Mega-spannende Wahlnacht: Wann steht der neue US-Präsident fest?
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Amerika wählt – und wegen des Zeitunterschieds muss sich, wer die Wahlen verfolgen will, die Nacht um die Ohren schlagen. Die ersten Wahllokale an der Ostküste schließen um Mitternacht bis 1.00 Uhr unserer Zeit, die letzten, in Alaska, um 7.00 Uhr.
Nicht in allen 50 Bundesstaaten läuft alles gleich ab. In manchen können early voters schon seit Wochen vorzeitig ihre Stimme abgeben, und mehr als 80 Millionen der ca. 244 Millionen Wahlberechtigten haben von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Die meisten Bundesstaaten beginnen mit der Auszählung der Stimmzettel am Wahltag, in einigen müssen die Beamten mit der Auszählung warten, bis die Wahllokale geschlossen sind.
In den meisten Bundesstaaten ist auch eine Form der Briefwahl möglich, bei der der Wähler im Voraus einen Stimmzettel beantragt, der ihm dann per Post zugeschickt wird, damit er ihn ausfüllen und per Post zurücksenden kann. Nach Bundesrecht sind die Staaten verpflichtet, Briefwahlunterlagen an Wähler des Militärs und an Wähler im Ausland zu versenden. 2020 haben mehr als 938.000 im Ausland lebende Amerikaner und US-Soldaten abgestimmt.

Briefwahl- und persönliche Stimmzettel wurden in der Gemeinde Mount Pleasant, Wisconsin abgegeben.
Ab 1.00 Uhr schließen die ersten Swing States die Wahllokale
Die Staaten regeln die „Bearbeitung“ und Auszählung der Briefwahlunterlagen. In den meisten Staaten dürfen die Beamten die Stimmzettel sofort bearbeiten, was in der Regel bedeutet, dass die Unterschrift auf dem Stimmzettel mit der Unterschrift des Wählers bei der Eintragung in das Wählerverzeichnis abgeglichen wird. In anderen Staaten müssen die Beamten bis zum Wahltag warten, um mit der Bearbeitung der Stimmzettel zu beginnen – was die Veröffentlichung der Wahlergebnisse verzögern kann.
Die Swing States, auf die es ankommt, sind Georgia (Wahllokale schließen 1.00 Uhr unserer Zeit), North Carolina (1.30 Uhr), Michigan (2.00 Uhr), Pennsylvania (2.00 Uhr), Arizona (3.00 Uhr), Wisconsin (3.00 Uhr) und Nevada (4.00 Uhr).
Um 22.00 Uhr beginnt der US-Nachrichtensender CNN die Live-Berichterstattung zur US-Präsidentschaftswahl. Gegen 1.00 Uhr werden wohl die Zahlen aus dem Swing State Georgia eintreffen. Allerdings werden in Georgia Stimmzettel aus dem Ausland sogar noch drei Tage nach der Wahl akzeptiert, was die Auszählung verzögern kann. Eine halbe Stunde später folgt der Swing State North Carolina.

Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Mint Hill, North Carolina.
Müssen wir auf Pennsylvania warten?
Um 2.00 Uhr schließen die Wahllokale in 17 Bundesstaaten, darunter in Pennsylvania, wo die Demoskopen ein besonders knappes Rennen voraussagen. Hier, im 13-Millionen-Einwohner-Staat (19 Wahlmännerstimmen), zählt jede Stimme, ob sie alle in der Wahlnacht ausgezählt werden oder ob wir auf das Ergebnis vielleicht Tage warten müssen, ist offen.
Um 3.00 Uhr schließen mit Michigan, Arizona und Wisconsin drei weitere Swing States ihre Wahllokale, eine Stunde später folgt der letzte: Nevada. Dort ist aber wohl nicht mit einem Ergebnis noch in der Wahlnacht zu rechnen.
Ab 5.00 Uhr kommen die Zahlen von der Westküste, wo allerdings keine Überraschungen zu erwarten sind. Die 54 Wahlmännerstimmen aus Kalifornien gehen sicher an Kamala Harris – so wie die 40 aus Texas an Donald Trump.

Ein Wahllokal in Chicago, Illinois.
Oder steht der Sieger schon um 8.00 Uhr fest?
Ob Harris oder Trump das Weiße Haus erobern, entscheidet sich möglicherweise noch nicht in der Wahlnacht, dazu ist das Rennen zu eng. Gleichzeitig zählt nicht jeder Bundesstaat zügig aus. In einigen erfolgt die Auszählung schnell, weil es Gesetze gibt, die das Verfahren beschleunigen, oder weil die Zahl der Briefwahlen gering ist; in anderen ist die Auszählung langsam, weil es keine solchen Gesetze gibt, aber viele Briefwahlen stattfinden.
Bei den midterm elections, den Halbzeitwahlen 2022, wo die Abgeordneten des Repräsentantenhauses, aber auch viele Senatoren, Gouverneure und Staatsparlamente gewählt wurden, dauerte es einige Tage, bis das Ergebnis feststand.
Sollte entweder Trump oder Harris die klare Mehrheit der Swing States holen, kann das Ergebnis aber auch schon gegen 8.00 oder 8.30 Uhr feststehen. Die „heiße Phase“ beginnt jedenfalls gegen 3.00 Uhr unserer Zeit, wenn die Auszählung in den besonders hart umkämpften Schlüsselstaaten Michigan, Arizona und Wisconsin beginnt.
NIUS ist am Mittwoch, den 6. November 2024, ab 4.00 Uhr mit einem großen US-Wahl-Spezial LIVE!
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Claudio Casula
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