Munitionsmangel +++ Angriffe auf Russland +++ Warnungen von Selenskyj
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Vor über zwei Jahren griff die Russische Föderation in einer umfangreichen Bodeninvasion die Ukraine an. Seitdem wurden große Teile der russischen Offensive zurückgedrängt – nun stagniert der Krieg.
Während beide Seiten Probleme mit der Rekrutierung von neuen Kämpfern haben, fehlt es ganz besonders der Ukraine an Waffen und Munition. Gleichzeitig kommt es vermehrt zu Angriffen der Ukraine auf russische Öl-Raffinerien und Militäranlagen weit hinter dem Frontverlauf.
Am Mittwoch kamen bei einem russischen Beschuss im ostukrainischen Gebiet Charkiw mindestens drei Zivilisten ums Leben – zwei weitere wurden verletzt. Der Gouverneur Oleh Synjehubow berichtete, dass in dem Dorf Lypzi, welches nur zehn Kilometer von der russischen Grenze entfernt liegt, ein Geschäft und eine Apotheke beschädigt wurden. Zudem wurde bei einem separaten Angriff in der Kleinstadt Wowtschansk, etwa 20 Kilometer östlich gelegen, mindestens eine Person durch den Abwurf von zwei Gleitbomben verletzt.

Drei Einwohner starben durch den russischen Beschuss (Quelle: https://t.me/synegubov)
Beschlagnahmte Terror-Waffen gehen nun an die Ukraine
Die US-Regierung hat der Ukraine im Kampf gegen die russische Invasion eine signifikante Unterstützung zukommen lassen, indem sie Tausende beschlagnahmte iranische Kleinwaffen und eine große Menge Munition übermittelte. Diese Waffen wurden zwischen 2021 und 2023 von US-Militär und Verbündeten auf Schiffen ohne Flagge im Arabischen Meer beschlagnahmt, die ursprünglich vom Iran in den Jemen unterwegs waren. Der Iran versorgt seine terroristischen Vertreter mit Waffen, darunter auch die jemenitischen Huthis, die für ihre Angriffe auf Handelsschiffe bekannt sind.
Insgesamt sicherten die Kräfte rund 5000 Sturmgewehre, Scharfschützengewehre, Maschinengewehre sowie etwa 500.000 Schuss Munition. Diese beschlagnahmten Waffenlieferungen verstießen gegen eine UN-Sicherheitsratsresolution, die den Transport solcher Waffen verbietet, weshalb die USA die Munition als ihr Eigentum deklarierten und schlussendlich an die Ukraine schickte.

Das Kalaschnikow-Sturmgewehr gehört zu den meistproduzierten Waffen: Jetzt bekommt die Ukraine die russischen Gewehre, die eigentlich für Terroristen im Jemen bestimmt waren. (Quelle: NEXTA Live)
US-Justizminister Merrick Garland betonte, dass diese Lieferung ein entscheidender Schritt sei, um die destabilisierenden Bemühungen des Irans zu unterbinden und die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russlands brutale, unprovozierte Invasion zu stärken.
Die USA stehen als wichtiger Verbündeter an der Seite der Ukraine, doch weitere militärische Unterstützung im Wert von 60 Milliarden Dollar ist momentan durch politische Differenzen im US-Kongress blockiert. Während der demokratisch kontrollierte Senat dem Paket bereits zugestimmt hat, verzögern Republikaner im Repräsentantenhaus die notwendige Abstimmung bereits seit Wochen.
Zuvor zögerte Biden die Lieferung von Waffen trotz einer „Carte Blanche“ für Rüstungsexporte in die Ukraine heraus.
Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in Anbetracht der prekären Situation in der Ostukraine eindringlich vor einer möglichen Niederlage seines Landes gewarnt. Während einer Videokonferenz von United24, einer von der ukrainischen Regierung ins Leben gerufenen Spendensammelinitiative sagte er: „Ohne die Unterstützung des Kongresses wird es für uns schwierig sein, als Land zu gewinnen oder sogar zu überleben“.
Er warnte auch, dass nach einer Niederlage der Ukraine weitere Staaten von Angriffen bedroht wären, was die globale Sicherheitslage signifikant verschärfen würde.

