Schüsse auf Trump-Plakat live im Fernsehen! Iranische Propaganda will Bevölkerung einschüchtern
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Ein Fernsehstudio wird zur Waffenbühne. Vor laufender Kamera hält ein Moderator ein Sturmgewehr in den Händen. Neben ihm steht ein Soldat, erklärt die Handgriffe, zeigt, wie die Waffe entsichert und durchgeladen wird. Später nimmt der Moderator noch ein Scharfschützengewehr in die Hand, richtet den Lauf nach vorn – auf ein Plakat von Donald Trump. Schüsse fallen. Keine Szene aus einem Kriegsfilm, sondern Propaganda im iranischen Staatsfernsehen.
Es ist eine Inszenierung, die bewusst martialisch wirkt: Moderatoren mit Sturmgewehren, Soldaten im Studio, eine Kulisse, die Krieg und Mobilisierung zeigen soll. In mehreren Sendungen des iranischen Staatsfernsehens wurden zuletzt Waffen vorgeführt. Nach Angaben von Iran International erklärten TV-Moderatoren dabei, sie würden grundlegenden Umgang mit Waffen lernen – und sich dem Krieg anschließen, falls es notwendig werde.
Moderatorin im TV: „Ich werde kämpfen und sterben“
In einer anderen Sendung hält eine verschleierte Moderatorin ein Sturmgewehr in die Kamera und erklärt ihre Opferbereitschaft. Auf dem Vanak-Platz in Teheran sollen Regimeanhänger zudem öffentlich von Soldaten lernen können, wie man Waffen einsetzt, wird verkündet.

Vor laufender Kamera ruft eine Islamistin ihr Märtyrer-Dasein aus.
Mobilisierung der Zivilbevölkerung
Offiziell will das Regime Stärke zeigen – gegen äußere Feinde, gegen Israel, gegen die USA, gegen eine angebliche Invasion. Doch die Botschaft richtet sich mindestens genauso nach innen. Denn eine bewaffnete Zivilbevölkerung könnte gegen Luftangriffe kaum etwas ausrichten. Gegen unbewaffnete Gegner des Regimes aber sehr wohl. Genau darin liegt die Drohung: Wer sich gegen die Islamische Republik stellt, soll sehen, dass die Anhänger des Regimes bereitstehen.
6.500 Menschen als „Verräter und Spione“ im Iran festgenommen
Die martialischen TV-Bilder, die etwa Maschinengewehre präsentieren und erklären, kommen in einer Phase, in der Teheran die eigene Bevölkerung massiv einschüchtert. Staatsmedien sprechen von „hybrider Kriegsführung“, von „wachsenden Bedrohungen“ und einer möglichen neuen Konfliktphase. Gleichzeitig werden Hinrichtungen öffentlich gemacht, erzwungene Geständnisse ausgestrahlt, Regimekritiker verfolgt. Irans Polizeichef Ahmadreza Radan brüstete sich laut Frankfurter Allgemeine Zeitung damit, seit Beginn des Krieges mehr als 6.500 angebliche „Verräter und Spione“ festgenommen zu haben.

Regimetreue Bürger werden im Umgang mit der Waffe geschult – live im Fernsehen.
Hinrichtungen werden öffentlich gefeiert
Die Repressionswelle reicht weit über Propaganda hinaus. Laut einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Mehr wurden 29 angebliche „Rädelsführer“ hingerichtet, weitere Personen erhielten lange Haftstrafen. Außerdem sollen Besitztümer von Hunderten Menschen beschlagnahmt beziehungsweise enteignet worden sein, die mit Exilmedien zusammengearbeitet haben sollen. Die Justiz verkauft all das als Erfolg – tatsächlich ist es eine Warnung an alle, die noch Widerstand wagen.
„Die Menschen im Iran wachen fast täglich mit der Nachricht von Hinrichtungen auf“, sagt Nassim Papayianni von Amnesty International gegenüber der BBC. „Sie instrumentalisieren die Todesstrafe als Werkzeug der politischen Unterdrückung, um Angst in der Bevölkerung zu schüren und im Grunde jeglichen möglichen Widerspruch zu zerschlagen und zu ersticken.“ Im vergangenen Jahr vollzog der Iran laut Amnesty International 2.159 Hinrichtungen – die höchste Zahl seit 1981.
Trump übt weiterhin Verhandlungsdruck aus
Währenddessen versucht US-Präsident Donald Trump, den Druck für Verhandlungen mit dem Iran aufrechtzuerhalten. Er betont weiterhin, dass eine Atombombe „absolutely unacceptable“ sei. Am Montagabend schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social:

„Ich wurde vom Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani, vom Kronprinzen von Saudi-Arabien, Mohammed bin Salman Al Saud, und vom Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohamed bin Zayed Al Nahyan, gebeten, unseren geplanten militärischen Angriff auf die Islamische Republik Iran – der für morgen angesetzt war – auszusetzen; dies geschieht vor dem Hintergrund, dass nun ernsthafte Verhandlungen stattfinden und dass ihrer Meinung nach – als große Führungspersönlichkeiten und Verbündete – ein Abkommen zustande kommen wird, das für die Vereinigten Staaten von Amerika sowie für alle Länder im Nahen Osten und darüber hinaus höchst akzeptabel sein wird.
Dieses Abkommen wird – und dies ist von entscheidender Bedeutung – beinhalten: KEINE ATOMWAFFEN FÜR DEN IRAN! Aus Respekt vor den oben genannten Führungspersönlichkeiten habe ich den Kriegsminister Pete Hegseth, den Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs, General Daniel Caine, sowie das US-Militär angewiesen, den für morgen geplanten Angriff auf den Iran NICHT durchzuführen; zugleich habe ich ihnen jedoch die weitere Anweisung erteilt, jederzeit – mit sofortiger Wirkung – bereit zu sein, einen umfassenden, großangelegten Angriff auf den Iran zu starten, sollte kein akzeptables Abkommen erzielt werden.“
Den Druck von außen scheint das Mullah-Regime nach innen weiterzugeben: Gehorsam des Volkes wird erzwungen. Die Bilder aus dem Staatsfernsehen sollen Kampfbereitschaft zeigen – aber sie zeigen vor allem Nervosität. Ein System, das seine Moderatoren mit Sturmgewehren posieren lässt, sendet nicht nur Botschaften an die Feinde im Ausland. Es sendet sie an die eigene Bevölkerung: Wir sehen euch. Wir sind bewaffnet. Und wir sind bereit, auch Kritiker zu vernichten.
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Philippe Fischer
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