In Münster wird ein Obdachlosenheim geschlossen – und das 48. Flüchtlingsheim eröffnet
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Die westfälische Stadt Münster plant die Errichtung der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge auf dem Gelände am „Alten Pulverschuppen“. Brisant: Die Liegenschaft in der Warendorfer Straße ist auch der Standort einer Einrichtung für Wohnungslose. Wie die Münstersche Zeitung berichtet, muss diese bis Jahresende geschlossen werden, „da die technische Versorgung der Gebäude durch die Bauarbeiten nicht länger möglich ist“.
Dabei erscheint es nach aktuellem Stand alles andere als sicher, ob das Obdachlosenheim fortbestehen kann. „Für die Wohnungslosen ist noch keine Alternative da“, teilte Nicole Ketteler vom Sozialamt mit. Der Leiter der Einrichtung, Fabian Lickes, ergänzt: „Es ist tatsächlich sehr, sehr schwierig. Wir müssen eine Lösung finden.“ In der Unterkunft leben derzeit nach Angaben des Betreibers 47 Menschen (rund ein Sechstel der insgesamt 300 Obdachlosen in der Kommune), darunter auch Familien mit Kindern. Vornehmlich kommen diese aus Osteuropa und Deutschland. Im Durchschnitt werden diese für drei Jahre in der Unterkunft am Alten Pulverschuppen untergebracht.
Da die Stadt Münster als Hochburg der migrationsfreundlichen Grünen gilt und einen in Deutschland einzigartig geringen Anteil an AfD-Wählern hat, dürfte es um die Akzeptanz von Migranten am Alten Pulverschuppen nicht allzu schlecht bestellt sein. Insgesamt verfügt Münster bereits über 47 Flüchtlingsunterkünfte für 2400 Personen, berichtet die Münstersche Zeitung, der Standort am Alten Pulverschuppen wird der 48. Platz. Die AfD hat nach Angaben der Bundeswahlleiterin in Münster das bundesweit schlechteste Ergebnis eingefahren und lediglich 4,8 Prozent geholt.

Eine warme Suppe wird am Treffpunkt „An der Clemenskirche“ für Wohnungslose in Münster ausgegeben.
Obdachlosenunterkünfte mit ausgeschöpften Kapazitäten
Die Herausforderung für Münster liegt derweil darin, die Betroffenen möglichst in ihrem sozialen Umfeld zu belassen, da viele von ihnen Kinder haben, die Kitas oder Schulen in der Nähe besuchen. „Wir versuchen, die Menschen auf andere Einrichtungen zu verteilen“, so Lickes. Doch mit nur sieben bestehenden Wohnungslosenunterkünften sei die Kapazität bereits ausgeschöpft.
Die Unsicherheit belastet dabei, so der Zeitungsbericht, auch die Bewohner. „Die Menschen fragen in den Sprechstunden: Müssen wir wieder auf die Straße?“, heißt es aus dem Sozialamt. „Da ist natürlich ein Druck für die Menschen, dass sie nicht wissen, wo es hingeht.“ Die Stadt arbeite unter Hochdruck an einer Lösung, um ihre gesetzliche Verpflichtung zu erfüllen, Menschen in Not ein Dach über dem Kopf zu bieten. Der nicht gesetzlichen, aber moralischen Pflicht, Menschen aus anderen Ländern ein Dach über dem Kopf zu bieten, wird man derweil bestens gerecht.
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