Marder-Panzer bei einer Übung der Bundeswehr
Rheinmetall hat den Zuschlag für die Lieferung von 20 weiteren Schützenpanzern an die Ukraine erhalten, ein Auftrag der Bundesregierung im Wert von mehreren zehn Millionen Euro. Bis zum Jahresende wird das Unternehmen insgesamt 120 modernisierte „Marder“ Schützenpanzer an die Ukraine übergeben. Zuvor hatte die Bundeswehr bereits 20 eigene Marder-Panzer direkt an die Ukraine gesendet. Mit Hauptsitz in Düsseldorf und dem größten Werk in Unterlüß, Niedersachsen, hat Rheinmetall der Ukraine bereits eine Vielzahl anderer Rüstungsgüter, einschließlich Artillerie- und Panzermunition, zur Verfügung gestellt.
Die Bundesregierung, allen voran Kanzler Olaf Scholz, weigert sich bis dato Taurus-Marschflugkörper zu liefern.
Angriffe auf Russlands Öl-Industrie
In der Nacht zum Dienstag hat die Ukraine einen Drohnenangriff auf ein Fliegerausbildungszentrum in der westrussischen Region Woronesch durchgeführt. Ukrainische Medienberichte deuten darauf hin, dass der Angriff „erheblichen Schaden“ in der Hauptproduktionshalle des Zentrums in der Stadt Borissoglebsk verursacht hat, eine Behauptung, die der ukrainische Militärgeheimdienst bestätigt hat.
Auf der anderen Seite meldeten russische Medien nur geringfügige Beschädigungen, wie kaputte Fenster und leichte Fassadenschäden, deren Unabhängigkeit allerdings nicht überprüft werden kann. Videos des Angriffs zeigen Explosionen und Feuerschein aus der Ferne.
Das russische Verteidigungsministerium gab lediglich den Abschuss von zwei Drohnen über der Region bekannt. Gouverneur Alexander Gussew bestätigte den Drohnenangriff sowie den erfolgreichen Abschuss durch die Flugabwehr.
Die Ukraine hat in den letzten Wochen gezielt russische Ölraffinerien mit Drohnen angegriffen, um die Treibstoffversorgung der russischen Armee zu stören und die Kriegsmaschinerie Moskaus finanziell zu schwächen.
Diese systematischen Angriffe haben in einigen Fällen zu Bränden und Schäden an den Anlagen geführt, die die Arbeit vorübergehend stilllegten.

Ukrainische Drohnen haben die TANECO-Ölraffinerie in Nischnekamsk (Republik Tatarstan) getroffen.
Hinter diesen Aktionen stehen der ukrainische Geheimdienst SBU und die Militäraufklärung HUR, die Drohnen aus eigener Produktion nutzen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass von außen gelieferte Waffen nicht gegen russisches Territorium eingesetzt werden dürfen. Unterstützer der Ukraine fürchten so als „Kriegspartner“ eingestuft zu werden, obwohl dies bereits regelmäßig durch den stellvertretenden Leiter des Sicherheitsrates der Russischen Föderation Dmitri Medwedew geschieht. Dieser droht auch regelmäßig mit Nuklear-Schlägen gegen die NATO und ihre Verbündete.
Die ukrainische Regierung betont, dass es sich bei den Ölanlagen um legitime militärische Ziele handelt, trotz der Bedenken der USA, die eine Eskalation des Konflikts und einen Anstieg der weltweiten Ölpreise befürchten. Hochrangige Politiker in Kiew, darunter Vizeministerpräsidentin Olha Stefanischyna, weisen die Einflussnahme der USA zurück und beharren darauf, den Krieg mit den verfügbaren Mitteln zu führen.
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