„Toxische Männlichkeit”-Propaganda statt Schutz vor Grooming Gangs: Keir Starmer bewirbt TV-Serie „Adolescence” – und kassiert Shitstorm
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Manchmal ist das Gegenteil von gut nur gut gemeint: Nachdem sich der britische Premierminister Keir Starmer mit den Machern der Netflix-Serie „Adolescence“ getroffen hat, kassiert er nun einen Shitstorm.
Was war passiert? Bei der Veranstaltung in der Downing Street, über die unter anderem Sky berichtete und an der Co-Autor Jack Thorne und Produzentin Jo Johnson teilnahmen, ging es um die Radikalisierung von männlichen Teenagern. Dabei soll im Fokus gestanden haben, wie Politik verhindern könne, dass diese in einen Strudel von Hass und Frauenverachtung geraten. Die vierteilige Netflix-Serie, die von der Verhaftung eines 13-Jährigen wegen Mordes an einem Mädchen und dem Aufstieg der Incel-Kultur handelt, diente als Grundlage für die Diskussion.

Das Treffen des Premierministers mit den Schauspielern der Serie in der Downing Street.
Migrant aus Uganda, der 15-jähriges Mädchen ersticht, wird von weißem Schauspieler gespielt
Schon vor ihrer Ausstrahlung stand die Serie in der Kritik. Sie basiert auf einer wahren Geschichte aus dem Jahr 2020 in Südlondon, wo der damals 13-jährige Hassan Sentamu eine 15-jährige Schülerin namens Elliane erstach.
Das Problem: Sentamu ist schwarz und wurde in Kampala in Uganda geboren. In der Serie wird er aber von einem blassen weißen Jungen gespielt, weshalb viele Zuschauer in der Serie „antiweiße Propaganda“ sehen, die kulturelle Gründe für die Tat außer Acht lässt. Stattdessen wird der weiße Junge als große Gefahr im multikulturellen England skizziert.

Der Protagonist der Serie wird von Owen Cooper gespielt.

Diesem Fall aus Südlondon ist die Serie nachempfunden.
„Als Vater harte Kost“
Zu Beginn des Treffens lobte Starmer die Serie für die angestoßene Debatte. Er erzählte, dass er die Serie gemeinsam mit seiner Frau, seiner 14-jährigen Tochter und seinem 16-jährigen Sohn gesehen habe, und fügte hinzu: „Als Vater war es harte Kost.“ Die Serie werfe Fragen auf, wie man junge Menschen vor den Gefahren der Technologie schützen könne. Früher habe man geglaubt, die größten Risiken lauerten außerhalb des Hauses, doch inzwischen werde dies überholt von einer größeren Gefahr, die im Zuhause, im Schlafzimmer, an den Orten entstehe, wo Kinder allein seien.
Und mehr noch: Gleichzeitig kündigte die Regierung an, dass Netflix die Serie allen weiterführenden Schulen im Land kostenlos zur Verfügung stellt, um Schülern die Auswirkungen von Frauenfeindlichkeit, Gefahren der Online-Radikalisierung und die Bedeutung gesunder Beziehungen näherzubringen. Auf der Plattform X schrieb der 62-Jährige: „Ich unterstütze den Plan von Netflix, die Serie kostenlos in Schulen im ganzen Land zu zeigen, damit möglichst viele junge Menschen sie sehen können.“
User sehen „Verrat“ und „Propaganda“
Es dauerte nicht lange, bis sich in sozialen Netzwerken massiver Unmut angesichts von Starmers Darstellung regte. User warfen dem Premierminister vor, dass er die Zuwanderungsgeschichte des Mörders vollkommen ausklammere und ignoriere. Unter dem Beitrag auf X schreibt der konservative Publizist Connor Tomlinson: „Diese brutalen Angriffe werden überproportional häufig von schwarzen Jungen aus zerrütteten Familien begangen. Warum betreiben Sie in Schulen Propaganda, indem Sie vorgeben, es gäbe eine Epidemie weißer englischer Jungen aus verheirateten Familien, die frauenfeindliche Messerstechereien begingen, weil sie ein Video von Andrew Tate gesehen haben?“ Starmer belüge die Öffentlichkeit, um die Zensur der Meinungsäußerung im Internet zu rechtfertigen.
Der User und Autor Carl Benjamin schreibt: „Sie hinterlassen Ihrem Sohn und meinen Söhnen ein Land, in dem sie als Engländer Bürger zweiter Klasse sind. Einen größeren Verrat kann man sich kaum vorstellen.“ Viele halten Starmer zudem Statistiken vor, wonach bestimmte Migranten in Kriminalitätsstatistiken überrepräsentiert seien, verweisen auf das Messerattentat von Southport aus dem Jahr 2024 (bei dem der ruandischstämmige Axel Rudakubana drei Mädchen bei einem Taylor Swift-Workshop erstach) – oder nennen Grooming Gangs, also pakistanische Banden, die systematisch und über Jahrzehnte britische Mädchen sexuell missbrauchten.
Am Montag hatte NIUS die Dokumentation „UK Grooming Gangs“ veröffentlicht. Darin beleuchtet Reporter und Autor Jan A. Karon den Skandal, bei dem sich ein ganzes System von Menschenhandel, Vergewaltigungen und Prostitution etablieren konnte – und in welchem Täter aus Pakistan aus Angst vor Rechtsextremismus- und Islamophobie-Vorwürfen gedeckt wurden.
Für Starmer scheint die Hauptgefahr derweil nicht von zugewanderter Gewalt und Frauenverachtung auszugehen, sondern von Online-Radikalisierung und Incel-Kultur ...
Die Doku „UK Grooming Gangs“ hier anschauen:
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