Intendant Himmler über KI-Skandal: „Die journalistischen Fehler haben das Image des ZDF in der Öffentlichkeit schwer beschädigt”
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Nach dem KI-Skandal im „heute journal“ zieht das ZDF intern weiter die Schlinge enger. Für Montag, 23. Februar, ist nach NIUS-Informationen eine außerordentliche „Open CR“ angesetzt, ein Format, das es in dieser Form bislang nicht gegeben haben soll: Chefredakteurin Bettina Schausten lädt sämtliche Mitarbeiter in allen Inlands- und Auslandsstudios per Videochat zur Aussprache über den Vorgang.
Parallel liegt NIUS ein Intranet-Rundschreiben vor, in dem die ZDF-Spitze den Schaden ungewöhnlich offen einordnet. Intendant Norbert Himmler schreibt wörtlich: „Die journalistischen Fehler haben das Image des ZDF in der Öffentlichkeit schwer beschädigt.“ Das Rundschreiben fasst zudem den Stand der „Aufarbeitung der Fehler im ‚heute journal‘ vom Sonntagabend (15. Februar)“ zusammen und begründet die bereits bekannte Personalentscheidung gegen die New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht.
Abberufung von Albrecht: ZDF spricht von schweren Verstößen
Nach einer ersten Überprüfung der Abläufe sei man zu dem Schluss gekommen, „dass die Verstöße gegen ZDF-Richtlinien und journalistische Standards so schwer wiegen, dass die New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht von ihrer Funktion als Studioleiterin abberufen wird“, heißt es in dem internen Schreiben.
Himmler verbindet seine Kritik mit einem Hinweis auf Führungsverantwortung: „Das Vorgefallene zeigt, wie groß unsere redaktionelle und publizistische Verantwortung ist. Dies gilt insbesondere für unsere Führungskräfte. Wir müssen konsequent darauf achten, dass Regeln und Standards beachtet und umgesetzt werden.“ Und weiter: „Wir müssen sicherstellen, dass unser eigener Anspruch an die journalistische Qualität unserer Angebote jederzeit gewährleistet bleibt. Dem dient auch eine sorgfältige Aufarbeitung der Abläufe.“
Auch Chefredakteurin Bettina Schausten beschreibt die Lage drastisch: „Der Schaden, der durch die Missachtung journalistischer Regeln entstanden ist, ist groß. Dabei ist Glaubwürdigkeit unser wichtigstes Gut.“ Sie kündigt an: „Wir arbeiten an einem neuen Maßnahmenkatalog, um mit aller Konsequenz sicherzustellen, dass die hohen journalistischen Standards, denen wir verpflichtet sind, jederzeit und uneingeschränkt eingehalten werden.“

ZDF-Chefredakteurin, Bettina Schausten
Worum es geht
Im Kern steht die Bebilderung eines Beitrags. Nicola Albrecht hatte nach Angaben des ZDF zunächst für das „Mittagsmagazin“ über die Angst von Kindern unter anderem in New York vor Festnahmen durch die amerikanische ICE-Behörde berichtet. Für eine neue Fassung für das „journal“ habe sie anschließend zwei Videoszenen aus dem Netz verwendet. Eine Szene stammte laut Rundschreiben „aus einem völlig anderen Kontext“ (Festnahme in Florida 2022). Die andere Szene sei KI-generiert gewesen.
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