Wahlsieg Zohran Mamdanis fast sicher: Bekommt New York einen Islamo-Sozialisten als Bürgermeister?
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Zohran Mamdani könnte bald als erster Muslim die Weltstadt regieren. Mit ihm käme ein Linksaußen ins Amt, der Verbindungen zu islamistischen Bewegungen und Personen hat. Ein Angstkandidat der Wirtschaft – und vieler Juden.
Der eben 34 Jahre alt gewordene Zohran Kwame Mamdani wanderte 1999 mit seinen Eltern nach der Zwischenstation Südafrika nach Amerika ein. Da war der Sohn einer indischen Mutter und eines indischen Vaters, dessen Vorfahren bereits im frühen 20. Jahrhundert nach Uganda ausgewandert waren, sieben Jahre alt. Seine US-Staatsbürgerschaft erwarb er mit 27 Jahren.
Bei der Bürgermeisterwahl am 4. November tritt Mamdani, heute Abgeordneter im Parlament des Bundesstaats New York, gegen den republikanischen Kandidaten Curtis Sliwa und gegen den ebenfalls der Demokratischen Partei angehörenden, diesmal jedoch als Unabhängiger kandidierender Amtsinhaber Eric Adams an. Als erklärtem Linken ist Mamdani der Wahlsieg kaum zu nehmen, wählen die New Yorker doch traditionell Demokraten.
Linksaußen-Bürgermeister in einer Stadt mit 350.000 Millionären?
Damit beginnt nicht nur für die 350.000 Millionäre in der Metropole das große Zittern, denn Zohran Mamdanis Agenda ist ein großes Umverteilungsprogramm, er will die Reichen mit hohen Steuern abschöpfen und eine Deckelung für die mehr als eine Million sozial gebundenen Wohnungen in New York City. Wertverluste in gigantischem Ausmaß drohen. Im Wahlkampf setzte Mamdani unter dem Stichwort „Affordability“ (Bezahlbarkeit) auf das Thema der tatsächlich seit den Corona-Jahren stark gestiegenen Lebenshaltungskosten.

Mamdanis Statement kurz nach dem 7. Oktober: Klar auf der Seite der Palästinenser.
So fordert Mamdani, Mitglied in der Partei der Demokratischen Sozialisten, kostenlosen Busverkehr und von der Stadt betriebene Supermärkte. Kein Wunder, dass Donald Trump nach Mamdanis Sieg bei den Vorwahlen außer sich war: „Ein 100 Prozent kommunistischer Verrückter hat gerade die Vorwahlen der Demokraten gewonnen und ist auf dem Weg, Bürgermeister zu werden.“ Und eben legte der US-Präsident nach: „Das ist eine Katastrophe, die nur darauf wartet, zu passieren. Wir können keinen Kommunisten an der Spitze von New York City haben!“
Auch sonst setzt Mamdani auf alle Leib- und Magenthemen der Linken: Vor Jahren forderte er in einem Post auf der Plattform X (Twitter) „Defund the Police“, weil er der Polizei pauschal rassistische und anti-queere Einstellungen vorwarf. Er sähe das NYPD lieber durch Sozialarbeiter ersetzt. Mamdani war Mitinitiator eines Gesetzesentwurfs, der die Unterbringung von Häftlingen nach ihrer selbst deklarierten Geschlechtsidentität vorsieht – eine Politik, die in anderen Bundesstaaten zu Gewalt und sogar zu Schwangerschaften in Frauengefängnissen geführt hat. Er sprach sich dafür aus, illegale Einwanderer während strafrechtlicher Ermittlungen vor Strafverfolgung zu schützen und unterstützte kostspielige Verpackungsvorschriften, die kleine Unternehmen belasten und damit auch die Kunden.
Ausgeprägte muslimische Identität
Mamdani hat bereits erklärt, er werde seine „Macht nutzen, um Donald Trumps Faschismus abzulehnen“. Der nennt ihn „Commie Mamdani“, weil er ihn für einen lupenreinen Kommunisten hält. Die beiden dürften im Fall eines Wahlsiegs Mamdanis – zwischen 750.000 und einer Million New Yorker sind Muslime, mehr als in jeder anderen Stadt der USA – hart aneinandergeraten.
Neben seinen dezidiert linken Forderungen ist vor allem Mamdanis Nähe zu radikal-islamischen Vertretern bedenklich, vor allem für die jüdische Bevölkerung New Yorks – mit rund zwölf Prozent Anteil fast eine Million Einwohner. Denn: Der Kandidat der Demokraten scheute nicht die Nähe von Islamisten. Der Times erzählte er von den Momenten im Wahlkampf, in denen er die stärkste Verbindung zur Stadt fühlte – nämlich während des Ramadans, als er etliche Moscheen besuchte.

