Was Linke nicht wahrhaben wollen: Kamala Harris wurde gewählt, weil sie schwach ist
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Die Delegierten der Demokratischen Partei haben entschieden: Mit 99 Prozent der Stimmen wählten sie Kamala Harris am Dienstag zur Präsidentschaftskandidatin. Ihr Vize wird der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, wie am selben Tag bekannt wurde.
Bereits in den vergangenen Wochen überboten sich deutsche Medien in der Glorifizierung der demokratischen Kandidatin. Die FAZ wollte einen „Bilderbuchstart“ der Präsidentschaftskampagne erkennen. „Kann sie Amerika retten?“, fragte die Zeit auf dem Titel neben einem heroischen Porträtbild, das die Frage bereits zu beantworten schien. Auch der Spiegel frohlockte: „Madam President?“. Die Süddeutsche Zeitung schrieb über „Kamala Harris und warum jetzt alles möglich ist“.

Man wird ja wohl noch hoffen dürfen: Das Spiegel-Cover vom 27. Juli.
Besonders bezeichnend war ein Kommentar der linksliberalen Historikerin Hedwig Richter auf X: „So krass, wie viele Zufälle zusammenspielen müssen, bis eine extrem charismatische und vermutlich sehr gute Politikerin wie Harris als VP zur Präsidentschaftskandidatin wird“.
Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Es sind keine Zufälle, die Harris den Spitzenposten bescherten, sondern die Konsequenzen eines undemokratischen und von Quotendenken durchdrungenen Feminismus, der einer Frau allein dafür applaudiert, eine Frau zu sein.
Inflation nach Harris: teures Brot, mehr Stress
Man muss sich nur die Auftritte von Harris ansehen, um zu diesem Urteil zu gelangen. 2021 bei einer Pressekonferenz nach der steigenden Inflation gefragt, setzte Harris, bevor sie die geplanten Maßnahmen der Regierung schilderte, zu einer an die Sendung mit der Maus erinnernden Erklärung des Phänomens Inflation an, die erwachsene Zuschauer befremdet zurückließ: „Die Preise sind gestiegen und Familien und Individuen müssen sich mit der Realität auseinandersetzen, dass Brot mehr kostet, dass Benzin mehr kostet. Und wir müssen verstehen, was das bedeutet. Es geht darum, dass die Lebenshaltungskosten steigen. Es geht darum, dass begrenzte Ressourcen strapaziert und ausgereizt werden müssen. Es geht um eine Stressquelle für Familien. Nicht nur wirtschaftlich, sondern auf täglicher Ebene. Etwas, das eine schwere Last zu tragen ist.“
Anlässlich des Gefangenenaustauschs mit Russland sprach Harris auf dem Rollfeld in die Mikrofone der Reporter: „Dies ist ein außerordentlicher Beweis für die Wichtigkeit, einen Präsidenten zu haben, der die Kraft der Diplomatie versteht und die Stärke, die darin liegt, Verständnis für die Bedeutung der Diplomatie und der Stärkung der Allianzen zu haben.“
Ein Präsident, der die Stärke versteht, die darin liegt, Verständnis zu haben? Eine rhetorisch versierte Politikerin hätte einfach gesagt: Biden hat hervorragend verhandelt. Nicht so Harris. Ihre Rhetorik folgt der Strategie, einfache Sachverhalte möglichst kompliziert und komplizierte Sachverhalte in kindlicher Schlichtheit auszudrücken. Eine Sprache elitärer Arroganz: Harris will intelligenter erscheinen, als sie ist, und sich zugleich sprachlich zum Volk herablassen, um es dort unten „abzuholen“, wo sie es wähnt.
„Brat“ ohne Grund
Legendär auch das Interview, bei dem ein Journalist kritisch nachfragte, warum Harris noch nicht die US-Südgrenze besucht habe, deren Sicherung Präsident Joe Biden in die Hände seiner Vizepräsidentin gelegt hatte. Harris‘ Antwort: „Ich war auch noch nie in Europa.“ Eine Inkompetenz mit einer anderen kontern? Oder wie Linke sagen: Mic drop!
Die Anhänger der Demokraten erklärten gleich zu Beginn der Harris-Kampagne die „Art“ ihrer Kandidatin zu einem Ausweis ihrer Qualifikation: Kamala lacht, Kamala tanzt. Popstar Charli XCX verkündete, Kamala sei „brat“, also eine „Göre“ – eine Anspielung auf den Titel des aktuellen Albums der Sängerin, der einen Internet-Trend auslöste. „Brat“ ist laut Charli XCX ein Mädchen, „das ein bisschen chaotisch ist und gerne Party macht und vielleicht manchmal dumme Sachen sagt.“

