Erkältungs-Hammer: Hälfte der Beschäftigten war 2023 schon krank
- Im ersten Halbjahr 2023 waren 50 Prozent der DAK-Versicherten mindestens einmal krank.
- An jedem Tag waren von 1.000 Beschäftigten 74 krankgeschrieben – und das im Schnitt 10 Tage.
- Berufe mit Personalmangel sind besonders stark betroffen.
Corona ist vorbei, die Pandemie kaum noch spürbar. Trotzdem sind so viele Menschen krank wie lange nicht. Die neuesten Zahlen der Krankenkasse DAK-Gesundheit machen das auf beunruhigende Weise deutlich. Laut einer Analyse waren im ersten Halbjahr 2023 unter den 2,4 Millionen DAK-Versicherten so viele Menschen krank wie lange nicht. Bis Juni hatten laut der Krankenkasse 50 Prozent der Beschäftigten eine Krankschreibung eingereicht. 2023 gab es unter 100 Beschäftigten 99 Krankschreibungen. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 61,5 – bedeutet einen Anstieg von 61 Prozent.
Eine solch hohe Quote wird eigentlich erst am Ende eines Jahres erreicht, so die DAK.

Beschäftigte in Berufen mit Personalmangel waren besonders häufig krank.
Im Durchschnitt fehlten die Beschäftigten von Januar bis enschließlich Juni fast zehn Tage in ihrem Job. Was auffällt: Angestellte in Berufen mit Personalmangel sind besonders häufig krank. Menschen die in der Altenpflege und der Kitabetreuung arbeiten führen die Spitze der Auswertung an. In diesen Berufsgruppen waren im ersten Halbjahr jeden Tag 74 von 1.000 Beschäftigten krankgeschrieben.
Atemwegserkrankungen sind Krankheitsgrund Nummer eins
Der Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Andreas Storm, sagt: „Unsere Analyse mit neuen Rekordwerten zeigt, dass der Krankenstand auch nach dem Ende der Pandemie ein wichtiges Thema für Unternehmen und Betriebe ist“.

Die meisten Krankheiten waren auf Husten, Schnupfen und Infektionen zurückzuführen.
Am häufigsten litten die Erkrankten an Atemwegserkrankungen. Von 100 Beschäftigten waren 34 von Husten, Schnupfen und anderen Infekten betroffen. Krankschreibungen wegen Muskel-Skelett- und psychischer Erkrankungen sind im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls angestiegen – plus 60 Prozent.
Elektronische Krankschreibung seit Januar
Die DAK erklärt sich den Anstieg zum einen durch ein Nachholen von Infekten und Immunisierungen nach der Pandemie. Zum anderen sei die Sensibilität für Erkrankungen am Arbeitsplatz seit Corona gestiegen.
Auch das neue elektronische Meldeverfahren spielt eine Rolle. Seit dem 1. Januar 2023 müssen Arbeitnehmer ihre Krankschreibung nicht mehr von Mitarbeitern beim Arbeitgeber eingereicht werden – das übernimmt die Krankenkasse automatisch.
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