Stadtwerke Oranienburg nehmen keine neuen Strom-Kunden an: Bundesnetzagentur wirft Stadt „Fehleinschätzungen bei der Planung” vor
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- Die Stadt Oranienburg genehmigt aktuell keine neuen Stromanschlüsse.
- Grund sind Kapazitäts-Engpässe im Hochspannungsnetz der Stadtwerke.
- Die Bundesnetzagentur sieht keine Verantwortung bei sich selbst und spricht von Planungsfehlern.
In Oranienburg werden aktuell keine neuen Stromanschlüsse genehmigt. Das gilt auch für große Verbraucher wie Wärmepumpen und Ladesäulen (NIUS berichtete). In der Kommune mit etwa 48.000 Einwohnern steht laut Stadtwerken einfach nicht genug Strom zur Verfügung. Neue Industrieflächen können auch nicht mit Strom beliefert werden.
Die Bundesnetzagentur sieht „Fehleinschätzungen bei der Planung“ als Ursache für den Strom-Mangel – natürlich nicht bei sich. Man habe eine Arbeitsgruppe gegründet, um schnellstmöglich Lösungen zu finden.

Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, peitscht die Energiewende durch die maroden Netze. Die erste Stadt muss nun die Notbremse ziehen.
Neues Umspannwerk kommt frühestens im Jahr 2026
Eine schnelle Lösung wird auch benötigt. Denn: Ein neues Umspannwerk, welches die Probleme beheben würde, geht frühestens 2026 in den Betrieb. Mögliche Lösungen für den Strom-Mangel in Oranienburg: Mobile Gas-Turbinen, die lokal ins Netz einspeisen oder gar mobile Umspannwerke.
Politiker aus Brandenburg sehen bereits Gefahren für die ganze Region: „Die Energiewende führt dazu, dass wir mehr Strom verbrauchen werden. Darauf sind unsere Netze bislang nicht ausreichend vorbereitet“, kritisiert Jan Redmann, CDU-Fraktionschef im Brandenburger Landtag. Die Grünen auf Landesebene sehen keinen Zusammenhang und betrachten das Problem in Oranienburg als hausgemacht.

Jan Redmann (CDU) im Brandenburger Landtag
Netzausbau kostet 500 Milliarden Euro
Mit dem regierungsgeführten Vormarsch der Wärmepumpen und Ladesäulen kommt bis 2030 ein hoher Strombedarf auf die bisherige Infrastruktur zu. Pro Jahr müssten dafür laut Bundesnetzagentur etwa 100 Milliarden Euro investiert werden, um dem Energiewende-Tempo der Regierung standzuhalten.
NIUS hat ermittelt: Wenn diese Kosten auf die Stromkunden umgelegt werden, kommen pro Jahr für Familien 800 Euro mehr Belastung auf die Stromrechnungen.
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