Ameisen stoppen Bau von 2500 neuen Wohnungen
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Es geht um ein 90 Hektar großes Gelände im südwestlichen Berliner Ortsteil Lichterfelde. Dort soll ein komplett neuer Stadtteil entstehen – „Neulichterfelde“, Platz für 2500 Wohnungen, umgeben von 60 Hektar Grünfläche. Noch in diesem Jahr sollten die ersten Mieter einziehen. Aber der Bau der Wohnungen durch die Groth-Gruppe verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Bevor Straßen und Leitungen verlegt werden können, muss das Gelände geräumt werden. Fachleute stießen auf dem Baufeld II auf ein Nest der Kahlrückigen Waldameise – eine gefährdete Tierart.
Ameise gegen Mensch – Ameise gewinnt
Der zuständige Bezirk Steglitz-Zehlendorf lehnte eine Umsiedlung der Krabbeltiere noch in diesem Jahr ab, berichtet die Berliner Zeitung. Vor dem Winter könnten die Tiere kein neues Nest mehr bauen. Erst ab Frühjahr 2026 wäre eine Umsetzung möglich – doch dann verhindert das Vogelschutz-bedingte Baumfällverbot jede Bautätigkeit. Weitergehen könnte es frühestens im Herbst. Bauherr Thomas Groth äußert sich verärgert: „Durch die Verweigerung der Genehmigung sind weitere Verzögerungen nicht auszuschließen.“
Erst Zauneidechsen, jetzt Ameisen
Das Areal gehört ihm seit 2012, aber er wartet seit Jahren auf den Baustart. Groth ist leidgeprüft: Schon 2015 waren 993 Zauneidechsen auf Ersatzflächen umgesiedelt worden. Groth musste dafür 18 Hektar Land pachten, um den Tieren neuen Lebensraum zu bieten – mit Teichen und Findlingen. Jetzt blockieren Ameisen den nächsten seiner Schritte, nämlich den endgültigen Beginn des gigantischen Neubaus.
Naturschutz-Stadtrat Urban Aykal (Grüne) betont, das Bezirksamt wolle einen zügigen Baustart. „Das Umwelt- und Naturschutzamt ist im engen Austausch mit der Groth-Gruppe“, sagt er. Doch am Bescheid, die Ameisen umzusiedeln, hält die Behörde fest.
Die Situation ist verfahren. Und die Fertigstellung der dringend benötigten Wohnungen rückt weiter in die Ferne. Zwischenergebnis: 1:0 für die Kahlrückige Waldameise.
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