Wer zuletzt lacht, lacht am besten? Harris lacht zumindest laut.
Das Team der Harris-Kampagne griff den brat-Hype dankbar auf, wohl auch, weil inhaltliche Erfolge kaum vorzuweisen sind: Weder ist es Harris gelungen, das Problem der illegalen Massenmigration zu lösen (allein 2023 überquerten mehr als 2,4 Millionen Migranten die US-Grenze), noch konnte sie sich außenpolitisch profilieren. Das Einzige, wofür Harris steht, ist das Nachplappern von Ideen aus dem linken bis extrem linken Lager, wie etwa die Abschaffung der privaten Krankenversicherung, die Legalisierung von Marihuana oder die Forderung „Defund the police“.
Gerade Harris‘ angeblich lockere Art aber ist kein Beleg von Stärke, sondern von Schwäche. Dies wurde schon am Anfang ihrer Vizepräsidentschaft deutlich, als Harris in der Talkshow „60 Minutes“ darauf angesprochen wurde, dass sie von der überparteilichen Website „GovTrack“ als linkste aller Senatoren eingestuft wurde. Harris reagierte mit Gegiggel.
Ein Lachen, das entgegen der Behauptung der Demokraten kein Zeichen von Selbstbewusstsein ist, sondern eine Mischung aus Ausflucht und Abwehr. Das ist für jeden Beobachter leicht zu erkennen. Selbst die Demokraten erkannten es bis vor kurzem. Sie hatten sogar solche Sorge vor einer Präsidentin Harris, dass sie in den vergangenen vier Jahren mit Zähnen und Klauen am senilen Joe Biden festhielten – wie ein Sohn, der nicht wahrhaben will, dass Papi längst ins Altersheim gehört.
Die Sehnsucht danach, getäuscht zu werden
Nun aber, da Biden sich durch seinen Auftritt beim Duell untragbar gemacht hat, muss Harris zur Traumkandidatin erklärt werden. Die Linke überall im Westen hat sich in den vergangenen Jahren daran gewöhnt, die eigene Ideologie durch Verleugnung der Realität am Leben zu halten. Linke sehnen sich danach, getäuscht zu werden – auch über die Fähigkeiten von Harris: Es ist, wie zuletzt bei Biden, nicht ihre Durchsetzungskraft, sondern im Gegenteil ihre mangelnde Durchsetzungskraft, die Harris in der demokratischen Partei an die Spitze hat aufsteigen lassen. Eine schwache Anführerin bietet den Männern im Hinterzimmer die Aussicht auf Macht.

Kamala Harris und Joe Biden empfangen auf dem Flughafen US-Bürger, die in Russland im Gefängnis saßen.
Harris wurde aus einem Grund zur Präsidentschaftskandidatin gewählt: Weil sie politisch und intellektuell schwach ist. Ein Feminismus, der davor die Augen verschließt, ist kein Feminismus. Die Herzen der Präsidenten Putin und Xi wird das alberne Lachen von Harris keineswegs erweichen. Vielmehr werden autoritäre Herrscher sie psychologisch durchschauen – mit demselben untrüglichen Gespür für die Manipulierbarkeit des Gegenübers, das auch die mächtigen Männer in Harris eigener Partei dazu bewogen haben dürfte, der Politikerin Türen zu öffnen.
Es ist der traurige Effekt eines Feminismus, der Frauen nicht mehr an ihren Leistungen misst: Am Ende verlieren alle. Die Frauen verlieren, weil sich zunehmend inkompetente Frauen an die Spitze setzen und ein zweifelhaftes Bild weiblicher Macht abgeben. Die Gesellschaft als Ganzes verliert, weil sie von Inkompetenz regiert wird.
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Pauline Voss
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