Hubschrauber-Vorfall an der Grenze: Polen verstärkt Truppen an NATO-Außengrenze
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- Hubschrauber aus Belarus sind in den polnischen Luftraum eingedrungen
- Polen verstärkt Truppen an Grenze zu Belarus nach Zwischenfall
- Streit zwischen Polen und Ukraine über Getreideabkommen
Polen ist in erhöhter Alarmbereitschaft. Die polnische Regierung wirft Nachbarland Belarus vor, mit Hubschraubern in den polnischen Luftraum eingedrungen zu sein. Als Reaktion darauf wurde die Zahl der Soldaten an der Grenze erhöht. Zwei belarussische Hubschrauber, die in der Nähe der Grenze trainiert hätten, sollen den polnischen Luftraum verletzt haben, zitierte die polnische Nachrichtenagentur PAP das Verteidigungsministerium.
Der Grenzübertritt habe am Dienstag in der Gegend von Bialowieza in einer sehr geringen Höhe stattgefunden, so dass er von Radarsystemen nur schwer habe erfasst werden können. Als Reaktion auf diesen Zwischenfall habe Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak angeordnet, die Zahl der Soldaten zu erhöhen und zusätzliche Ressourcen, darunter Kampfhubschrauber, an der Grenze bereitzustellen, wie es weiter hieß. Die Nato wurde über den Vorfall informiert.

Polens Präsident Andrzej Duda
Polen und Ukraine streiten sich
Das ist aber nicht die einzige politische Spannung, die Polen gerade zu schaffen macht: Wegen einer Äußerung eines polnischen Staatssekretärs über angeblich mangelnde ukrainische Dankbarkeit haben beide Länder ihre Botschafter einbestellt. Der außenpolitische Berater von Polens Präsidenten Andrzej Duda, Marcin Przydacz, hatte am Montag im Fernsehen Importbeschränkungen für ukrainische Agrarprodukte – wie etwa Raps, Getreide und Sonnenblumenkerne – verteidigt. Von Kiew forderte er mehr Dankbarkeit.
„Die Ukraine sollte damit beginnen, das zu schätzen, was Polen für sie getan hat“, sagte er. Daraufhin wurde in Kiew der polnische Botschafter einbestellt. Ihm wurde übermittelt, die Äußerungen von Przydacz seien „inakzeptabel“.
Warschau, das seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor mehr als 17 Monaten als einer der engsten Partner Kiews gilt, reagierte daraufhin verärgert: „In der internationalen Politik darf es unter Kriegsbedingungen und unter Berücksichtigung der riesigen Unterstützung Polens für die Ukraine nicht zu solchen Fehlern kommen“, schrieb der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bei Twitter. Polen bestellte seinerseits den ukrainischen Botschafter in Warschau ein.
Später schlug dann der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wieder versöhnlichere Töne an: „Wir werden nicht zulassen, dass irgendwelche politischen Momentaufnahmen die Beziehungen zwischen dem ukrainischen und dem polnischen Volk zerstören“, schrieb er auf Twitter.
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