Weil er migrantischen Antisemitismus benennt: 200 Linken-Mitglieder werfen Gregor Gysi „Rassismus“ vor
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In der Linkspartei eskaliert der Streit um Antisemitismus. Nach dem Beschluss zur „Ablehnung des Zionismus“ der Linken Niedersachsen werfen nun 200 Parteimitglieder Gregor Gysi in einem Brief „Rassismus“ vor – weil er Antisemitismus von Migranten benannte.
Es war eine simple Aussage, die Gregor Gysi im Interview mit dem Focus tätigte. Die antisemitischen und antiisraelischen Strömungen in der Linkspartei wären seiner Ansicht nach „deshalb gefährlicher geworden, weil viel mehr Menschen mit Migrationshintergrund und auch mit spezifischem Migrationshintergrund in unsere Partei gekommen sind, was ich eigentlich sehr begrüße.“
Und weiter: „Aber Sie bringen eben Sichten auf Israel mit, die zum Teil falsch sind, und dagegen werde ich mich immer wehren und eine bestimmte Grenze darf nicht überschritten werden.“
Gysi hatte in dem Interview zudem erklärt, antisemitische oder antiisraelische Haltungen seien in der Linkspartei „mehr ein Problem der Jugend, weniger ein Problem der Älteren“.
Gysi soll sich entschuldigen
In einem eigentlich internen Brandbrief werfen ihm nun über 200 Parteimitglieder vor, „rassistische Narrative zu reproduzieren und zentralen Prinzipien unserer Partei zu widersprechen“.
Die Parteimitglieder werfen Gysi vor, Migranten „unter pauschalen Verdacht“ zu stellen und die Partei zu „spalten“. Zudem erklären sie, Gysi würde „autoritär Grenzen des Sagbaren definieren“.
Die Verfasser des Brandbriefs fordern von Gysi nun die sofortige Löschung eines Instagram-Eintrags, eine öffentliche Entschuldigung bei „migrantischen und jungen Mitgliedern“ für die „entstandene Verletzung“ durch seine Aussagen. Sie fordern darüber hinaus: eine „zeitnahe Teilnahme von dir und deinem Team an einer antirassistischen Weiterbildung“.
Studie bestätigt Gysis Aussage
Eine aktuelle Studie des MOTRA-Forschungsverbunds bestätigt Gregor Gysis Aussage. Demnach haben lediglich 4,6 Prozent der Deutschen ohne Migrationshintergrund manifest antisemitische Einstellungen. Bei Nicht-Muslimen mit Migrationshintergrund sind es 6,1 Prozent. Bei Muslimen mit Migrationshintergrund dagegen 27 Prozent.

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