„Here is a photo of our Sofia“: Wie eine Unternehmerin Prinzessin Sofia Jeffrey Epstein per E-Mail vorstellte
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Eine kurze E-Mail aus dem Jahr 2010 wirft heute ein grelles Licht auf ein schwedisches Elite-Netzwerk. „Here is a photo of our Sofia“, schreibt die Unternehmerin Barbro Ehnbom an Jeffrey Epstein – zu einem Zeitpunkt, als dieser bereits ein verurteilter Sexualstraftäter war.
Die schwedische Prinzessin Sofia hat mehrere private Begegnungen mit Epstein eingeräumt: „Wie bereits erwähnt, bin ich ihm bei einigen privaten Anlässen begegnet. Nachdem ich nun von all den schrecklichen Verbrechen gelesen habe, denen er junge Frauen ausgesetzt hat, bin ich unendlich dankbar, dass ich seit den wenigen Begegnungen in meinen Zwanzigern nichts mehr mit ihm zu tun hatte.“

Sofia von Schweden mit ihrem Gatten Carl Philip von Schweden, dem Sohn von Königin Silvia und König Carl Gustaf
Interessant wird dies vor dem Hintergrund eines weiteren in den Epstein-Akten vorkommenden Namens, der bis vor Kurzem kaum im internationalen Fokus stand: Barbro Ehnbom. Ehnbom ist keine Randfigur der Stockholmer Gesellschaft. Seit vielen Jahren bewegt sie sich in internationalen wirtschaftlichen Netzwerken und positionierte sich öffentlich als Förderin junger ambitionierter Frauen – darunter auch die heutige Prinzessin Sofia.

Sofia von Schweden neben ihrer Mentorin Barbro Ehnbom
Ehnboms Organisation „Barbro’s Best & Brightest“ verstand sich als Förderplattform für Mentoring, Karriereentwicklung und Zugang zu globalen Elitenkreisen – ein Netzwerk für junge, ambitionierte Frauen. Auffällig ist: Zwischen 2001 und 2014 flossen laut schwedischen Medienberichten rund 1,5 Millionen schwedische Kronen (umgerechnet etwa 160.000 Euro) von Jeffrey Epstein an die Stiftung „Barbro’s Best & Brightest“.
„Hier ist ein Foto unserer Sofia“
Nun ist eine brisante E-Mail aufgetaucht, die Einblick in das soziale Umfeld gibt, in dem sich die Beteiligten bewegten. Am 7. Februar 2010 schickte Barbro Ehnbom Jeffrey Epstein ein Foto von Sofia und schrieb: „Here is a photo of our Sofia – you remember – i.e. soon Princess Sofia…“.

Diese E-Mail aus den Epstein-Files setzt das schwedische Königshaus indirekt unter Druck.
Der beiläufige Verweis auf ihre künftige Rolle als Prinzessin wirkt fast wie eine Randnotiz unter Eingeweihten; schließlich wurde sie erst 2015 durch ihre Heirat Teil des schwedischen Königshauses – nachdem die Verlobung 2014 öffentlich angekündigt worden war. 2010 stand keineswegs fest, dass sie tatsächlich Prinzessin werden würde.
Weiter ließ sie Epstein wissen, dass die schwedische Presse nach Sofia suchte, während diese sich gerade in Afrika aufhielt.
Zwei Kinderhilfsorganisationen
Dort gründete Sofia zu jener Zeit die Stiftung „Project Playground“, eine Kinderhilfsorganisation, die sich der sozialen Entwicklungsarbeit für benachteiligte Kinder in Südafrika und Schweden widmet.
Eine weitere Kinderstiftung im schwedischen Königshaus wurde von Königin Silvia gegründet. Im Mittelpunkt der „World Childhood Foundation“ steht der Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch sowie die Unterstützung derjenigen, die bereits Opfer geworden sind – mit besonderem Augenmerk auf Mädchen und junge Mütter.

Barbro Ehnbom am 24. September 2015 auf der „Thank You“-Gala der World Childhood Foundation
Kein leichter Weg zur Prinzessin
Vor diesem Hintergrund gewinnt auch die ungewöhnliche Geschichte von Prinzessin Sofia zusätzliche Kontur. 2009 lernten Ehnbom und Sofia sich kennen. Sofia arbeitete damals bei einem TV-Sender und modelte für Unterwäsche: keine idealen Voraussetzungen, um in eine Königsfamilie einzuheiraten.
Entsprechend galt Sofia auch nicht als standesgemäß. Sie brauchte Ehnborn als Mentorin, die Sofia auf öffentliche Auftritte und das Leben im königlichen Umfeld vorbereitete. Schließlich war die schwedische Unternehmerin Gast auf der Hochzeit mit Carl Philip von Schweden.
Festzuhalten bleibt: Als die Unternehmerin Barbro Ehnbom im Jahr 2010 Jeffrey Epstein ein Foto der heutigen Prinzessin Sofia schickte, war Epstein bereits ein verurteilter Sexualstraftäter. Die Mails zeichnen zwar kein strafrechtliches Bild, wohl aber das Porträt eines eng verflochtenen Netzwerks, in dem persönliche Nähe, gesellschaftlicher Aufstieg und internationale Kontakte zusammenführten.
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