Energieökonom kritisiert Habeck: „Fundamentale Rolle von Energie für moderne Zivilisationen nicht verstanden“
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Diese Woche hielt Wirtschaftsminister Robert Habeck als geladener Gast der OMR, einer Digitalmesse in Hamburg, die jedes Jahr zehntausende Besucher anzieht, einen Vortag. Anschließend fand ein Gespräch wischen ihm und Markus Lanz statt, in dem er seine-ökonomischen Vorstellungen über die Energiewende erläuterte. Habeck parallelisiert den Umstieg von Kohlekraft auf Erneuerbare mit dem Fortschritt der Telekommunikation von Schnurtelefonen zu I-Phones, nachzuhören hier ab 24:30 min.
Habeck behauptet sinngemäß, dass die Verteuerung des Stroms durch Umstellung auf Erneuerbare durch die Entstehung neuer Erneuerbaren-Märkte, die neue Profite generieren, ausgeglichen würde. NIUS fragte den Energieökonomen Dr. Björn Peters, was er von Habecks Ausführungen hält: „Welche Vorstellung von Wirtschaft und Energiewende“, liegt ihnen zugrunde, fragte NIUS.
Björn Peters Kritik, die es in sich hat, wird im Folgenden vollständig zitiert.
„Der Vergleich von elektrischer Energie mit Smartphones, den Robert Habeck angestellt hat, hinkt gewaltig. Man hat den Eindruck, dass Habeck die fundamentale Rolle von Energie für moderne Zivilisationen nicht verstanden hat: Energie ermöglicht alle gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Aktivitäten. Wir können desto mehr davon durchführen, je preiswerter Energie im Verhältnis zur allgemeinen Wertschöpfung ist.
Die Smartphones dürfen deswegen so viel mehr kosten als ein Telefon von 1995, weil sie eine Vielzahl anderen Funktionen übernommen haben: Büroanwendungen, Taschenlampe, Fotokamera, Taschenrechner, Diktaphon, Spielekonsole, all das findet sich in jedem hausüblichen Smartphone sogar der Einsteigerklasse.
Demgegenüber ist Energie immer nur Energie. Ganz im Gegenteil trägt die notwendige Veredelung von Energie aus wetterabhängigen Quellen dahingehend, dass sie dann und dort verbraucht werden kann, wann und wo wir sie benötigen, nicht zur Wertschöpfung bei. Ganz im Gegenteil: Wetterabhängige Energien müssen für sehr viel Geld veredelt werden, damit wir sie überhaupt nutzen können. Die zusätzlichen Kosten für Transportleitungen, Energiespeicher, Backup-Kraftwerke und Netzstabilisierung sind enorm und werden die Wirtschaft dauerhaft abwürgen.

Lanz interviewt Habeck auf der OMR.
Der Vergleich mit dem Mittelalter ist dabei sehr lehrreich. Damals standen uns nur Energiequellen zur Verfügung, die nur etwa dreimal mehr Energie zur Verfügung stellten, wie für ihre Gewinnung benötigt wurde. Mit der Dampfmaschine stieg der Energieertrag auf etwa zehn, die erste industrielle Revolution war die Folge. Mit Öl und Gas stieg das Verhältnis weiter auf etwa 50, und massenhaft stiegen Menschen weltweit aus der Armut in die Mittelklasse auf.
Kernenergie liefert sogar einen Energieertrag von hundert, der mit moderner Technologie auf über tausend gesteigert werden kann. Demgegenüber sinkt der Energieertrag mit Sonne und Wind wegen der hohen Veredelungskosten wieder auf etwa drei, also den Stand des Mittelalters. Massenarmut ist die zwangsläufige Folge. Dies haben die meisten Länder erkannt. Deswegen wenden sie sich mehr und mehr der Kernenergie zu, und einige Staaten wie Frankreich und Schweden geben ihre Ausbauziele für wetterabhängige Energien auf.
Robert Habeck täte gut daran, von diesen Staaten zu lernen. Was er behauptet, ist ja, dass mit Wetterabhängigen mehr Menschen davon leben können, Energie zu ernten und zu veredeln. Dagegen stehen zweitausend Jahre Zivilisationsgeschichte: Immer haben Menschen versucht, dasselbe mit immer weniger Arbeitskraft zu erledigen. Es ist diese Effizienzsteigerung, die Wohlstand schafft. Mit wetterabhängigen Energie wird Wohlstand vernichtet.“
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