Nach Messerangriff mit 3 Toten in Southport: Erneut schwere Krawalle in England
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Bei neuen Protesten nach der Messerattacke von Southport ist es in Großbritannien erneut zu schweren Ausschreitungen gekommen, bei denen Polizisten angegriffen wurden. Wie die BBC berichtet, setzte in der nordostenglischen Stadt Sunderland ein Mob ein Gebäude neben einer Polizeistation in Brand. Nahe einer Moschee wurden Beamte mit Feuerlöschern, Steinen und Bierflaschen beworfen, ein Auto wurde angezündet, ein Taxi angegriffen. Die Northumbria Police sprach von „schwerer Gewalt gegen die Polizei“.
Demnach sollen drei Polizisten noch am Freitagabend ins Krankenhaus eingeliefert worden sein. Insgesamt acht Personen wurden wegen ihrer Beteiligung an Gewalttaten in der Stadt festgenommen. Bei der Demonstration sollen auch einwanderungsfeindliche Parolen skandiert worden sein.

Polizisten in Sunderland. Aus einem Rauchtopf strömt blauer Rauch.

Feuerwehrleute kümmern sich um ein brennendes Polizeiauto.
In sozialen Medien veröffentlichte Aufnahmen zeigten, wie Hunderte Menschen im Stadtzentrum von Sunderland im Nordosten Englands randalierten, die Polizei angriffen und mindestens ein Auto in Brand steckten.
🏴 The people of Sunderland revolt!
— The Based Paddy ☘️ (@BasedPaddy) August 2, 2024
That's two police stations which have been burnt to the ground
Starmer must resign now pic.twitter.com/4RvKtmKDGM
„Das ist Kriminalität und Chaos“
Innenministerin Yvette Cooper kündigte an, kriminelle Angreifer würden einen „Preis für die Gewalt zahlen“. Sie fügte hinzu: „Die Polizei hat die uneingeschränkte Unterstützung der Regierung, so energisch wie möglich vorzugehen und sicherzustellen, dass die volle Härte des Gesetzes zum Tragen kommt.“ Die Bürgermeisterin der Region North East, Kim McGuinness von der Regierungspartei Labour, schrieb auf der Plattform X: „Das sind keine Proteste. Das ist Kriminalität und Chaos. Ihr sprecht nicht für Sunderland.“
I’m appalled by scenes from Sunderland. Make no mistake, if your response to tragedy is to use it to commit violence, to abuse others, attack the Police and damage property you stand for nothing except thuggery. It’s not protest. It’s crime and disorder. You don’t speak for…
— Kim McGuinness (@KiMcGuinness) August 2, 2024
Bereits in den vergangenen Tagen hatte es in mehreren Städten Ausschreitungen gegeben, darunter auch im Londoner Regierungsviertel. Allein in der britischen Hauptstadt wurden mehr als 110 Menschen festgenommen. Premierminister Keir Starmer hat ein hartes Durchgreifen gegen Randalierer angekündigt. Der Regierungssitz in der Downing Street wurde im Gedenken an die Opfer und alle Betroffenen pink angeleuchtet.

Der Regierungssitz in der Downing Street in pinken Farben.
Hintergrund der Randale ist die Bluttat von Southport. Am vergangenen Montag hatte ein 17-Jähriger in der westenglischen Küstenstadt Southport bei einem Messerangriff in einer Tanzschule drei Kinder getötet und zehn Personen verletzt. Der Täter wurde als Axel Rudakubana identifiziert, dessen Eltern aus Ruanda stammen. Inzwischen wurde er dem Haftrichter vorgeführt und für dreifachen Mord und zehnfachen versuchten Mord angeklagt. Die Tat hatte eine Debatte um schwere Gewalt von Zuwanderern befeuert.

Polizeibeamte stehen vor einer beschädigten Metzgerei in der Murray Street in Hartlepool.
Vor dem Wochenende bereiten sich unterdessen zahlreiche Städte auf schweren Ausschreitungen vor. Insbesondere in London hat die Metropolitan Police mitgeteilt, dass sie ihre Zahl der Polizisten im Stadtgebiet erhöht habe. In London sind am heutigen Samstag ein pro-palästinensischer Marsch sowie eine Kundgebung gegen Einwanderung geplant. Auch Gegenprotest soll angemeldet worden sein. Zahlreiche Moscheen in Großbritannien verstärkten zudem ihre Sicherheitsmaßnahmen.
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