Das neue Phänomen auf TikTok: Wer oder was ist ein Talahon?
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In den letzten Wochen hat der Begriff „Talahon“ die sozialen Netzwerke erobert. Was steckt eigentlich dahinter?
Ein Talahon ist leicht zu erkennen: ca. 1,70m groß, gekleidet in Luxusmarken wie Philipp Plein oder Kenzo, immer mit Gucci-Cap und Umhängetasche. Bewaffnet mit Messern sieht man diese Typen in Großstädten an Bahnhöfen oder in Fußgängerzonen rumhängen. Der Begriff kommt aus einem Song von Rapper Hassan aus Hagen: „Talahon, ich stech zu, bin der Patron“. Auf TikTok machen sie dann groß auf dicke Hose, spucken rum und boxen in die Luft. Talahon oder 'taeal huna' ist Arabisch für „komm her“, was gut passt, weil sie immer in Gruppen rumlaufen und andere anpöbeln, um stark zu wirken.
Hier ein Video einer Gruppe „Talahons“ (Quelle: TikTok @talahon_talahon_17)
Der zweischneidige Begriff
Jugendliche erfinden ständig neue Begriffe, und mit den sozialen Netzwerken verbreiten sich diese rasend schnell. Aber warum „Talahon“?
Man will wohl „Kanake“ vermeiden. Zu pauschalisierend und beleidigend ist dieser Begriff gegenüber Menschen aus Südosteuropa, dem Nahen Osten und Nordafrika. „Talahon“ dagegen scheint als eine harmlosere, noch unverpönte Alternative. Ein Begriff, um eben nicht alle über einen Kamm scheren zu müssen.
Ironischerweise kommt „Talahon“ aus dem Arabischen und wird oft auf Jungs mit Migrationshintergrund angewendet. Einige sagen, der Begriff sei rassistisch und würde zu diskriminierenden Zwecken ausgenutzt. „Deutsche können ja theoretisch auch Talahons sein“, heißt es dazu in Kommentarspalten auf TikTok. Andere sehen ihn widerum als Schutzmechanismus. Fakt ist: Es gibt diese Gruppe, die oft durch Gewalt auffällt. In Polizeiberichten liest man Beschreibungen, die wie die Blaupause eines Talahons klingen. In den meisten Fällen im Zusammenhang mit Messerstechereien, Vergewaltigungen und mehr. Es ist nicht nur ein Kleidungsstil oder eine Musikrichtung – es ist ein gewalttätiger Lifestyle.
Spott als Schutzmechanismus?
Die sozialen Medien sind voll von Parodien und Memes über die Talahons. Auch in Großbritannien gibt es eine ähnliche Szene: den „roadman“. Diese Typen erkennt man am Trainingsanzug, der Brusttasche und ihrem Londoner Slang. Sind der Spott und die Parodien über Talahons eine Art Schutzreaktion? Indem man sie belächelt und karikiert, versucht man vielleicht, ihre vermeintliche Stärke zu entkräften und ihr „Möchtegern-Auftreten“ zu entlarven.
Parodie eines bekannten TikTokers, der sich über Talahon lustig macht. (Quelle: TikTok @jamal.jamael)
Aber der bittere Kern bleibt: Talahon ist nicht nur ein Begriff, sondern ein tragisches Abbild von Gewalt und Kriminalität, welches zum traurigen Alltag in Deutschland geworden ist.
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