Flaggen-Mangel am Tag der Einheit: „Wir sind in einer Identitätskrise“
Ob Frankreich, Italien oder die USA – alle feiern ihre Nationalfeiertage mit viel Prunk und pompös. Nur wir Deutschen schaffen das nicht. Wieder mal zu sehen am vergangenen Dienstag, am 3. Oktober, im ganzen Land. Es herrschte regelrechter Flaggen-Mangel (NIUS berichtete).
Was ist los mit uns? Warum mögen wir unsere Flagge nicht? Warum verstehen wir so wenig vom Feiern und hängen lieber die Regenbogenflagge auf? Ganz einfach: das alles hat mit einem mangelnden Nationalstolz zu tun.
Sieht auch Alexander Kissler (53) von der „Neuen Zürcher Zeitung“ so: „Deutschland ist ein Land in der Identitätskrise“, stellte der Journalist am Mittwochabend in unserer NIUS-Talkshow „Stimmt! Der Nachrichten-Talk” fest.
Am 3. Oktober habe man leider wieder sehen müssen, dass es offenbar leichter sei, die Regenbogenflagge zu hissen, als Schwarz-Rot-Gold. Kissler: „Aber gerade in den Zeiten, in denen wir behaupten, wir müssten Horizonte öffnen, braucht man auch etwas, was man vor den Horizont stellt.“
Deshalb forderte der „NZZ“-Journalist bei „Stimmt!“ eine Flaggen-Pflicht am Tag der Deutschen Einheit vor allen staatlichen Einrichtungen. „Gerade wenn wir ein Integrationsland sein wollen, ein Zuwanderungsland, brauchen wir eine gemeinsame Erzählung. Wir müssen sagen, was ist an uns wichtig, was sind unsere Werte, was sind unsere Symbole.“
Kissler-Klartext: „Wer nicht weiß, was er ist, der weiß auch nicht wo er hin will. Deshalb drehen wir uns auch in unseren Debatten permanent im Kreis. Wir wissen nicht, wer wir sind.“
Jetzt die ganze Folge „Stimmt! Der Nachrichtentalk“ hier anschauen:
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