Überparteilich. Populär.
Wandermaler sind ein junges deutsches Lyrik-Rock-Duo, das seinen Namen aus dem russischen Kunstraum bezieht. Um 1870 schlossen sich im Zarenreich vierzehn Künstler zusammen, die sich gegen ihre eigene Akademie wandten. Statt wie vorgesehen jahrzehntelang im Dienst des Zaren zu malen und als Abschlussprüfung eine vorgegebene Kopie abzuliefern, verweigerten sie sich. Sie wurden von der Akademie ausgeschlossen und zogen mit eigenen, wandernden Ausstellungen durchs Land. Auf Russisch nannte man sie „Peredwischniki“. In dieser Tradition versteht sich die Band: Sie will eine Kunst schaffen, die nicht einer politischen Struktur oder einer Ideologie dient, sondern der Musik selbst.
Genau diese Unabhängigkeit sehen Liza Katáeva und Dino Bet im heutigen Kulturbetrieb bedroht. „Musik geht heute auch mit einem Glaubensbekenntnis einher“, sagt Dino Bet im Gespräch mit Ralf Schuler. Die Kunst bewege sich in Milieus, in denen vor den Auftritten nicht mehr ausgetauscht, sondern abgefragt werde, wer politisch dazugehöre. Wer zu widersprechen wage, riskiere seinen Platz.
Im Gespräch erläutern die Wandermaler zudem ihr künstlerisches Selbstverständnis. Sie erklären, warum sie auf Deutsch singen und was sie unter Lyrik-Rock verstehen, bei dem die Sprache den Puls der Musik vorgibt. Sie sprechen über ihre an Jugendstil und Renaissance orientierte Ästhetik und über ihren „Widerstand gegen den Kitsch“. Sie schildern, warum ihnen die Tiefe wichtig ist in einer Zeit, in der über den Wert eines Liedes oft in drei Sekunden entschieden wird. Auch biblische Motive spielen eine Rolle, mit denen sich in wenigen Worten ganze Geschichten erzählen lassen.
Das vollständige Gespräch mit Wandermaler sehen Sie bei „Schuler! Fragen, was ist“ auf NIUS.
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