Schon in jungen Jahren mit Palästinensertuch unterwegs: Zohran Mamdani (rechts).
2019 erzählte Mamdani in einem Video, er sei als Kind mit einem weiteren muslimischen Mitschüler vom Lehrer aufgefordert worden, lieber den Klassenraum zu verlassen, weil sie nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 von den anderen Schülern bedrängt werden könnten – womit er sich als Opfer von 9/11 gerierte.
Schon in jungen Jahren Palästina-Aktivist
Mamdanis Vater Mahmood, ein linker Professor an der Columbia University, der sich auf Postkolonialismus spezialisiert hat, reagierte auf den 11. September mit einem Buch, in dem er die USA dafür verantwortlich machte, den Angriff selbst provoziert zu haben, und sich über „Islamophobie“ beschwerte. Er fiel mit zahlreichen Statements auch in sozialen Netzwerken auf, die eine ausgeprägte antiisraelische Einstellung und viel Verständnis für islamistische Terrorgruppen bezeugen. Die Hamas hält Mamdanis Vater für eine „Widerstandsgruppe“. Zohran Mamdani ist seit kurzem mit einer texanischen Illustratorin verheiratet, deren Eltern aus Syrien stammen,
Er selbst macht aus seiner Abneigung gegen den jüdischen Staat ebenfalls keinen Hehl. Während seines Studiums am Bowdoin College gründete er die „Students for Justice in Palestine“ (SJP) mit, war schon 2013 an antiisraelischen Kampagnen beteiligt und pflegte engen Kontakt zu Terrorbefürwortern wie As’ad Abdul Khalil.
In Musikvideos pries Mamdani als mäßig erfolgreicher Rapper Young Cardamom bzw. Mr. Cardamom die Holy Land Five, eine fünfköpfige Gruppe, die in direkter Verbindung zur Hamas stand und wegen der Finanzierung der Terrororganisation verurteilt worden war.

Mamdanis Ankündigung, den Geldfluss an „jüdische Siedler“ zu unterbinden.
Treffen mit radikalem Imam
2017 arbeitete Zohran Mamdani, der offen die vehement israelfeindliche Bewegung BDS unterstützt, für den Kandidaten Khader El-Yateem bei den Democratic Socialists of America (DSA) während der Wahlkampagne für den New Yorker Stadtrat. El-Yateem teilt extrem antiisraelische und terrorverherrlichende Beiträge in Social Media, was damit auch auf Mamdani zurückfällt. Seit dem Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 verteidigt er, ein lutherischer Pfarrer (!), den Terror der Islamisten, leugnet die Vergewaltigungen und die Folter von Geiseln und behauptet, im Gazastreifen fände ein Genozid statt.
Da nimmt es nicht wunder, dass das Council on American-Islamic Relations (CAIR), der Rat für amerikanisch-islamische Beziehungen – die größte muslimische Bürgerrechts- und Interessenvertretung in den Vereinigten Staaten – Mamdanis Wahlkampagne über den Unity & Justice Fund nicht unerheblich mitfinanzierte.
In der vergangenen Woche präsentierte sich Zohran Mamdani strahlend mit dem radikalen Imam Siraj Wahhaj, der mit schwulenfeindlichen Ausfällen und vor allem seinen Verbindungen zu Terroristen Aufsehen erregte. Obwohl er die Gesetze der Scharia für die Vereinigten Staaten vorsieht, ist er für Mamdani „einer der wichtigsten muslimischen Führer des Landes“.

