Autorin Birgit Kelle über Zensur beim Fasching: „Die haben das Konzept Karneval nicht verstanden“
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Die Karnevalszeit hat begonnen und das bedeutet für die Allermeisten: ausgefallene Kostüme, Alkohol und ganz viel Spaß. Wobei letzteres für manche Menschen immer schwieriger zu werden scheint.
Zumindest wenn man Moderatorin bei „Funk“ ist, dem Jugend-Format von ARD und ZDF. Maria Popov, bulgarischer Herkunft, diskutiert in der Sendung „Auf Klo“ mit einem Gast über die Tücken des Fasching-Festes. Früher habe sie Karneval „mega krass gefeiert“. Dann aber verstanden, wie verletzend manche Kostüme sein könnten.
Autorin Birgit Kelle ist amüsiert. „Die haben das Konzept Karneval nicht verstanden“, sagt sie im Nachrichten-Talk, „Stimmt!“. Man verkleide sich, weil man die Figur oder den Charakter bewundere. „Kinder verkleiden sich als ihre Helden“, so die Autorin. „Wenn ein Kind Cowboy oder Indianer sein will, dann weil es den toll findet“, ist sie überzeugt. „Nicht, weil es ein kleiner Rassist ist“.

Autorin Birgit Kelle bei „Stimmt!“
Die Humor-Zensur schlägt zu
Seit Jahren schon würden Eltern in Briefen sensibilisiert und darum gebeten, die Kinder neutral zu verkleiden. „Da wird die ganze Identitätspolitik übergestülpt von Leuten, die sonst keine Probleme haben als die Kostüme fremder Menschen“, so Kelle im NIUS-Talk.
Spannend sei außerdem, über wen man sich lustig machen dürfe und über wen nicht. „Die Nonne in Strapsen ist ein beliebtes Kostüm an Karneval“. Das sei vollkommen akzeptiert, würde nicht als Beleidigung des Glaubens verstanden. „Also nur bestimmte Leute werden beschützt, während andere als vogelfrei erklärt werden“, so Kelle. „Dabei wäre ich ja dafür, dass alle vogelfrei sind im Karneval“.

Was ist erlaubt, was verletzt schon?
Und wenn die „Humorzensur“ wieder zuschlägt, empfiehlt die Autorin: „Einfach mal in die Kölner Südstadt gehen und ordentlich Kölsch trinken.“
Die ganze Folge „Stimmt!“ gibt es hier:
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