Stromausfall legt ganz Spanien lahm – auch Regionen in Frankreich und Portugal sind betroffen
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Ein massiver Stromausfall hat am Montagmittag weite Teile Spaniens und Portugals erschüttert. Auf dem Festland der Iberischen Halbinsel waren Millionen Menschen betroffen, nachdem plötzlich Ampeln ausfielen, Züge zum Stillstand kamen und selbst Sportveranstaltungen unterbrochen werden mussten.
Obwohl die Arbeiten zur Wiederherstellung der Stromversorgung voranschreiten, ist die Lage weiterhin ernst. Nach Angaben des spanischen Stromnetzbetreibers Red Eléctrica wurde die Versorgung in Regionen wie Katalonien, Aragonien, dem Baskenland, Galicien, Asturien, Navarra, Kastilien und Leon, Extremadura und Andalusien teilweise wiederhergestellt. Dennoch kommt es weiterhin in vielen Teilen des Landes zu Ausfällen und erheblichen Einschränkungen. Bereits zuvor hatte Red Eléctrica erklärt, dass die Stabilisierung des Netzes mehrere Stunden dauern könnte.
Ministerpräsident Pedro Sánchez berief eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates ein. Die Ursachen des Ausfalls werden weiterhin untersucht. Spaniens nationales Institut für Cybersicherheit prüft einen möglichen Hackerangriff, doch EU-Ratspräsident António Costa betonte, es gebe bisher keine Hinweise auf eine Cyberattacke. Auch die EU-Kommission verfolgt die Entwicklungen aufmerksam.
Störungen im Alltag und im öffentlichen Leben
In vielen Städten blieb der Alltag am Montag massiv gestört. Besonders im Verkehr kam es zu erheblichen Problemen: Ampeln fielen aus, U-Bahnen blieben in Tunneln stecken, Aufzüge funktionierten nicht. Menschen mussten von Rettungskräften aus Fahrstühlen und U-Bahntunneln befreit werden. Krankenhäuser konnten dank Notstromaggregaten weiterarbeiten, teilte das Gesundheitsministerium mit.
Kleine Betriebe, vor allem in Ortschaften wie Premià de Mar bei Barcelona, litten besonders unter den Ausfällen. Viele Geschäfte und Gaststätten mussten schließen. In Eisdielen bangen Verkäufer um ihre Vorräte: „Ein paar Stunden können wir noch überbrücken, dann ist das Eis verloren“, sagte eine Mitarbeiterin. In den Straßen dominierte das Thema „Luz“ – Strom – die Gespräche. Nachbarn tauschten von Balkon zu Balkon Neuigkeiten und Gerüchte aus.

Auch das Masters-1000-Tennisturnier in Madrid wurde unterbrochen. Ein normaler Ablauf war wegen der anhaltenden Stromprobleme nicht möglich.
Bahn- und Flugverkehr weiter beeinträchtigt
Der Bahnverkehr kam in Spanien nahezu vollständig zum Erliegen. Nach Angaben der Bahngesellschaft Renfe standen alle Züge still. Eine Wiederaufnahme des Fern- und Regionalverkehrs sei vorerst nicht absehbar, teilte Verkehrsminister Óscar Puente auf X mit.

Fahrgäste warten vor dem Bahnhof Atocha
Auch an Flughäfen sorgt der anhaltende Stromausfall für große Probleme. Spaniens Flughafenbetreiber Aena berichtete von zahlreichen Zwischenfällen. Aufnahmen zeigten gestrandete Passagiere, ausgefallene Rolltreppen und geschlossene Bereiche. Passagiere wurden aufgerufen, sich direkt an ihre Fluggesellschaften zu wenden.

Eine ausgefallene Rolltreppe zwingt die Passanten zum Sport.
Portugal und Frankreich ebenfalls betroffen
Auch Portugal war schwer von dem Blackout betroffen. Der Sender RTP berichtete von Ausfällen im gesamten Land. Portugals Verteidigungsminister Nuno Melo rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Der portugiesische Netzbetreiber REN machte eine Störung im spanischen Stromnetz verantwortlich, die durch ein „seltenes atmosphärisches Phänomen“ verursacht worden sein soll. Experten rechnen damit, dass die vollständige Normalisierung noch Tage dauern könnte.
In Frankreich kam es ebenfalls zu kurzzeitigen Stromausfällen, insbesondere im Baskenland. Der Kleinstaat Andorra konnte seine Stromversorgung hingegen nach wenigen Sekunden wieder herstellen, da eine automatische Umschaltung auf französische Leitungen griff.
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