Regen und Hagel in Deutschland: Sommer-Gewitter sind kein Klimawandel!
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Es war groß angekündigt: Das Unwetter von Donnerstag auf Freitag. Tieffront Lambert drohte als Bote von Tornados, als Risiko für Überschwemmungsgefahr und Hagel-Chaos.
Tatsächlich führte die Wetterlage deutschlandweit zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen, zerquetschen Autos, einigen Rettungsaktionen und vielen überfluteten Kellern. Bis zu 62 Liter pro Quadratmeter prasselten in Hessen nieder. 102 Litern pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden im nordrhein-westfälischen Sassendorf. Zur Einordnung: Bei mehr als 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde oder mehr als 35 Liter pro Quadratmeter in 6 Stunden spricht man von Starkregen.
Gehagelt hat es, in Hessen gab Körner in der Größe von Tischtennisbällen. Windig war es auch, Bäume begruben Autos unter sich. Und überschwemmte Straßen gab es auch, in der Region rund um Braunschweig liefen die Keller voll. Aber gab es das nicht immer, wenn es im Sommer mal ein kräftiges Gewitter gab? Oder ist das jetzt der Klimawandel? Der Weltuntergang blieb in jedem Fall aus. Tief Lambert und was wirklich aus dem Tief wurde wirft die Frage auf: Ist der Trommelwirbel vor solchen Wetterlagen garniert mit dem Hinweis auf den Klimawandel noch im Verhältnis zur Gefahr, die davon ausgeht und dem tatsächlich angerichteten Schaden? 
„Leute haben Angst, dass die Welt untergeht“
„Statistisch kann man sagen, die Anzahl der Gewitter nimmt zu“, erklärt Wetter-Experte Karsten Brandt. „Die Regenmenge insgesamt fällt in kürzerer Zeit“, versickere dadurch langsamer und könne häufiger zu Überschwemmungen führen. Dennoch kritisiert Brandt die Panikmache, die besonders durch Leit-Medien betrieben würde. „Der Trend ist ja, mit Superlativen zu arbeiten. Der Nachteil: Wenn es wirklich gefährlich wird, dann hört keiner mehr zu“, sagt Brandt. Und das Chaos der vergangenen Nacht? „Monsterwetterlage sieht für mich anders aus.“
Karsten Brandt betreibt den Wetterdienst donnerwetter.de und berät Landkreise zum Thema Klimaschutz und Vorsorge. Das Heraufbeschwören einer Wetter-Extremlage führe zu immenser Verunsicherung, sagt er mit Bezug auf seine tägliche Erfahrung. „Vom Landrat bis zum Feuerwehrchef – alle haben dann Angst, dass die Welt untergeht“.

Der Wetterdienst warnt jetzt sogar vor UV-Strahlung
Der oft kolportierten Behauptung, Stürme und Orkane würden zunehmen, entgegnet er folgende Zahlen: Während um das Jahr 1550 pro Jahr 40 Orkane beobachtet wurden, sank die Anzahl im 18. Jahrhundert auf 20 ab. Im 19. und 20. Jahrhundert pendelte sie sich zwischen 10 und 20 ein. Besonders nach 1995 wurden Orkane immer seltener.
Neben dem Konkurrenz-Kampf um Aufmerksamkeit innerhalb der Medienwelt zieht Brandt auch den Deutschen Wetterdienst zur Rechenschaft. „Der warnt mittlerweile vor allem. Sogar vor UV-Strahlung.“ Dabei sei Sonnenbrand auf individuelles Fehlverhalten zurückzuführen, nicht auf „das Wetter“. Er frage sich, was hinter diesen Warnungen stehe. Möglicherweise habe der DWD auch einfach Interesse daran, in der Öffentlichkeit stattzufinden …
„Unsere Infrastruktur ist nicht gepflegt worden“
Insgesamt bezieht der Wetter-Experte mehrere Faktoren für die Zunahme von Unwettern ein. Der Klimawandel sei einer davon. Nicht zu vergessen jedoch: Die Infrastruktur: „Vor 30 Jahren sah Deutschland anders aus. Die Infrastruktur ist nicht gepflegt worden und der Verkehr hat zugenommen.“ So würden sich starke Regenfälle automatisch drastischer auswirken und z.B. zu Sperrungen von Bahnstrecken führen. Auch die Politik entscheide maßgeblich mit, ob Wetterlagen als gewöhnlich oder bedrohlich eingestuft werden.
Bevor nur Geld in die CO2-Vermeidung gesteckt würde, sollte in resistente Schienennetzte und Straßen investiert werden, sagt Brandt. „Wir müssen lernen, flexibler mit den Gegebenheiten umzugehen.“
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