Zwei AKW noch nicht endgültig zerstört: „Wir müssen den Rückbau unverzüglich stoppen!“
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„Ein totes Pferd“ nannte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) die Debatte um die Kernenergie – dabei sind zwei der drei im April abgeschalteten Kernkraftwerke in Deutschland noch nicht endgültig zerstört!
Nur beim Atomkraftwerk Neckarwestheim II (Baden-Württemberg) ist die sogenannte Primärkreis-Dekontamination bereits „weit fortgeschritten“, heißt es vom Bundesumweltministerium auf eine NIUS-Anfrage. Bei dem Prozess werden die zentralen Bereiche des Reaktors mit Säure gespült, um die radioaktive Strahlung zu verringern. Dabei können die Kernkraftwerke irreversibel zerstört werden, weil die Reaktoren nach der Stilllegung besonders gründlich mit Säure durchspült werden, um das Strahlungs-Risiko für Mitarbeiter beim Rückbau zu minimieren.

Neckarwestheim, Block 1: Hier wird schon seit 6 Jahren abgerüstet. Nebenan in Block 2 läuft die irreversible Säure-Zerstörung.
Spahn fordert unverzüglichen Rückbau-Stopp
Neckarwestheim II gehört zu den letzten drei deutschen Atomkraftwerken, die im April dieses Jahres vom Netz gegangen sind. Bei den beiden anderen Kraftwerken Isar 2 (Bayern) und Emsland (Niedersachsen) sei die Säure-Behandlung zu Beginn 2024 geplant, teilt das Ministerium weiter mit.
Deshalb fordert CDU-Energieexperte Jens Spahn bei NIUS, den Säure-Zerstörungsplan augenblicklich außer Kraft zu setzen: „Es braucht ein sofortiges Abriss-Moratorium, um den Rückbau unverzüglich zu stoppen!“
Spahn weiter: „Die Stromimporte steigen auf Rekordhöhe, doch die Ampel schaut tatenlos zu. Dabei müssten wir mit Blick auf den kommenden Winter alle Optionen für die Versorgungssicherheit ziehen. Die Berechtigung zum Leistungsbetrieb der Kernkraftwerke muss offengehalten werden.“
Damit schließt sich der CDU-Abgeordnete einer Forderung der FDP und auch der AfD an.
Auffällig: Nur im grün angeführten Baden-Württemberg wurde die Säure-Behandlung bereits gestartet und ist weit fortgeschritten – Stilllegung und Rückbau bedürfen nämlich einer „Genehmigung, die von der atomrechtlich zuständigen Genehmigungsbehörde des jeweiligen Bundeslandes erteilt und vorher durch das Bundesumweltministerium geprüft wird“, wie das BMUV mitteilt.
In Bayern und Niedersachsen, wo CSU und SPD die Regierung anführen, hatte man es offenbar nicht so eilig. Dort laufen besagte Genehmigungsverfahren noch. Ein Schelm, wer da an ein sorgsam vorbereitetes Atom-Comeback glaubt …
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