Keir Starmer nimmt ägyptischen Aktivisten in Großbritannien auf – trotz Gewaltaufrufen gegen Weiße, Polizisten und Zionisten
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Der britisch-ägyptische Aktivist Alaa Abd el-Fattah ist nach seiner Freilassung aus ägyptischer Haft am 26. Dezember in Großbritannien eingetroffen. Dort wurde er von Premierminister Keir Starmer zunächst freudig begrüßt, bevor kurz darauf eine heftige Debatte auf sozialen Medien entbrannte. Im Mittelpunkt der Kontroverse: Social-Media-Beiträge des 44-Jährigen aus den Jahren 2010 bis 2012, in denen er sich rassistisch, antisemitisch und gewaltverherrlichend äußerte – darunter Aufrufe zur Tötung von „Zionisten“ und Polizisten sowie Beleidigungen gegen Weiße und Briten.
Starmer hatte auf X geschrieben: „Ich freue mich sehr, dass Alaa Abd el-Fattah wieder in Großbritannien ist und sich mit seinen Liebsten wiedervereint hat, die sicher eine tiefe Erleichterung verspüre.“ Er lobte die Familie und alle, die für diesen Moment gekämpft hätten.
Inzwischen distanziert sich die Regierung: Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, die historischen Tweets seien „abscheulich“. Die Begrüßung sei keine Bewerbung seiner Ansichten gewesen; die Freilassung britischer Bürger aus unrechtmäßiger Haft habe unter aufeinanderfolgenden Regierungen Priorität gehabt.

Eine Auswahl der Äußerungen von el-Fattah auf der Plattform Twitter.
Briten werden entmenschlicht
Abd el-Fattah selbst reagierte mit einer Entschuldigung: „Ich verstehe sehr wohl, wie schockierend und verletzend sie sind, und dafür entschuldige ich mich uneingeschränkt.“ Er sei erschüttert, dass gerade bei der Wiedervereinigung mit seiner Familie nach zwölf Jahren alte Tweets neu verbreitet würden und zu Forderungen nach Entzug seiner Staatsbürgerschaft führten. Einige Beiträge seien jedoch „völlig aus dem Kontext gerissen worden“.
Die Posts, die teilweise gelöscht wurden, enthalten Formulierungen wie die Befürwortung der Tötung von „Zionisten“, die Bezeichnung britischer Menschen als „Hunde und Affen“ oder die Aussage, er sei „stolz darauf, rassistisch gegen Weiße zu sein“. Jüdische Organisationen wie der Board of Deputies of British Jews äußerten „tiefe Bedenken“: „Seine frühere extremistische und gewalttätige Rhetorik, die sich gegen ‚Zionisten‘ und weiße Menschen im Allgemeinen richtete, stellt eine Bedrohung für britische Juden und die breitere Öffentlichkeit dar.“ Der Jewish Leadership Council kritisierte die „überschwängliche Begrüßung“ der Regierung scharf.

Der ägyptische Aktivist galt eins als bedeutende Figur des Arabischen Frühlings.
Aus der Opposition kommen harte Forderungen: Konservative wie Robert Jenrick und Parteichefin Kemi Badenoch sowie Reform-UK-Chef Nigel Farage verlangen, Innenministerin Shabana Mahmood solle prüfen, ob Abd el-Fattah die britische Staatsbürgerschaft (die er 2021 über seine in London geborene Mutter erhalten hatte) entzogen bekommen – und ob man den Aktivisten ausweisen könne. Jenrick sprach von einem „schweren Fehltritt im Urteilsvermögen“ Starmers; Farage nannte die Ansichten „rassistisch und anti-britisch“.
Abd el-Fattah, eine Symbolfigur des Arabischen Frühlings 2011, hatte in Ägypten fast ein Jahrzehnt in Haft verbracht, zuletzt wegen „Verbreitung falscher Nachrichten“. Im September 2025 wurde er von Präsident Abdel Fattah al-Sisi begnadigt; ein Reiseverbot hielt ihn bis vor Kurzem in Ägypten fest. Nun lebt er bei seiner Familie, darunter seinem 14-jährigen Sohn in Brighton.
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