AOK-Chefin fordert Bier-Verbot für 16- und 17-Jährige! Sogar Werbung soll verboten werden
Ein Beitrag von
- Alkoholmissbrauch ist gefährlich: Auf 100 berufstätige Versicherte kamen 2023 ganze 16 Fehltage. Das teilt die AOK Rheinland/Hamburg mit.
- Die Bild-Zeitung berichtet: „Deutschland hat ein Alkohol-Problem!“
- Doch andere Krankenkassen melden deutlich andere Zahlen. So sind es bei der DAK nur etwa die Hälfte der Fälle.
- AOK-Chefin Reimann nutzt die Zahlen ihres Hauses dennoch zum Rundumschlag: Es brauche mehr Gesetze und Verbote rund um Alkohol.
Wird jetzt die Alkoholsucht von Wenigen zum Problem für alle? Mehrere Experten und Politiker schlagen in diversen Medienberichten Alarm. So berichtete am Mittwoch die hessisch-niedersächsische Allgemeine (HNA) mit der Überschrift „Alkohol-Fehltage in Deutschland auf Rekordhoch“. Der SWR berichtet in seinem Rundfunkprogramm ebenfalls von Alkohol als Problem, weil die Zahl der Fehltage wegen Alkoholmissbrauch auf einem Rekordhoch sei.
Kampagne von SPD und Grünen gegen den Alkohol
Ursprung des Aufschreis waren Zahlen der AOK Rheinland/Hamburg, über die die Rheinische Post exklusiv berichtete: „Im Jahr 2023 haben sich Berufstätige so oft wegen Alkoholkonsum krankgemeldet wie nie zuvor. 16,0 Fehltage je 100 Versicherte sind es laut der AOK Rheinland/Hamburg in ihrem Gebiet, das große Teile von Nordrhein-Westfalen einschließt und mehr als drei Millionen Versicherte umfasst.“

Die ehemalige niedersächsische Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) ist seit 2022 Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes.
Problem: Die Zahlen scheinen nicht allgemeingültig zu sein. Recherchen der Bild-Zeitung zeigen, dass bei der Krankenkasse DAK nur etwa die Hälfte der Fälle pro 100 Versicherte verzeichnet werden. AOK-Chefin Carola Reimann sieht sich durch die Zahlen aus ihrem Hause motiviert, den Konsum von Alkohol zum Tabu zu erklären. Sie fordert in der Bild-Zeitung:
- Höhere Altersgrenzen bei Bier und Wein
- Stärkere Beschränkungen für Alkohol-Werbung
- Die Abschaffung des begleiteten Trinkens von Minderjährigen
Bedeutet: Für 16- und 17-Jährige sollen Bier und Wein tabu sein! Und legendäre Werbungen wie „die Bier, die so schön hat geprickelt in mein’ Bauchnabel“ (Schöfferhofer Weizen) könnten verboten werden.
Auf NIUS-Nachfrage unterstreicht ein AOK-Sprecher die Forderungen seiner Chefin und verweist auf die „allermeisten Staaten in der EU“, wo eine einheitliche Altersgrenze für Suchtmittel bereits bestehe. „Die Beschränkung von Marketing für Alkohol war im Koalitionsvertrag der Ampel eigentlich vereinbart, ist aber nicht umgesetzt worden“, sagt der AOK-Sprecher.
Drogenbeauftragter: „Jeder Schluck kann Krebs auslösen“
Reimanns Parteigenosse Burkhard Blienert (58) springt der AOK-Chefin Reimann zur Seite. „Egal, wie viel und was man trinkt, jeder Schluck kann Krebs auslösen und regelmäßiger Konsum süchtig machen“, sagt der Drogenbeauftragte der Bundesregierung gegenüber der Bild-Zeitung. Dabei moniert der zum Experten ernannte Politiker die Kosten, die der Alkohol der Gesellschaft und der Wirtschaft aufdrücke. Dass Brauereien, Kellereien und Brennereien auch Arbeitsplätze schaffen, erwähnt Blienert hingegen nicht.

Burkhard Blienert ist Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen
Grünen-Politiker: „Alkohol ist leider nicht harmlos“
In der Bild-Berichterstattung kommt auch der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen, Janosch Dahmen, zu Wort. „Alkohol ist leider nicht harmlos. Dauer und Dosis des Konsums sind entscheidend für die Gesundheit. Wir müssen mehr in Prävention und Aufklärung investieren“, sagt der 43-Jährige. Welche Investitionen konkret gemeint sind, sagt Dahmen nicht.

Janosch Dahmen (Grüne)
Negative Auswirkungen von maßvollem Genuss nicht belegt
NIUS-Kolumnist Louis Hagen erwähnte kürzlich eine aktuelle Studie der kanadischen Universität Victoria. Die Wissenschaftler konnten dort keinen Beweis finden, dass Alkohol gesünder macht. Aber es gibt auch keinen Beweis für das Gegenteil. Dazu schreibt Hagen: „Und wer sagt denn, dass die Menschen in Italien, Frankreich, Spanien Unrecht haben – ein Glas Rotwein gehört zum Essen und zum Leben.“
Für Grüne und SPD hingegen ist eindeutig: Der Konsum von Cannabis bleibt legal.
Mehr NIUS:
Radiosender für „Diversität, Gesellschaft, Popkultur”: Jetzt tobt die Linke über das „Cosmo”-Aus
Potsdam räumt neue Hausbesetzung nach wenigen Tagen – aber duldet linkes Hausprojekt seit fast 18 Jahren
Weil er Pfandflaschen für 58,25 Euro sammelte: Rentner aus Hamburg wurde Grundsicherung gekürzt
„Ich muss Fahrtwind haben“: Bärbel Bas fährt mit dem Motorrad in Schlangenlinien durch den Stau
Ist der Begriff „Zigeuner“ diskriminierend?
Antisemit der Woche: SPD-Politiker Adis Ahmetović wirft Israel „Ermordung von über 80.000 Menschen” in Gaza vor
Wahl des Studentenparlaments: An der Uni Hamburg kann man für „Alkohol zurück in die Mensen“ stimmen
Plötzlich sollen diese Yogaklamotten rechts sein
Mehr NIUS:
„Ich muss Fahrtwind haben“: Bärbel Bas fährt mit dem Motorrad in Schlangenlinien durch den Stau
Ist der Begriff „Zigeuner“ diskriminierend?
Antisemit der Woche: SPD-Politiker Adis Ahmetović wirft Israel „Ermordung von über 80.000 Menschen” in Gaza vor
Wahl des Studentenparlaments: An der Uni Hamburg kann man für „Alkohol zurück in die Mensen“ stimmen
Plötzlich sollen diese Yogaklamotten rechts sein
Neue Studie: Deutschland verliert seine Besten
Polizei Brandenburg warnt Eltern vor „rechtsextremen Online-Strategien“
Trans-„Tochter” von Elon Musk in Dessous: „Trans-Körper werden angefeindet und dämonisiert”
Philippe Fischer
Artikel teilen
Kommentare