder Migranten, die in Belgien oder Frankreich leben. Auch hier ist es nicht die einheimische Bevölkerung, vor der man sich zu fürchten hat.
Zum anderen aber ist der Begriff des Reisenden in einem Europa der offenen Grenzen ohnehin ein inhaltsleerer Begriff. Die eigenen Lebensmittelpunkte sind teilweise beliebig zu verschieben. Und der Messerangreifer von Wangen im Allgäu war selbst in den Niederlanden als Asylbewerber, bevor er nach Deutschland kam. Die Reisefreiheit macht es möglich.
Erklärung 6: Corona und Mobilität sind Schuld
Bei der tagesschau, also der Schwester des Deutschlandfunks, heißt es: „Die Entwicklung hin zu einer höheren Kriminalität hat sich aus Sicht des Bundesinnenministeriums schon im vergangenen Jahr abgezeichnet“. Innenministerin Faeser habe als Gründe dafür „soziale Ursachen wie eigene Gewalterfahrungen durch Terror und Flucht (bei nicht-deutschen Tatverdächtigen, Anm. d. Red.), aber auch Armutsrisiken“ genannt. Die Jugendkriminalität, so Faeser, sei durch die „schwerwiegenden psychischen Folgen der Pandemie“ zu erklären, so die tagesschau.

Die tagesschau zitiert Nancy Faeser.
Beide Argumente – Corona-Krise und „erhöhte Mobilität“ – muten bizarr an, wenn man sieht, wie die Kriminalitätsstatistik sich entwickelt. Sie erklären zum einen nicht, weshalb nicht alle Nationalitäten gleichermaßen erhöhte Kriminalität verzeichnen, schließlich hatten doch alle unter den Auswirkungen der Pandemie zu leiden. So könnte Corona (aber auch Krieg) verstärkende Faktoren sein, es gibt aber keinen Beleg für einen direkten kausalen Zusammenhang. Ferner stellt sich die Frage, warum Nachwirkungen der Corona-Pandemie gerade jetzt bemerkbar werden und nicht etwa schon 2021/2022, als viele Menschen in Quarantäne waren. Und schlussendlich stellt sich auch die Frage, weshalb ein Zuwachs an Fortbewegungsfähigkeit automatisch in Anfälligkeit für (schwere) Straftaten münden soll.
Erklärung 7: Die vollständige Leugnung
Wenn ausreichend Strohmänner und Vorschubargumente ins Feld geführt wurden, kann man das Problem der überproportionalen Wahrscheinlichkeit für Straftaten bei Nicht-Deutschen (und ein Anstieg der totalen von ihnen begangenen Delikte) auch vollständig leugnen. So macht es Tobias Singelnstein, Professor für Strafrecht und Kriminologie, der jede Gelegenheit nutzt, um rassistische Polizeiarbeit anzuprangern, im Interview mit ZEIT ONLINE.
In dem Gespräch heißt es: „Es ist bizarr, wie sie [die polizeiliche Kriminalitätsstatistik] Jahr für Jahr in der öffentlichen Debatte überinterpretiert wird.“ Generell störe Singelnstein die Einteilung in deutsch und nicht-deutsche Tatverdächtige. Im Kontext der Kriminalität sage Herkunft und Nationalität „nichts aus“, aber bediene „rassistische Diskurse“. Stattdessen sorgen Lebensbedingungen und Umstände von Migranten, etwa in Sammelunterkünften, dafür, dass es unter ihnen zu mehr Gewalt komme.

„Mich stört generell schon diese Einteilung in deutsche und nicht deutsche Tatverdächtige“, so Singelnstein.
Wer so ein idealistisches Weltbild mitbringt, keine Unterschiede zwischen Menschen sieht und Hautfarbenblindheit vorgibt, sollte in der sozialen Arbeit tätig werden, mitnichten aber in der Kriminalitätsforschung.
Vielmehr stehen die Aussagen Singelnsteins stellvertretend für ein ideologisches Weltbild, das sich nicht eingestehen will, was allen außer ihnen sichtbar wird. Unter den 146.000 Chinesen in Deutschland taucht kein einziger in der #PKS unter Totschlag auf und nur 79 unter schwerer Körperverletzung. Unter den 272.000 Afghanen wurden hingegen 47 Tatverdächtige zu Totschlag ermittelt und 2859 zur schweren und gefährlichen Körperverletzung. Es gibt sehr wohl Unterschiede zwischen Nationen – ebenso wie zwischen Nationen und Deutschen.
Ein ehrlicher Umgang mit der PKS würde bedeuten, die signifikante Überrepräsentation anzusprechen; darauf zu verweisen, dass es mit Tätern aus bestimmten Ländern große Probleme gibt; dass nicht ihr Pass oder ihre Nationalität ursächlich dafür sind, aber Sozialisierung, Religionsverständnis, Gewaltbild in ihrer Kultur, und ja, auch Alter (jung) und Geschlecht (männlich); dass bestimmte Delikte und Phänomene erst durch Zuwanderung nach Deutschland kamen; dass Ausländer nicht gleich Ausländer sind und es große Unterschiede gibt, ob diese aus Mossul oder Taiwan kommen; dass nicht nur die Tätergruppen, sondern auch Opfergruppen sich unterscheiden; und dass der deutsche Staat sich diesen Problemen annehmen wird und sie bekämpfen will, weil ihm die Sicherheit der Bevölkerung am Herzen liegt.
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