Dr. Pürner hatte sich gegen Maßnahmen gewehrt: Amtsarzt siegt nach Corona-Kritik vor Gericht
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Er war einer der großen Kritiker der bayerischen Corona-Politik, wurde von Ministerpräsident Markus Söder deshalb aus dem Amt entfernt: Nun hat der Arzt und ehemalige Gesundheitsamtsleiter Dr. Friedrich Pürner einen Teilerfolg im Kampf um seine Rehabilitierung erzielt.
„Der Freistaat Bayern wurde abgewatscht und muss jetzt die Kosten tragen!“
Die Worte, die Dr. Friedrich Pürner nach seinem gewonnenen Gerichtsverfahren gegenüber NIUS wählt, klingen freudig und kämpferisch. Hakt man genauer nach, kommen allerdings vielmehr leise Töne – trotz des Erfolgs vor Gericht. „Siegesstimmung ist anders“, sagt er. „Ich habe einiges durchgemacht in den letzten Jahren. Ich bin nicht konfliktscheu, aber dieser Konflikt war unnötig. So weit hätte es nicht kommen müssen.“
Der Konflikt, den Pürner meint, begann Ende 2020 und erinnert an das, was gemeinhin als politisches Verfahren gegen Regierungskritiker bekannt ist.
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Pürner wurde Ende Oktober 2020 von seinem Posten als Gesundheitsamtsleiter von Aichach-Friedberg abgeordnet, nachdem er – zunächst nur intern – zu mehr Besonnenheit in der Corona-Bekämpfung gemahnt hatte. Pürner, der nicht nur Arzt, sondern auch Epidemiologe ist, sprach sich dagegen aus, Schulen und Kindergärten zu schließen. Zum einen, weil er an der Sinnhaftigkeit zweifelte, zum anderen, weil er Kollateralschäden fürchtete. Eine allgemeine Maskenpflicht hielt er für nutzlos, da diese wegen der nicht fachgerechten Handhabung durch Laien keine Wirkung entfalten könne. All diese Kritikpunkte haben sich inzwischen als berechtigt herausgestellt.

Nachdem Pürner wegen seiner Kritik an den Corona-Maßahmen versetzt wurde, zeigten sich Teilnehmer maßnahmenkritischer Demonstrationen solidarisch mit ihm.
Nach seiner Abordnung – oder Strafversetzung, wie er es nennt – bewarb er sich als Leiter des Gesundheitsamtes beim Landratsamt München, bei der Regierung von Niederbayern und Oberfranken.
Doch keine der Bewerbungen war erfolgreich, da er bei einer Bewertung, der sich Beamte alle drei Jahre unterziehen müssen, zwar gut, aber dennoch deutlich schlechter bewertet wurde, als in den Jahren zuvor.
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Pürner ist überzeugt: Das lag nicht an seiner fachlichen Eignung, sondern an seinem öffentlichen Auftreten und seiner Kritik an der Corona-Politik der bayerischen Landesregierung. Er klagte gegen die in seinen Augen unfaire Behandlung und bekam nun Recht.

In Bayern verhängte Ministerpräsident Markus Söder in der Corona-Zeit besonders strenge Maßnahmen. Kritik wurde nicht geduldet.
Freistaat ist jetzt unter Zugzwang
Das Münchner Verwaltungsgericht ist ebenfalls der Ansicht, dass seine Beurteilung nicht ordnungsgemäß zustandekam. Unter anderem, weil er gar nicht von einem Arzt, sondern von einem Juristen beurteilt wurde.
Pürner gegenüber NIUS: „Es ist offekundig, dass bestimmte Dinge nicht verfahrensgemäß gelaufen sind. Das hat nun auch das Gericht festgestellt.“
Betroffen sind laut Gericht die Auswahlentscheidungen für die Stelle als Leiter des Gesundheitsamtes am Landratsamt München sowie als Leiter des Sachgebietes Gesundheit bei der Regierung von Niederbayern.
Der Freistaat Bayern ist jetzt unter Zugzwang: Zwei Auswahlverfahren müssen erneut durchgeführt werden.
Hier Sehen Sie das Interview mit Prof. Klaus Stöhr: Corona-Wahnsinn - Lauterbachs falsches Spiel mit den Schulschließungen.
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