Dramatischer Appell des israelischen Außenministers: „Ich erwarte, dass uns Deutschland mit Taten zur Seite steht“
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Israel Katz (69) gilt als möglicher Nachfolger von Premierminister Netanjahu. Er hatte mehrere Ministerämter inne, seit Februar 2019 ist er Außenminister des Staates Israel. In einem Gastbeitrag in der Welt schreibt er über die Beziehung seines Landes zu Deutschland – und was er von der Politik erwartet. Hier die wichtigsten Passagen:
„In einer Zeit, in der unsere Feinde uns vernichten wollen, erwarten wir von unseren Freunden, dass sie uns nicht im Stich lassen. Dass sie an unserer Seite stehen, und das nicht nur mit Worten.“
„Jetzt stehen wir in einer Zeit der Bewährungsprobe. Und das ist die Zeit, in der die Staatsräson mit konkreten Inhalten gefüllt werden muss.“
„Wir erwarten, dass uns ein wahrer Freund nicht nur auf dem Podium im Bundestag zur Seite steht, sondern auch im Plenum der UN-Generalversammlung.“
„Gerade im Schatten des wachsenden Antisemitismus in Europa im Allgemeinen und in Deutschland im Besonderen ist Deutschland gefordert, konkrete Schritte zu unternehmen, die keine Selbstverständlichkeiten sind: aktive Unterstützung für Israel in der Europäischen Union, in der UN-Generalversammlung und, wie bisher, beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag.“

Die deutsche Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Israels Außenminister Israel Katz Anfang September in Tel Aviv.
„Skandalöser Weise erhob Deutschland drei Wochen nach dem Massaker seine starke Stimme nicht bei den UN, um gegen die Resolution zu protestieren, die keine Freilassung der Geiseln forderte, die Hamas und ihre Verantwortung für das Massaker nicht erwähnte und Israel praktisch sein Grundrecht auf Selbstverteidigung absprach.“
„Jetzt ist es Zeit, den Mut aufzubringen, politische und persönliche Erwägungen beiseitezulassen, um auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen“.

Berlin, Ende August 2024: Demonstration für die israelischen Geiseln, die noch immer im Gazastreifen unter ständiger Lebensgefahr festgehalten werden.
„Ich kann meine persönliche familiäre Verbindung nicht ignorieren. Der größte Teil der Familie meiner Eltern kam im Holocaust ums Leben. Aber heute bin ich ein Minister in der jüdischen und demokratischen Regierung Israels. Minister eines starken Landes, das sich verteidigen kann und muss. Beabsichtigt Deutschland wirklich, jetzt stillzuhalten?“

Aufmarsch von Israel-Hassern am Berliner Wittenbergplatz Anfang September
„Es scheint, als würde die deutsche Politik von Israel-Kritikern beeinflusst, die uns schaden wollen.“
„Ich erwarte von Deutschland, dass es seiner diplomatischen und moralischen Verpflichtung gerecht wird – und uns nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten zu Seite steht.“
Ein Mann mit weisen Worten. Ein Mann, der Klartext spricht. Man kann nur wünschen, dass Außenministerin Baerbock Israel nicht immer nur belehrt. Sondern aktiv hilft und das Land gegen seine Feinde in Schutz nimmt. Es ist eine Frage der Ehre – man lässt keinen Freund allein in der Stunde der Not.
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