„Ich bin Antifa“ und „Ich erfinde Geschichten“: Correctiv-Aktivist Jean Peters gibt zu, der eingeschleuste Potsdam-Reporter zu sein
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Auf der diesjährigen re:publica, der Konferenz zur digitalen Gesellschaft, hielt ein gewisser Jean Peters einen Vortrag. Das besondere dabei? Peters war der eingeschleuste Correctiv-Reporter beim Geheimtreffen in Potsdam. Und er gab es offen zu.
Bereits zuvor wurde vermutet, dass Peters der Reporter war, der unter dem Namen Manfred Redelfs bei Booking.com im Gasthaus am Lehnsitzsee eincheckte und die Konferenz vergangenen November infiltrierte. Beweise gab es jedoch nicht. Bei der Konferenz begann Peters seinen Talk mit: „Ich war in Potsdam am 25. November“. Für die Recherche habe er sich eine Uhr mit eingebauter Kamera besorgt, sich die Haare gefärbt und sich eine Brille geholt.
Bereits im Februar war gemutmaßt worden, dass Peters der Reporter gewesen war. Ursache hierfür war eine Kontraste-Sendung, in der es um das besagte „Geheimtreffen von Potsdam“ ging. In dem Beitrag äußerte sich Peters an mehreren Stellen in auffälligem Detailreichtum zum Treffen. So zitiert er etwa Martin Sellner, die Leitfigur der Identitären Bewegung, mit dem Ausdruck „Refugee-Rentner“, den dieser genannt haben soll. Als die Sprecherin des Beitrags insinuiert, AfD-Kreise sprächen nur im Verborgenen über ihre wirklichen Pläne, wird der Correctiv-Reporter zitiert, der das miterlebt haben soll. Peters sagt daraufhin: „Es wurde deutlich gesagt: Bitte gehen Sie! Das ist eine Veranstaltung, an der Sie nicht teilnehmen dürfen. Sie soll abgeschottet stattfinden“, so Peters. „Also die waren verunsichert und haben gefragt: Was macht denn da der Fremde im Raum?“

Jean Peters auf der re:publica-Bühne
Der Geschichten-Erfinder Peters
Die Ideologie Peters lässt sich mit einem Blick auf sein inzwischen inaktives Twitterprofil nachvollziehen. 2020 schrieb er dort: „Ich bin #Antifa.“ Peter, der sich vor geraumer Zeit auf seiner Homepage als „Aktionskünstler“ beschrieb, der Geschichten erfinde, mit denen er „in das politische und ökonomische Geschehen interveniere“, war einst Mitglied des Peng-Kollektivs.
Die Gruppe für „subversive Aktionskunst“ sorgte in den letzten Jahren immer wieder für Irritationen. So versteigerte man 2020 ein „Kantholz“ auf Ebay: eine Anspielung auf den Angriff auf den Bremer AfD-Politiker Frank Magnitz, der 2019 von Linksextremisten schwer verletzt worden war. Der Gegenstand war einer von zehn Gegenständen, die das linke Kollektiv für jeweils 1000 Euro nach eigenen Ausgaben mit „Steuergeld“ erworben und im Anschluss versteigert hatte, um später zu behaupten, man habe „insgesamt 10.000 Euro Steuermittel an die Antifa weitergeleitet“.
Die Geburt der Deportations-Lüge
Nach der Correctiv-Recherche wurde immer wieder die unwahre Behauptung von angeblich besprochenen Deportationsplänen verbreitet. Die Regierung protegierte Demonstrationen gegen Rechts, Seite an Seite mit Linksextremisten. Der eingeschleuste Linksaktivist beschreibt in seinem Talk die Stimmung: „Also für mich war es zumindest so, dass ein einzelner Text die größten Demonstrationen in der Geschichte der Bundesrepublik auslöst und dass Menschen sich zusammentun und alle gemeinsam rufen ‚Alle zusammen gegen den Faschismus ‘. Das ist uns jeden Tag unter die Haut gefahren, in Schulklassen, in allen Redaktionen, aber auch bei Taxifahrten, ohne dass die wussten, wer ich bin. Die Leute redeten darüber. (...) Das ging durch alle Kneipen und durch alle Gemüter.“
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Nachdem wochenlang in deutschen Medien verbreitet worden war, auf einem angeblichen rechten „Geheimtreffen“ in Potsdam seien vom Medienportal Correctiv enthüllte „Deportationspläne“ besprochen worden, bekräftigte Correctiv im März vor dem Landgericht Hamburg: Es sei „zutreffend“, „dass die Teilnehmer*innen nicht über eine rechts-, insbesondere grundgesetzwidrige Verbringung oder Deportation deutscher Staatsbürger gesprochen haben“.

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