Mehr als 2400 Öl-, Gas- und Kohlelobbyisten auf der UN-Klimakonferenz
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Der Analyse zufolge haben die Lobbyisten mehr Zugangspässe erhalten als alle Delegationen der zehn durch die Erderwärmung verwundbarsten Staaten. Somalia, der Tschad, Niger, Guinea-Bissau, Mikronesien, Tonga, Eritrea sowie der Sudan, Liberia und die Solomonen stellen demnach zusammen lediglich 1509 Delegierte.

Die Weltklimakonferenz dauert 2 Wochen und endet am 12. Dezember 2023.
Viermal so viele Lobbyisten wie zuvor
Insgesamt hat die UN nach eigenen Angaben für das zweiwöchige Treffen in den Vereinigten Arabischen Emiraten die Rekordzahl von rund 97.000 Teilnehmern registriert. Laut der Analyse waren im vergangenen Jahr in Scharm-el-Scheich 636 Lobbyisten für Kohle, Öl und Gas unterwegs, 2021 in Glasgow 503.
Gezählt wurden für die Auswertung nur Delegierte, die ihre Verbindungen zu Interessen im Bereich der fossilen Brennstoffe offenlegen. Zum Abgleich stützten sich die Autoren ausschließlich auf öffentliche Quellen wie Unternehmenswebsites, Medienberichte oder Datenbanken wie InfluenceMap.
Nicht alle überrascht
Der deutsche Klimaforscher Ottmar Edenhofer ist vom Einfluss der Lobby nicht überrascht. Der Großteil der Reserven an Kohle, Öl und Gas müsse künftig im Boden bleiben, „was ja im Kern bedeutet, dass die Vermögen von Öl, Kohle und Gas entwertet werden“, sagte der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. „Dass das nicht einfach so hingenommen wird, sondern dass die dann versuchen, sich dagegen zu wehren – damit musste man rechnen.“
Der Ausstieg aus allen fossilen Energien, deren Verbrennung klimaschädliche Treibhausgase freisetzt, ist der zentrale Streitpunkt auf dem UN-Treffen. In einem neuen Entwurf für das Abschlussdokument ist diese Option zwar enthalten, aber als umstritten markiert. Der Text muss einstimmig angenommen werden. Geplantes Ende der Verhandlungen ist der 12. Dezember.
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