Silvester-Notruf von Polizei und Feuerwehr: „Greift uns nicht an. Beschießt uns nicht mit Böllern & Raketen!“
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Polizei und Feuerwehr in Berlin warnen zum Start des Feuerwerksverkaufs an diesem Donnerstag mit einem gemeinsamen Video vor dem Missbrauch von Böllern und Raketen.
„Wir gehen gemeinsam in den Einsatz. Damit ihr Silvester sicher feiern könnt. Und um euch zu helfen, wenn ihr uns braucht“, sagen eine Polizistin, ein Polizist und ein Feuerwehrmann in dem am Mittwoch auf der vormals als Twitter bekannten Plattform X veröffentlichten Posting.
Jeder 2. Feuerwehrmann bedroht, beschimpft oder attackiert
„Bitte respektiert unsere Arbeit. Gebt uns genug Platz dafür. Und folgt unseren Anweisungen“, heißt es weiter. „Greift uns nicht an. Beschießt uns nicht mit Böllern, Raketen oder Schreckschusswaffen. Ihr macht euch strafbar und euch drohen mehrere Jahre Gefängnis.“ Die drei Beteiligten appellieren: „Also verbaut euch nicht eure Zukunft. Und respektiert uns. Die Menschen, die für euch und eure Familien da sind.“
Pünktlich zum Jahreswechsel hat der Feuerwehrverband das beunruhigende Ergebnis einer Umfrage unter Freiwiligen Feuerwehren im ganzen Land veröffentlicht: Danach gab rund die Hälfte der Feuerwehrmänner an, in den vergangenen zwei Jahren im Einsatz Gewalt erlebt zu haben. Oft geht es um Drohungen oder Beschimpfungen, tätliche Angriffe sind seltener. „Die Zahl erlebter Gewaltvorfälle gegen Einsatzkräfte ist zu hoch – und mittlerweile trauriger Alltag“, sagt der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Karl-Heinz Banse. „Feuerwehrmitglieder sind bei ihrer freiwilligen Tätigkeit viel zu häufig psychischer Belastung durch Beleidigungen, Beschimpfungen und Bedrohungen ausgesetzt.“

Nach der Silvesternacht 2022/2023 kam es zu einer bundesweiten Debatten über Gewalt gegen Einsatzkräfte
Eskalations-Sorgen in der Hauptstadt
Während des Verkaufs gibt es an drei Tagen offiziell Feuerwerk der Kategorie F2 im Handel – das sind Böller, Raketen und Feuerwerksbatterien. Die Polizei in der Hauptstadt hat vorab bereits auf Böllerverbotszonen zu Silvester hingewiesen. Diese liegen am Alexanderplatz, im Bereich des Steinmetzkiezes in Schöneberg und auf einem Teil der Sonnenallee sowie angrenzender Nebenstraßen. Das Verbot gilt vom Silvesterabend um 18 Uhr bis Neujahr um 6 Uhr.
Im vergangenen Jahr sorgten Vorfälle für bundesweite Empörung – in der Hauptstadt wurden Rettungskräfte nach Worten von Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik gezielt in mutmaßliche Hinterhalte gelockt. NIUS berichtete über die Gewalt mit einer eigenen Doku: Die Gesetzeslosen.
In Berlin gibt es nun zum Jahreswechsel den größten Polizeieinsatz an Silvester seit Jahrzehnten, auch in anderen Städten sollen viele Polizisten für Sicherheit sorgen.
Berlins Bürgermeister Kai Wegner verprach für 2023: Der Rechtsstaat werde sich durchsetzen. Die Berliner Feuerwehr sieht sich gut vorbereitet. Feuerwehrsprecher Vinzenz Kasch sagte im RBB24 Inforadio, nach den Übergriffen im vergangenen Jahr habe man in den betroffenen Kiezen Projekte mit Jugendlichen angestoßen und die Zusammenarbeit mit der Polizei intensiviert.
„Wir können davon ausgehen, dass es auch wieder solche Szenen wie im vergangenen Jahr geben wird – aber wir haben uns da eben jetzt anders aufgestellt, in der Abstimmung mit der Polizei, in der Information der eigenen Einsatzkräfte“, sagte Kasch.
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