Die mutigste Witwe der Welt nimmt Abschied von Putin-Feind Nawalny: „Ich weiß nicht, wie ich ohne dich leben soll”
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Sein Sarg wurde zu den Klängen von „My Way“ von Frank Sinatra ins Grab gesenkt. An seinem offenen Sarg verabschieden sich Verwandte von Alexej Nawalny. Mutter und Vater küssen den toten Sohn, berichtet der Spiegel. Andere bekreuzigen sich oder streicheln das Haar des verstorbenen Oppositionellen. Dann werden Tücher auf sein Gesicht gebreitet, der Sarg geht zu. Anschließend wird Musik aus dem Film „Terminator 2“ gespielt, für Nawalny „der größte Film aller Zeiten“.
Es war ein bewegender Abschied von Alexej Nawalny im Moskauer Stadtteil Marino. Tausende Trauernde waren am Freitag zum Friedhof gekommen, um ihm seine letzte Ehre zu erweisen. Leute riefen „Nein zum Krieg“ oder auch „Russland ohne Putin“. Viele hatten sich schon Stunden vor der Beerdigung an der Kirche im südöstlichen Moskauer Bezirk Marjino versammelt. An der Kirche drängten sich die Menschen am Metallgitter, um sich vom langjährigen Oppositionsführer zu verabschieden, berichtet die ZEIT. Viele brachten Blumen mit. Einige riefen: „Putin ist ein Mörder“ und „Russland wird frei sein“. „Nein zum Krieg“, skandierten Menschen im Chor, wie Reporter der Deutschen Presse Agentur berichten.

Abschied von Alexej Nawalny: Dieses Foto vom offenen Sarg veröffentlichte sein Team am Freitag

Nawalnys Mutter auf dem Weg zur Bestattung
Julia Borissowna Nawalnaja, Witwe Alexej Navalnys, verabschiedete in einem bewegenden Video von ihrem verstorbenen Mann:
„Ljoscha, ich danke dir für 26 Jahre absolutes Glück. Ja, sogar für die letzten drei Jahre des Glücks. Für die Liebe, dafür, dass du mich immer unterstützt hast, dass du mich sogar im Gefängnis zum Lachen gebracht hast.
Ich weiß nicht, wie ich ohne dich leben soll, aber ich werde mein Bestes geben, damit du dich da oben für mich freust und stolz auf mich bist. Ich weiß nicht, ob ich es schaffe oder nicht, aber ich werde es versuchen.
Ich bin sicher, dass wir uns eines Tages treffen werden. Ich habe so viele unerzählte Geschichten für dich, und ich habe so viele Lieder für dich auf meinem Handy gespeichert, alberne und lustige und im Allgemeinen, ehrlich gesagt schreckliche Lieder, aber sie handeln von uns, und ich wollte so gerne, dass du sie dir anhörst. Und ich wollte so gerne sehen, wie du sie dir anhörst und lachst und mich dann umarmst.
Ich werde dich immer lieben. Ruhe in Frieden.“

Tausende Russen strömten zur Trauerfeier, um sich vom Oppositionsführer zu verabschieden – die Polizei war stark präsent
Was für bewegende Worte, was für eine große Frau! Nawalnys Ende ist der beste Beweis, Angst vor Putin haben zu müssen. Wer sich mit Putin anlegt, weiß, wie das enden kann. Aber umso bewundernswerter, dass Nawalny keine Angst vor Putin hatte. Und nach seinem Tod tausende seiner Anhänger.
Die Geschichte um den Oppositionellen Alexej Nawalny ist womöglich noch nicht zu Ende geschrieben.
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Louis Hagen
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