Anton Hofreiter lüftet Waffen-Geheimnis: „Ich hatte immer eine Machete dabei“
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Wer hätte das gedacht: Anton Hofreiter (Grüne) hat eine Waffen-Ader!
Im Interview mit der Zeit plaudert der Bundestagsabgeordnete mit der langen Mähne aus, wie er sich früher im Notfall zur Wehr gesetzt hat: Als Student der Botanik sei er monatelang in Südamerika unterwegs gewesen und mehrmals von Banditen überrascht worden, die ihn mit Gewehren bedroht und seine Fotoapparate verlangt hätten. „Ich hatte immer eine Machete dabei und wollte natürlich meine Kameras nicht hergeben“, sagt Hofreiter. Und weiter: „Einmal habe ich mein Stemmeisen aus der Tasche genommen und auf den Kopf des Anführers gerichtet. Seine Bande war stärker als ich, aber dem Anführer war sofort klar: Ihn hätte ich erwischt. So war der Konflikt schnell beendet.“ Eine Schusswaffe habe er nie in der Hand gehabt.
Hofreiter, Frontmann der Grünen, die ihren Gründungsmythos in der Friedensbewegung hat, sagt: „Ich war immer sehr kritisch gegenüber militärischen Interventionen eingestellt, aber ich war nie Pazifist.“
Ausgemustert, weil ein Bein kürzer ist als das andere
Von der Bundeswehr sei er ausgemustert worden, weil sein rechtes Bein vier Zentimeter kürzer ist als das linke: „Der Mann von der Musterungskommission sagte zu mir: ‚Sie können ja nicht einmal gerade stehen.‘“
Im Gespräch fordert Hofreiter, seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestags, auch eine militärische Unterstützung der Ukraine mit Marschflugkörpern: „Wir sollten so schnell wie möglich Taurus liefern.“ Hofreiter klagt: „Wir führen die gleiche Debatte wie damals, wir führen sie bei jedem Waffensystem wieder. Am Ende liefern wir dann doch, aber immer Monate zu spät.“

Hofreiter mit Ruslan Stefantschuk, Präsident des ukrainischen Parlaments, und SPD-Mann Michael Roth.
Hofreiter räumt ein, dass die Fraktionsführung der Grünen in letzter Zeit verärgert über sein Vorpreschen in Ukraine-Fragen gewesen sei. „Ich hatte es viele Wochen lang intern probiert, aber als ich den Eindruck bekam, dass ich intern nicht weiterkomme, habe ich mich an die Öffentlichkeit gewandt“, erzählt er. „Ich wollte Druck machen – insbesondere auf den Kanzler. Ein großer Teil der Grünen war zwar insgeheim meiner Meinung, hoffte aber, sie könnten es mit dem Kanzler intern regeln. Aber das konnte man nicht.“
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