Bauern fordern: „Lasst uns bitte den Wolf abschießen“
Ein Beitrag von
Es gibt einen Grund, warum es „Bauernschläue“ heißt – weil Bauern nicht dumm sind!
Der lebende Beweis dafür ist Christian Lomeyer. Der studierte Landwirt aus Nienburg in Niedersachsen bewirtschaftet in der 21. Generation den Hof seiner Eltern und ist das Gerede aus der Politik leid. Wenn er über den Wolf redet, gerät er in Rage. „Die Situation mit dem Wolf ist außer Rand und Band“, sagt er. Sein Hof liegt in einem Hochwassergebiet an der Weser. Auf dem Deich weidete er seit Ewigkeiten seine Schafe.

Schafe grasen von Frühjahr bis zum Herbstende die Grasnarbe auf den Deichen kurz und treten den Boden platt. Das ist wichtig für den Hochwasserschutz.
Die Tiere halten das Gras kurz. Die Wiese auf dem Deich wird dichter, das schützt vor Hochwasser. Über Jahre ging diese simple Rechnung auf. Bis April diesen Jahres. Dann kam der Wolf!
Der Deutsche Bauernverband schätzt, dass 1200 bis 2100 Wölfe in Deutschland leben – Tendenz steigend. Damit steigen auch die Übergriffe. 2021 wurden knapp 3500 Nutztiere in Deutschland von Wölfen getötet. Aktuellere Zahlen gibt es dazu leider nicht.
Als in der Umgebung von Landwirt Lomeyer 15 Tiere von einem Wolf gerissen wurden, zog er in der dritten Aprilwoche die Reißleine. Er verfrachtete seine Schafe zurück in den Stall. Zuvor verbrachte er Wochen in Ungewissheit und Angst. „Ich konnte nachts nicht schlafen, bin zur Herde gefahren. Das ist staatlich geförderte Tierquälerei“, sagt Lomeyer.

Christian Lomeyer bewirtschaftet den Hof seiner Familie in der 21. Generation. Seine Schafe sind jetzt im Stall und nicht mehr auf dem Deich.
Seine Sorge: Wenn der Wolf es durch den hohen Zaun zu seinen Schafen schafft, rennen sie panisch und blökend ins Wasser und ertrinken. „Ich hätte sie dann an der nächsten Schleuse einsammeln können“, sagt der Landwirt zynisch. Zuvor hatte er Zäune aufbauen müssen. Die kosteten ihn 30.000 Euro.
Lomeyer: „Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte glauben manche Leute ernsthaft, neben dem Wolf leben zu können ohne ihn zu bejagen.“
Wölfe haben in Deutschland einen hohen Schutzstatus. Durch europäisches Recht ist Deutchland dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass ein lebensfähiger Bestand des Wolfs aufgebaut werden kann.
Genau das macht der Wolf im Moment: „Bestand“ aufbauen. Denn er hat neben dem Menschen keine natürlichen Feinde. Die Population verdoppelt sich deshalb alle drei Jahre. „Die fressen alles, was Beine hat, außer Tische und Stühle“, sagt Landwirt Lomeyer.

Alle Bauern und Experten, mit denen Nius gesprochen hat sind sich sicher: Wir haben ein Problem mit dem Wolf!
Auch auf der Alm reißt der Wolf
700 Kilometer weiter südlich kennt man die Angst vor dem Wolf nur zu gut. Im bayerischen Miesbach bewirtschaftet Almbäuerin Brigitta Regauer ihren Hof in den Bergen. 2010 riss ein Wolf bei ihr sieben Schafe, vergangenes Jahr gab es zwei Risse. Der Wolf bedroht ihre Alm-Idylle. „Der Wolf ist eine invasive Art“, sagt die Landwirtin aus Bayern.
Sie ist der festen Überzeugung, dass der Wolf wie herkömmliches Rotwild behandelt werden sollte. Bedeutet: Abschuss bei Überpopulation. „Es ist nicht gerecht, dass von der Politik bewusst eine Glocke über eine Art gestülpt wird“, sagt Regauer. Ihre Tiere kommen bei ihr jetzt vor Saisonende sechs Wochen früher von der Weide in den Stall.
Die bisherigen Entscheidungen der Politik kann sie nicht verstehen. „Die Politiker denken nur in Wahlperioden. Aber für das Gemeinwohl ist der Schutz wichtiger“, sagt sie. Sie fordert Weideschutzgebiete und dass der Wolf von der Roten Liste der „vom Aussterben bedrohten Arten“ genommen wird. Denn bedroht ist er nicht.

Der Wolf vermehrt sich in Deutschland besonders stark. Binnen drei Jahren verdoppelt sich die Population der Tiere, so Experten.
Marko Förster, Fraktionsvorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion Steinburg, sagt zu NIUS: „Die Landwirte sind maximal verunsichert und unzufrieden.“ Der Politiker steht im engen Kontakt mit Landwirten aus seiner Region. Er findet es wichtig, dass jeder Riss gemeldet wird – für die Statistik. Die EU prüft aktuell den strengen Schutzstatus der Wölfe. Umweltministerin Steffi Lemke will jetzt den Abschuss von „Problemwölfen“ erleichtern.
Alle Bauern, mit denen man derzeit spricht, sagen: „Sämtliche Wölfe sind Problemwölfe. Lasst uns bitte den Wolf abschießen!“
Mehr NIUS zum Thema Wolf: Bauern-Chef schlägt Alarm: Wölfe haben die Scheu vor dem Menschen verloren
Mehr NIUS:
Radiosender für „Diversität, Gesellschaft, Popkultur”: Jetzt tobt die Linke über das „Cosmo”-Aus
Potsdam räumt neue Hausbesetzung nach wenigen Tagen – aber duldet linkes Hausprojekt seit fast 18 Jahren
Weil er Pfandflaschen für 58,25 Euro sammelte: Rentner aus Hamburg wurde Grundsicherung gekürzt
„Ich muss Fahrtwind haben“: Bärbel Bas fährt mit dem Motorrad in Schlangenlinien durch den Stau
Ist der Begriff „Zigeuner“ diskriminierend?
Antisemit der Woche: SPD-Politiker Adis Ahmetović wirft Israel „Ermordung von über 80.000 Menschen” in Gaza vor
Wahl des Studentenparlaments: An der Uni Hamburg kann man für „Alkohol zurück in die Mensen“ stimmen
Plötzlich sollen diese Yogaklamotten rechts sein
Mehr NIUS:
„Ich muss Fahrtwind haben“: Bärbel Bas fährt mit dem Motorrad in Schlangenlinien durch den Stau
Ist der Begriff „Zigeuner“ diskriminierend?
Antisemit der Woche: SPD-Politiker Adis Ahmetović wirft Israel „Ermordung von über 80.000 Menschen” in Gaza vor
Wahl des Studentenparlaments: An der Uni Hamburg kann man für „Alkohol zurück in die Mensen“ stimmen
Plötzlich sollen diese Yogaklamotten rechts sein
Neue Studie: Deutschland verliert seine Besten
Polizei Brandenburg warnt Eltern vor „rechtsextremen Online-Strategien“
Trans-„Tochter” von Elon Musk in Dessous: „Trans-Körper werden angefeindet und dämonisiert”
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare