VW-Konzern will 60 Milliarden Euro bis 2028 einsparen
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Im Volkswagen-Konzern steht ein Sparkurs historischen Ausmaßes bevor. Mitte Januar wurden rund 120 Top-Manager nach einer internen Strategieklausur in Berlin über die Pläne von Konzernchef Oliver Blume und Finanzchef Arno Antlitz informiert, berichtet das Manager Magazin. Zwar hatten viele mit mahnenden Worten zu Disziplin und Sparsamkeit gerechnet – doch das Ausmaß der angekündigten Maßnahmen überraschte selbst erfahrene Führungskräfte.
Konzernchef Oliver Blume und Finanzvorstand Arno Antlitz stellten in Berlin ein Programm vor, das bis Ende 2028 eine Reduktion der Konzernkosten um rund 20 Prozent vorsieht. In absoluten Zahlen entspricht das einer Größenordnung von bis zu 60 Milliarden Euro.

VW-CEO Oliver Blume und Finanzchef Arno Antlitz
Zölle und schwindender China-Absatz machen Druck
Der Hintergrund ist vielschichtig: Schwächelnde Geschäfte in China, Unsicherheiten durch die amerikanische Zollpolitik und ein harter internationaler Wettbewerb setzen Europas größten Autobauer unter Druck. Hinzu kommen hohe Investitionen in Softwareentwicklung sowie die parallele Finanzierung von Verbrenner- und Elektroplattformen. Aus Sicht der Konzernspitze ist klar: Ohne drastische Einschnitte droht die Rendite dauerhaft hinter den eigenen Ansprüchen zurückzubleiben.
Es geht um die Kreditwürdigkeit des Konzerns
Blume soll laut Manager Magazin intern betont haben, man müsse die Gewinnschwelle deutlich senken. Gespart werden soll nicht nur punktuell, sondern über sämtliche Marken und Gesellschaften hinweg – von Materialkosten über Entwicklung bis hin zu Vertrieb und Verwaltung. Beobachter aus dem Konzern rechnen damit, dass auch strukturelle Maßnahmen wie Werksschließungen wieder stärker in den Fokus rücken könnten. Offiziell ist dazu bislang nichts entschieden, doch die Formulierungen aus der Führungsetage lassen wenig Zweifel daran, dass nahezu jeder Bereich überprüft wird.

Boni gesichert: Arno Antlitz konnte den Cashflow anheben.
Finanzchef Antlitz hatte in den vergangenen Monaten intensiv nach Möglichkeiten gesucht, den finanziellen Spielraum zu vergrößern. Ratingagenturen hatten zuvor gewarnt, dass ohne sichtbare Fortschritte beim Cashflow eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit drohe. Der Konzern trägt einen hohen Schuldenberg; steigende Zinsen wären in dieser Lage ein erhebliches Risiko. Zwar gelang es zuletzt, mehrere Milliarden Euro an zusätzlicher Liquidität zu sichern, doch intern wie extern löste die Vorgehensweise Diskussionen aus – die Liquidität ist eine wichtige Kennziffer für Dividenden und Vorstandsboni, während Mitarbeiter dieses und kommendes Jahr auf Boni verzichten werden.
Parallel dazu läuft bereits ein umfassender Investitionscheck. Die ursprünglich geplanten Ausgaben für die kommenden fünf Jahre gelten vielen im Vorstand als zu hoch. Selbst Beträge im dreistelligen Milliardenbereich werden inzwischen kritisch hinterfragt. Ziel ist es, die Mittel stärker zu bündeln und Doppelentwicklungen zwischen den Marken zu reduzieren.
Deutsche Werke erreichten ihre Sparziele bisher nicht
Auch auf Werksebene zeigt sich der Spardruck. Mehrere deutsche Standorte konnten ihre internen Kostenvorgaben zuletzt nicht vollständig erfüllen, obwohl es im Vergleich zum Vorjahr teils deutliche Verbesserungen gab, berichtet das Handelsblatt. Besonders die Werke in Emden und Zwickau stehen unter Beobachtung, da Auslastung und Effizienz hinter den Zielwerten zurückbleiben. Gewerkschaft und Betriebsräte hatten in früheren Verhandlungen harte Einschnitte verhindert, dafür aber strenge Sparauflagen akzeptiert. Die kommenden Jahre gelten nun als Bewährungsprobe.

Die Golf-Produktion in Wolfsburg wird bald nach Mexiko verlagert.
Das Stammwerk in Wolfsburg hingegen gilt als strategisch gesetzt. Dort plant Volkswagen größere Investitionen in neue Fertigungstechnologien und die nächste Generation elektrischer Modelle. Dennoch sorgt die unterschiedliche Behandlung einzelner Standorte intern für Spannungen. Mitarbeiter fordern mehr Transparenz bei Leistungskennzahlen und Vergleichsdaten zwischen den Werken.
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