NIUS auf der „Charles de Gaulle“: So fährt ein Flugzeugträger emissionsfrei durch die Meere
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- Der Flugzeugträger Charles de Gaulle ist der einzige Flugzeugträger außerhalb der US-Navy, der nuklear angetrieben wird.
- Die Energie der Reaktoren wird für den Betrieb der „Stadt auf dem Meer“ auch benötigt.
- NIUS durfte an Bord gehen und 2000 Seeleuten bei der Arbeit über die Schulter schauen.
Tag und Nacht ist dieser fahrende Flughafen mit dem Namen „Charles de Gaulle“ in Einsatzbereitschaft. Wenn die Alarm-Sirene ertönt, muss innerhalb von drei Minuten ein Flugzeug in der Luft sein. Damit ein Flugzeug auf offenem Meer so schnell in die Lüfte geht, ist viel „Man Power“ nötig. NIUS durfte für einen Tag bei der französischen Marine an Bord gehen.
Das Video dazu finden Sie hier:
Emissionsfrei durch die Weltmeere
Mit 42.500 Tonnen ist der 261,5 Meter lange Flugzeugträger kein Schnellboot. Doch 1000 Kilometer pro Tag schafft der Koloss problemlos bei einer Spitzengeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde. Die Leistung dafür liefern zwei Atomreaktoren, die emissionsfrei eine Leistung von jeweils 150 Megawatt abliefern.

40 Flugzeuge finden auf der „Charles de Gaulle“ Platz
Damit könnte man etwa 550.000 Haushalte mit Strom versorgen. Doch allein der Propeller verbraucht 20 Megawatt Leistung, um den Flugzeugträger in Bewegung zu halten. Darüber hinaus ist das dampfbetriebene Katapultsystem ebenfalls sehr energiehungrig. Kein Problem auf der „Charles de Gaulle“.

Viele Fahrstühle in Deutschland sind langsamer: In circa 15 Sekunden wird ein Kampfjet aus dem Hangar auf das Deck gehoben.
Platz an Bord für 40 Flugzeuge
Auf hoher See ein Flugzeug in die Luft bringen. Das ist ein kompliziertes Unterfangen – da wundert es nicht, dass 2000 Besatzungsmitglieder nötig sind: Geschwindigkeit des Trägers, Geschwindigkeit des Winds, Luftraum, richtige Einstellung des Katapults und dann noch ein korrekt bewaffnetes sowie betanktes Flugzeug am richtigen Ort.

Das „Auge“ des Flugzeugträgers. Ein Northrop Grumman E-2C Hawkeye kurz vor dem Start.
Alle Faktoren laufen dann zusammen, um die Flugzeuge des Typs Dassault Rafale und E-2C Hawkeye in die Luft zu katapultieren.

NIUS-Reporter Philippe Fischer berichtet vom Deck der „Charles de Gaulle“: „Der Lärm ist so ohrenbetäubend, dabei habe ich Lärmschützer in und auf den Ohren. Sogar das Mikrofon der Kamera hat zeitweise versagt.“
Für jedes Gewerk gibt es übrigens eine Farbe. Die Besatzungsmitglieder sind entsprechend gekleidet:
- Rot: Von den Franzosen nur „Les Boom“ genannt, sind diese Seeleute für die Munitionierung der Jets verantwortlich
- Gelb: Verantwortlich für die Flugbewegungen an Bord, müssen sie immer den Überblick wahren und auch mal laut werden. Deshalb der Begriff unter Seeleuten: „Chiens jaunes“ (zu Deutsch: gelbe Hunde)
- Grün: Diese Leute sind für die Instandhaltung der Flugzeuge verantwortlich
- Weiß: Einspannen des Flugzeugs in das Katapultsystem und Verantwortung dafür
- Braun: Rangierfahrer, die das Flugzeug an Deck steuern
- Blau: Seeleute mit Hilfsaufgaben

Die „Boom“-Seeleute bei der Arbeit
23 Jahre im Dienst, 20 Jahre werden folgen
Die „Charles de Gaulle“ wurde im Jahr 2001 in den Dienst gestellt. Beim Rundgang an Bord bemerkt man das Alter jedoch nicht. Dennoch: Die französische Marine will wachsen – ein Nachfolger befindet sich bereits im Bau und wird deutlich größer sein. Mit etwa 3.000 Personen Besatzung und einem Gewicht von etwa 75.000 Tonnen wird der französische Träger in Europa neue Standards setzen. An die US-Flugzeugträger der Nimitz-Klasse (5.000 Mann Besatzung, >100.000 Tonnen) kommen sie dennoch nicht heran. Geplante Auslieferung des „Charles de Gaulle“-Nachfolger: im Jahr 2038.

Etwa 140 Dezibel hat ein Kampfjet bei einer Entfernung von circa 20 Metern. Ohne Schutz könnte sich das Ohr bei dem Schalldruck verletzen.
Übrigens: Gegen Angriffe ist so ein Flugzeugträger nicht optimal geschützt. Deshalb fahren die Kolosse der Meere in einer sogenannten „Aircraft Carrier Strike Group“ (zu deutsch: Flugzeugträger-Kampfgruppe). Dazu gehören unter anderem Zerstörer und U-Boote, welche die „Charles de Gaulle“ schützen. NIUS war auch auf einem U-Boot der Gruppe an Bord.
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Philippe Fischer
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