„Nicht mehr zeitgemäß, nicht mehr erwünscht“: Stadt Tecklenburg schmeißt Knecht Ruprecht raus
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„Von drauß’ vom Walde komm’ ich her – ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!“ Knecht Ruprecht gehört zum Nikolaus wie der Stiefel vor der Tür. Doch der Gehilfe des heiligen Bischofs muss um seinen Job fürchten …
Acht Jahre lang spielte Daniel Bardelmeier auf dem Tecklenburger Nikolausmarkt den Knecht Ruprecht an der Seite des heiligen Nikolaus. Doch dieses Jahr kam es anders: Die „Tecklenburg Touristik“ schaffte den Knecht Ruprecht kurzerhand ab. Daniel Bardelmeier reagierte enttäuscht und bestürzt über das Auftrittsverbot.
Knecht Ruprecht ist nicht mehr erwünscht
Im Gespräch mit NIUS erklärt er: „Die wirklichen Beweggründe wurden mir auch nicht genannt. Mir wurde nur über Dritte mitgeteilt, dass die Figur des Knecht Ruprecht aus Sicht der Tecklenburg Touristik nicht mehr zeitgemäß ist und mein Auftreten nicht mehr erwünscht ist.“ Die Kinder hätten Angst vor ihm. Bardelmeier sagt: „Meine Erfahrung war immer eine andere.“
Enttäuscht verabschiedete sich Bardelmeier auf Facebook: „Mir hat es immer viel Spaß gemacht, aber Traditionen haben leider einen untergeordneten Wert bekommen. Danke für die schöne Zeit.“ Auf seinen Post folgte ein riesiger Proteststurm – inklusive Mails, die das Postfach der Verantwortlichen fluteten. „Was für eine traurige Entscheidung! Du warst immer großartig als Knecht Ruprecht. Danke dafür!“, ist nur einer der unzähligen unterstützenden Kommentare unter seinem Post.

Der Facebook-Post von Daniel Bardelmeier
Minderheiten möchten vermehrt über die Freude anderer entscheiden
Die Tecklenburg Touristik reagierte und knickte nur einen Tag nach dem Facebook-Post wieder ein – 2024 darf Bardelmeier wieder den Knecht Ruprecht geben. Es sei alles nur ein Missverständnis gewesen.
An ein Missverständnis glaubt Bardelmeier aber keineswegs: Dass er sein Comeback geben darf, sei nicht aus Gründen der Einsicht erfolgt, erklärt er im Gespräch mit NIUS. „Vielmehr ist der Wunsch, dass in die Angelegenheit Ruhe einkehrt, Grund für die Entscheidung. Es ist leider im Moment ein Trend, dass Minderheiten vermehrt über Spaß und Freude vieler entscheiden möchten.“ Er verweist auf den Fall der Kita in Hamburg, die mit dem Hinweis auf Religionsfreiheit keinen Tannenbaum mehr aufstellen würde.
Bardelmeier: „Solche Trends fördern doch keine Akzeptanz von etwas anderem, es schadet nur der Vielfalt.“
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