Rezession lässt Arbeitslosigkeit steigen – insbesondere bei Ausländern
Ein Beitrag von
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist noch einmal angestiegen - gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent auf 5,8 Prozent oder in Zahlen um 79.000 auf 2.696.000. Damit ist die Arbeitslosenzahl nun um 148.000 höher als im Vorjahr.
Das entspricht einem Anstieg um 5,6 Prozent. Insbesondere in Sachsen, Thüringen und Hamburg stieg die Arbeitslosigkeit in den letzten 12 Monaten an.
Schwache wirtschaftliche Entwicklung
Blickt man detailiert auf die Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit, dann stellt man fest, dass die Entwicklung von der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland getrieben ist.
Vorlaufende Indikatoren deuten für die deutschen Wirtschaft schon seit längerem auf starke Probleme hin.
Wie bereits im Vormonat, wurde die Beschäftigung besonders bei Leiharbeitern im Verhältnis zum Vorjahr abgebaut. Das ergibt Sinn. Bevor Unternehmen Menschen entlassen, reduzieren sie die Nachfrage nach Leiharbeitern. Ein anderer Indikator, der den Weg für die Entwicklung des Arbeitsmarkt zeigt, ist die Kurzarbeit. Auch hierbei gilt, dass Unternehmen schneller Angestellte in Kurzarbeit schicken, als sie zu entlassen.

Eine Frau tippt auf einem Tablet auf einen Link zum Beantragen des Bürgergeldes im Kundenbereich im Jobcenter Berlin Mitte.
Die Bundesagentur für Arbeit meldet die Kurzarbeiter-Zahlen zeitverzögert. Veröffentlicht wurde nun, dass im April 144.000 Menschen von Kurzarbeit betroffen gewesen sind, im Mai 150.000 Menschen und im Juni 163.000 Menschen. Auch hierbei geht der Trend in Richtung einer Reduzierung von Arbeit. Auch die Arbeitskräftenachfrage ist geringer als im Vorjahr und im Vormonat. Im August waren 771.000 Arbeitsstellen gemeldet - 116.000 weniger als im Vorjahr und auch weniger als im Vormonat.
Schaut man sich an, wie sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit zusammensetzt, dann stellt man fest, dass vor allem der Bezug von Arbeitslosengeld angestiegen ist. Gegenüber dem Vorjahr steig die Anzahl der Bezieher von Arbeitslosengeld um 10 Prozent an, gegenüber dem Vormonat um 3,6 Prozent und gegenüber Juni 2023 um 9,3 Prozent. Auch das deutet daraufhin, dass zur Zeit Menschen ihren Job verlieren, die bereits länger im Arbeitsmarkt integriert gewesen sind.
Im Vergleich stieg die Anzahl der Bezieher von Bürgergeld „nur“ um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 2,7 Prozent gegenüber dem Vormonat an. Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland geht also nicht am Arbeitsmarkt vorbei.
Insbesondere Ausländer von höherer Arbeitslosigkeit betroffen
Schaut man auf die Daten, dann fällt auf, dass insbesondere Ausländer vermehrt Arbeitslosengeld und Bürgergeld beziehen. Im Vergleich mit dem Vorjahr stieg der Bezug von Arbeitslosengeld bei Ausländern um 21,3 Prozent. Die Anzahl der Deutschen, die nun Arbeitslosengeld erhalten, stieg um 7,1 Prozent.
Beim Bürgergeld betrug der Anstieg 6,4 Prozent bei Ausländern. Bei den Deutschen stieg die Anzahl der Bürgergeld-Empfänger um 1,8 Prozent.

Die Bundesagentur für Arbeit meldet die Kurzarbeiter-Zahlen zeitverzögert. Veröffentlicht wurde nun, dass im April 144.000 Menschen von Kurzarbeit betroffen gewesen sind, im Mai 150.000 Menschen und im Juni 163.000 Menschen.
Insgesamt sind nun 15,4 Prozent aller Ausländer arbeitslos. Bei den Deutschen beträgt die Arbeitslosigkeit nur 4,3 Prozent. Bei beiden Gruppen ist die Arbeitslosigkeit jeweils um 0,2 Prozent-Punkte gegenüber dem Vorjahr angestiegen.
Arbeitslosengeld beziehen 3,1 Prozent aller Ausländer und 1,8 Prozent aller Deutschen. Beim Bürgergeld ist der Unterschied allerdings gewaltiger. 2,5 Prozent aller Deutschen beziehen Bürgergeld. Bei den Ausländern beträgt der Anteil 12,3 Prozent. Der Anteil der Bürgergeld-Bezieher ist also bei Ausländern fast fünf Mal so hoch wie bei den Deutschen. Insgesamt sind nun 45 Prozent aller Bürgergeld-Empfänger Ausländer und nur noch 55 Prozent Deutsche.
Bürgergeld wird erhöht
In dieser Woche hatte die Bundesregierung bekannt gegeben, dass das Bürgergeld zum 01.01.2024 um über 12 Prozent erhöht wird. Insgesamt wird es dann 25,4 Prozent höher liegen als Hartz IV vor der Einführung des Bürgergeldes. Das Bürgergeld gibt es seit dem 01.01.2023.
Diese Erhöhung lässt immer mehr Menschen sich fragen, ob arbeiten gehen noch eine rationale Entscheidung ist. Insbesondere deshalb, da die Lohnsteigerungen deutlich niedriger ausfallen, als der Anstieg des Bürgergeldes.
Lesen Sie auch: Lohnt sich Arbeiten überhaupt noch? Faßnacht erklärt die Bürgergeld-Erhöhung
Mehr NIUS:
Radiosender für „Diversität, Gesellschaft, Popkultur”: Jetzt tobt die Linke über das „Cosmo”-Aus
Potsdam räumt neue Hausbesetzung nach wenigen Tagen – aber duldet linkes Hausprojekt seit fast 18 Jahren
Weil er Pfandflaschen für 58,25 Euro sammelte: Rentner aus Hamburg wurde Grundsicherung gekürzt
„Ich muss Fahrtwind haben“: Bärbel Bas fährt mit dem Motorrad in Schlangenlinien durch den Stau
Ist der Begriff „Zigeuner“ diskriminierend?
Antisemit der Woche: SPD-Politiker Adis Ahmetović wirft Israel „Ermordung von über 80.000 Menschen” in Gaza vor
Wahl des Studentenparlaments: An der Uni Hamburg kann man für „Alkohol zurück in die Mensen“ stimmen
Plötzlich sollen diese Yogaklamotten rechts sein
Mehr NIUS:
„Ich muss Fahrtwind haben“: Bärbel Bas fährt mit dem Motorrad in Schlangenlinien durch den Stau
Ist der Begriff „Zigeuner“ diskriminierend?
Antisemit der Woche: SPD-Politiker Adis Ahmetović wirft Israel „Ermordung von über 80.000 Menschen” in Gaza vor
Wahl des Studentenparlaments: An der Uni Hamburg kann man für „Alkohol zurück in die Mensen“ stimmen
Plötzlich sollen diese Yogaklamotten rechts sein
Neue Studie: Deutschland verliert seine Besten
Polizei Brandenburg warnt Eltern vor „rechtsextremen Online-Strategien“
Trans-„Tochter” von Elon Musk in Dessous: „Trans-Körper werden angefeindet und dämonisiert”
Diego Faßnacht
Artikel teilen
Kommentare