„Wir gewinnen nicht“: Der ukrainischen Armee fehlt es an Soldaten und Unterstützung
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Zwanzig Monate nach Kriegsbeginn befindet sich ein Fünftel des ukrainischen Territoriums immer noch unter russischer Besatzung. Die ehemaligen Verbündeten haben sich zum Teil abgewandt, doch Präsident Selenskyj schließt Verhandlungen aus.
Der Krieg in der Ukraine hat sich zu einem zermürbenden Stellungskrieg entwickelt. Präsident Selenskyj spürt, dass das weltweite Interesse am Krieg nachgelassen hat und die internationale Unterstützung abnimmt. Er bemerkt im Gespräch mit dem Time Magazine besorgt: „Das Erschreckendste ist, dass sich ein Teil der Welt an den Krieg in der Ukraine gewöhnt hat.“
Friedensvertrag – für Selenskyj weiterhin tabu
Ein Vertrauter von Selenskyj fühlt sich von den westlichen Verbündeten im Stich gelassen. Sie hätten der Ukraine „nicht die Mittel gegeben, den Krieg zu gewinnen, sondern nur zu überleben“.
Trotz Rückschlägen auf dem Schlachtfeld hat Selenskyj nicht vor, den Kampf aufzugeben oder Frieden zu suchen. Sein Glaube an einen ukrainischen Sieg über Russland hat sich sogar verfestigt, was einige seiner Mitstreiter beunruhigt.
Ein enger Berater äußerte frustriert: „Er täuscht sich selbst. Wir haben keine Optionen mehr. Wir gewinnen nicht“, sagte er dem Time Magazine. Die Möglichkeit, mit den Russen einen Friedensvertrag auszuhandeln, bleibt tabu. Aktuelle Umfragen zeigen, dass die meisten Ukrainer einen solchen Schritt ablehnen würden, insbesondere wenn er den Verlust besetzter Gebiete beinhalten würde.

Der ukrainische Präsident Selenskyj beklagt nachlassendes Interesse am Krieg in seinem Land.
Selenskyjs oberste Priorität seit Beginn der russischen Invasion war es, die Aufmerksamkeit auf die Ukraine zu lenken und die demokratische Welt für seine Sache zu mobilisieren. Doch der Kriegsausbruch in Israel hat die Aufmerksamkeit der Verbündeten der Ukraine und der globalen Medien in andere Richtungen gelenkt.
Selenskyj wollte Israel unterstützen, aber seine Bitte um einen Besuch wurde abgelehnt – es sei „nicht der richtige Zeitpunkt“.
Die Ukrainer haben ihre Taktik geändert, um den Krieg zu gewinnen. Sie haben die Produktion von Drohnen und Raketen erhöht, um russische Versorgungsrouten und Kommandozentren zu attackieren. Als Reaktion darauf haben die Russen ihre Bombenangriffe auf Zivilisten intensiviert und die ukrainische Infrastruktur angegriffen.
Waffenhandel mit Russland und der heimische „Volkssturm“
Seit August 2023 hat Nordkorea zehn große Munitionslieferungen an Russland getätigt. Bloomberg schätzt, dass die Gesamtzahl der nach Russland verkauften Granaten mehr als eine Million Stück beträgt.
Die nordkoreanischen Munitionslieferungen begannen bereits, bevor Kim Jong-un zu einem offiziellen Besuch im Lande eintraf. Zusammen mit dem nordkoreanischen Staatschef kamen auch nordkoreanische Militärexperten nach Russland, um die russischen Streitkräfte über die richtige Verwendung der gelieferten Munition zu beraten. US-Präsident Joe Biden hatte zuvor erklärt, Putin habe bereits tausend Container mit Munition aus Nordkorea erhalten.
Nordkorea verfügt über einen der größten Munitionsvorräte der Welt, und ein erheblicher Teil seiner Wirtschaft wird durch Waffenexporte erwirtschaftet.

Nordkorea gilt als treuer Verbündeter Putins.
Zusätzlich zum Einkauf bei der kommunistischen Diktatur kommt das Aufstocken der Ränge durch „Sturm Z“-Einheiten. Diese bestehen aus Häftlingen russischer Gefängnisse und Soldaten, die gegen Regeln verstoßen haben. Zum Beispiel werden Soldaten die angetrunken aufgefunden werden auf direktem Weg zu dieser russischen Interpretation des Volkssturms geschickt.
Durchschnittsalter der ukrainischen Soldaten ist 43 Jahre
Aus einem geleakten Dokument geht hervor, dass es verboten ist, die Storm-Z-Leichen in denselben Hallen aufzubewahren, in denen auch die Leichen von regulären Soldaten der russischen Armee aufbewahrt werden. In einer Klausel heißt es, dass sich die militärische Führung „das Recht vorbehält, bei offenem Widerstand von der Waffe Gebrauch zu machen, um Disziplin und Ordnung wiederherzustellen“.
Das ukrainische Militär leidet währenddessen unter Personalmangel. Selbst wenn die USA und ihre Verbündeten alle versprochenen Waffen liefern würden, gäbe es nicht genügend Soldaten, um diese zu verwenden.
Der Durchschnittssoldat in der Ukraine ist mittlerweile 43 Jahre alt. Zu Beginn der Invasion sah die Situation anders aus. Die Territorialverteidigungskräfte meldeten 100.000 neue Rekruten in den ersten zehn Kriegstagen. Doch die Rekrutierung ist zurückgegangen, in den sozialen Medien verbreiten sich Geschichten über Zwangsrekrutierungen.
Russischen Angriffe haben die ukrainische Infrastruktur beschädigt, was zu Stromausfällen im Winter führen könnte. Die ukrainische Regierung macht sich Sorgen, dass die Bevölkerung diesmal die Regierung für die mangelnde Vorbereitung verantwortlich machen wird.
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