Kaum noch Kochsalz in Deutschland – kriegen Sie auch mal etwas hin, Herr Lauterbach?
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Man mag es nicht glauben: Im Land der Medizin-Nobelpreisträger Emil von Behring, Robert Koch und Paul Ehrlich fehlt eines der simpelsten medizinischen Grundstoffe: Kochsalzlösung. Die sogenannte isotonische Kochsalzlösung ist in Kliniken extrem wichtig – für Infusionen (Tropf), um Flüssigkeitsverluste auszugleichen oder beim Einnehmen von Medikamenten.
Eigentlich ist Kochsalz nur Wasser mit einer bestimmten Konzentration an Salz – trotzdem kann man sie nicht einfach in der Küche zusammenmischen. Es ist wichtig, dass die Mischung genau stimmt und dass die Lösung steril ist. Jetzt ist es zu „Lieferengpässen“ beim Kochsalz gekommen, wie es aus dem Gesundheitsministerium heißt.
„Das wird nicht lange gut gehen“
Die Leiterin der Abteilung Arzneimittel, Özlem Acikgöz von der Deutschen Krankenhausgesellschaft, formuliert es etwas drastischer. Die Ärztin sagt: „Die Krankenhausapotheken bekommen derzeit nicht die Mengen an Spül- und Infusionslösungen, die sie brauchen. Noch können alle Patientinnen und Patienten, die solche Lösungen brauchen, mit viel organisatorischem und finanziellem Aufwand versorgt werden. Aber in den Krankenhausapotheken ist man bereits sehr angespannt – das wird nicht lange gut gehen, hier müssen Politik und Hersteller aktiv werden, um Abhilfe zu schaffen.“
Abhilfe – Minister Lauterbach will Lieferengpässe bei Kochsalzlösung durch „Importe überbrücken“. Momentan bedürfe es für Einfuhren, so ein Sprecher, jeweils Einzelgenehmigungen der jeweiligen Landesbehörde. Lauterbach: „Kochsalzlösungen sind elementar bei Operationen und auch in der Krebstherapie.“

Muss steril mit einer bestimmtem Salzkonzentration hergestellt werden: Natriumchlorid.
Wir leben in einem Verordnungsdschungel
Mein gesunder Menschenverstand sagt mir: Wie immer schwebt über allem in Deutschland eine überbordende Bürokratie. Ein Gesundheitsminister muss bei uns anordnen, dass ein lebenswichtiger medizinischer Grundstoff nach Deutschland importiert werden darf. Schlimm genug. Es zeigt, in welchem Verordnungsdschungel wir leben. Noch schlimmer aber ist: Wie konnte es überhaupt so weit kommen, dass uns ein zwar ein wichtiger, aber unkompliziert herzustellender medizinischer Grundstoff ausgeht, der für Millionen Menschen von elementarer Bedeutung ist?

Will den Mangel durch „Importe überbrücken“: Minister Lauterbach.
Ich glaube: Es liegt an der Person Karl Lauterbach. Er ist der Fehler-Minister. Zu seiner eigenen Corona-Politik zum Beispiel sagte er: „Im Nachhinein betrachtet, ist es falsch gewesen, die Schulen und Kindertagesstätten so lange geschlossen zu halten.“ Und: Er sei „bei Kindern zu streng“ gewesen. Und: Er räumte Fehler bei der Intensivbetten-Versorgung ein.
Hoffentlich muss Karl Lauterbach nun nicht bald zugeben, dass er die Lieferengpässe bei der Kochsalzlösung nicht stoppen konnte. Zuzutrauen wäre es ihm.
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