„Mitnehmen können wir nichts, das letzte Hemd hat keine Taschen“: Unsere Rentner kaufen auf dem Polen-Markt ein, weil das Leben in Deutschland zu teuer geworden ist
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Was sind das für Menschen, die am Wochenende auf dem sogenannten Polenmarkt in Hohenwutzen Waren einkaufen, die zu Hause teurer sind, aber für die sich selbst der weite Weg ins Ausland lohnt? Antwort: Es sind deutsche Rentner, die von ihrer Rente nicht leben können. Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben und an ihrem Lebensabend Kartoffeln im Nachbarland kaufen müssen, weil sie zu Hause zu teuer sind.
NIUS-Reporter Marc Sierzputowski hat sie getroffen und mit ihnen gesprochen – über ihr Leben, ihr Geld, ihre Ängste.
Seit Jahrzehnten besuchen tagtäglich Tausende Menschen den Polenmarkt in Hohenwutzen. Sie kaufen ein, was sie in Deutschland vermissen oder was ihnen daheim zu teuer ist. Zigaretten, Spirituosen, Klamotten. Überall bunte Reklamen, nette Verkäufer, leckeres Essen. Leider aber trügt der Schein. Schon früh am Morgen kommen zahlreiche Deutsche im Markt an und dominieren das Marktbild von früh bis spät. Was die Verkäufer hier auf dem Markt verdienen, ist häufig das letzte Geld, was vielen Deutschen für diesen Monat übriggeblieben ist.

Ein Blumenladen am sogenannten Polenmarkt in Hohenwutzen.
Die Leute vor Ort berichten von einer erschütternden Lebensrealität:
NIUS: „Können sie denn mit einer Rente mit 750 Euro leben?“
Mann: „Ja, unter der Brücke vielleicht!“
Frau: „Also wir müssen schon gucken, ist klar, denn so viel als Rentner in Deutschland hat man leider nicht. Schade eigentlich, dafür hat man sein ganzes Leben lang gearbeitet.“

Der Marktplatz im polnischen Hohenwutzen, häufige Anlaufstelle für die Ärmsten und Ältesten der Gesellschaft.
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