Journalist Jens Berger über Vermögensverteilung: „Der Staat nimmt mehr durch Tabaksteuer als durch Milliardäre ein“
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80 Prozent der Menschen in Deutschland mit unterem und mittlerem Einkommen besitzen lediglich 10 Prozent des Volksvermögens. Die reichsten 20 Prozent besitzen demnach 90 Prozent des Vermögens. Und laut Journalist und Autor Jens Berger von den „NachDenkSeiten“ nimmt die Schere zwischen Arm und Reich stetig zu.
„Vor allem in den letzten drei Jahren, seit Beginn der Corona-Maßnahmen, hat sich die Vermögensverteilung noch einmal massiv verschoben“, berichtet er im Nachrichten-Talk „Stimmt!“. Er sieht den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet, wenn die soziale Ungleichheit zunimmt.

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Er wünscht sich Maßnahmen aus der Politik. „Das Thema Vermögensverteilung ist völlig aus dem Fokus geraten.“ Stattdessen rege man sich tagtäglich über Kleinkram auf. Höheres Besteuern, vor allem der Reichen, wäre eine Möglichkeit für mehr Chancengleichheit, denkt Berger. Denn aktuell nehme der Staat mehr Geld durch die Tabaksteuer als durch Steuergelder von Milliardären ein.
„Steuern dürfen kein Selbstzweck sein“
„Da muss jetzt nicht das sozialistische Schreckgespenst vor der Tür stehen“. Der Autor macht deutlich: „Höhere Steuern dürfen kein Selbstzweck sein, damit der Staat mehr Einkommen hat für wahllose Ausgaben, die er tätigt“. Wenn, dann müssten die unteren Einkommensstufen unterstützt werden, um Vermögen aufzubauen.
Ein wichtiger Aspekt sei die Bildung. „Das System muss chancengerechter werden. Denn das hängt immer mehr vom Status der Eltern ab“, so der Journalist. „Da waren wir vor 30, 40 Jahren schon mal weiter“. In den 1990er Jahren habe die Negativ-Entwicklung im Bildungssystem eingesetzt. „Wenn sich die Leute der Gesellschaft nicht mehr zugehörig fühlen, keine Chance mehr sehen, wie sie ihre Träume verwirklichen können, dann fühlen sie sich nicht mehr als Teil einer solidarischen Gesellschaft, dann wird man asozial“, so Berger.
Die ganze Sendung „Stimmt!“ gibt es hier:
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