„Jugendliche aus nordafrikanischem Raum“: Polizei Köln warnt vor neuem Phänomen „Goldkettenabreissen“
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In Köln rät die Polizei Frauen, ihren Schmuck an bestimmten Orten nur noch verdeckt zu tragen und im Falle eines Diebstahlversuchs laut zu schreien. Immer häufiger kommt es in der Rheinmetropole zu Übergriffen, bei denen Jugendliche aus Nordafrika Passanten Goldketten vom Hals reißen. Über das „Phänomen Goldkettenabreissen“ und die Handlungsempfehlungen der Polizei Köln hatte der WDR zuerst berichtet.
„In den letzten Wochen sind häufiger Halsketten vom Hals gerissen worden, vom Hals erwachsener Menschen“, heißt es von Seiten der Polizeisprecherin Annemarie Schott. „Nach ersten Erkenntnissen sind die Tatverdächtigen Kinder und Jugendliche aus dem nordafrikanischen Raum, die sich spontan an dem Schmuck bereichern.“
Schwerpunkte der Delikte sind dabei der Kölner Ebertplatz sowie der angrenzende Theodor-Heuss-Ring. Dabei sind die Diebstähle von Schmuck Teil eines größeren Problems von Jugendgewalt an öffentlichen Plätzen. Am Ebertplatz kam es in den vergangenen Jahren etwa wiederholt zu Tötungsdelikten. Auch jüngst sei ein Ladendetektiv uin Köln von einem Jugendlichen mit einer abgebrochenen Glasflasche angegriffen worden.
Laut Ruth Wennemer vom Bürgerverein Eigelstein soll dabei auch die fehlende Abschreckung durch die Justiz ein Problem sein. „Das ist ein Learning. Die Jugendgruppen wissen, dass ihnen nichts passieren wird“, so Wennemer. Auch der Täter des besagten Überfalls auf den Ladendetektiv sei nach kurzer Zeit wieder auf freiem Fuß gewesen. Grund für die fehlende Sanktionierung sind dabei auch überlastete Gerichte.

2020 wird einem damals 26-Jährigen wegen einer Gewalttat am Kölner Ebertplatz der Prozess gemacht. Der Mann ist inzwischen dafür verurteilt worden, einen anderen Mann mit einem Stich in den Hals getötet zu haben.
Festnahme an Jugendherberge mit „erheblichem Widerstand“
Markus Robert von der Gewerkschaft der Polizei schlägt ebenfalls in diese Kerbe. Es sei aus „tiefsten Überzeugung“ wichtig, „dass sofort die Strafe auf dem Fuße folgt – und nicht noch Jahre zwischen Ermittlung und Aburteilung liegen“, so Robert. Nur so könne dem Problem begegnet werden.
Wie der Express berichtet, sei vergangenen Mittwoch ein größerer Einsatz der Polizei geglückt, bei dem Diebesgut von besagtem „Goldkettenabreissen“ sichergestellt wurde. Demnach hätten Polizisten an der Jugendherberge an der Allerheiligenstraße acht, vermutlich aus Diebstählen stammende Goldketten, eine hochwertige Brille und fünf Handys sichergestellt. Auch fanden die Einsatzkräfte eine geringe Menge Marihuana. An dem Einsatz waren neben der Polizei auch das Ausländer- und Jugendamt beteiligt.
Derweil sollen junge Frauen ihren Schmuck verdeckt halten, wenn sie an öffentlichen Orten wie dem Ebertplatz unterwegs sind. Zudem, so der WDR, sollen neben Präventivprogrammen „auch Licht- und Kunstinstallationen“ dabei helfen, dem Angstraum Ebertplatz in Köln zu begegnen.
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