Mamdani (Mitte) posiert mit dem Imam Siraj Wahhaj (rechts).
Die Juden der Stadt machen sich Sorgen
Zohran Mamdani selbst ist ein bisschen vorsichtiger geworden, lässt aber keine Zweifel an seinen Einstellungen aufkommen. Insbesondere seit dem von den palästinensischen Dschihadisten verübten Massakern des 7. Oktober spricht Mamdani, der dem jüdischen Staat schon zuvor „Apartheid“ unterstellt hatte, von einem „Völkermord“ im Gazastreifen. Erst kürzlich wollte er sich, nach der Entwaffnung der Hamas gefragt, um eine klare Antwort herumdrücken, und den Slogan „Globalize the Intifada“ meidet er nun, weil das die jüdischen Wähler verschrecken könnte.
Die sind in ihrer Einschätzung Mamdanis durchaus nicht einer Meinung. Völlig unreligiöse und dem linken Lager zugeneigte New Yorker Juden sehen über Mamdanis manifeste antiisraelische Haltung hinweg, wenn sie keine starke Verbindung zum jüdischen Staat haben (den Mamdani nicht so nennen mag) und ihnen die „Bezahlbarkeit“ des Lebens in der Metropole wichtiger ist.
Andererseits leben nirgendwo außerhalb Israels so viele Juden in New York. Dort mehren sich die Attacken auf sie, bei den Hassverbrechen in der Stadt sind Juden weitaus überwiegend die Opfer. Einer Umfrage vom Juli dieses Jahres zufolge glauben 58 Prozent von ihnen, dass ihr Leben unsicherer wird, falls man Mamdani zum Bürgermeister wählt. Der tut sich weiter schwer, islamistischen Terror zu verurteilen und wirft Israel stattdessen „schreckliche Kriegsverbrechen“ und einen „genozidalen Krieg in Gaza“ vor, lässt sich aber auch mal in einer Synagoge blicken, um die jüdischen New Yorker nicht vollständig zu verschrecken.
Ein neuer Ken Livingstone?
Hinzu kommt: In New York City kontrolliert der Bürgermeister die Polizei und den Polizeikommissar. Die Meinung des Bürgermeisters bestimmt, wie die Polizei eingesetzt wird – ob zum Schutz der Gemeinden oder um Demonstrationen außer Kontrolle geraten zu lassen.

Mamdani lässt sich in Queens von muslimischen Anhängern feiern.
Wenn er auch sonst mit der Polizei nicht viel anfangen kann, hat Mamdani darüber hinaus angekündigt, Israels Premier Benjamin Netanjahu verhaften zu lassen – obwohl die USA den Internationalen Strafgerichtshof in den Haag, der einen Haftbefehl erlassen hat, nicht anerkennen. Das wird nicht der einzige Punkt sein, an dem sich US-Präsident Donald Trump und ein Bürgermeister Zohran Mamdani fetzen werden.
Gut 24 Jahre nach dem 11. September wird wohl ein Muslim New York regieren, der Sympathien für radikale Islamisten hat – kein schöner Gedanke. Zudem könnte Mamdani, der für das Massaker an 1.200 Menschen in Israel keinerlei mitfühlende Worte fand, die Ächtung des jüdischen Staates salonfähig machen. Ganz konkret kündigte er auch an, im Falle seiner Wahl eine dauerhafte Desinvestition aus Israel-Anleihen zu unterstützen (zuvor hatte die Stadt lange Millionen in israelische Staatsanleihen investiert).
Eben bezeichnete der konservative Rabbi Elliot Cosgrove, den Kandidaten als „Gefahr für die Sicherheit der jüdischen Gemeinde in New York“. Er verwies auf Mamdanis Weigerung, den Slogan „Globalisiert die Intifada“ zu verurteilen, seine Weigerung, Israels Recht auf Existenz als jüdischer Staat anzuerkennen, seine Ankündigung, Premierminister Benjamin Netanjahu zu verhaften, und seine wiederholten Vorwürfe des Völkermords gegen Israel: „Eine Stimme für Mamdani ist eine Stimme gegen die Interessen der Juden.“
Bei der Wahl am 4. November geht es also nicht nur darum, wie hoch Mieten und Supermarktpreise sein dürfen. Mit Mamdani könnte ein zweiter Ken Livingstone auf die Bühne treten. Der Linke Livingstone („Red Ken“) war von 2000 bis 2008 Bürgermeister von London und für antisemitische Ausfälle berüchtigt, die ihm schließlich den Ausschluss aus der Labour-Partei einbrachten. Zohran Mamdani fängt allerdings gerade erst an.
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Claudio Casula
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