Student wegen „Drecksstaat“ angezeigt: „Denunzianten-Nummer greift um sich“
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Mitten in der Corona-Zeit äußert sich ein Student aus München abfällig über den deutschen Staat. Darin benutzt er in einem Tweet den Begriff „Drecksstaat“. (NIUS berichtete exklusiv)
Was war passiert? Der junge Mann wollte seine Oma zum 90. Geburtstag besuchen. Wegen der strengen Kontaktbeschränkungen wurde er aber vom Pflegeheim abgewiesen.
Wütend schreibt er deshalb in einem der Tweets: „Ich kriege das absolute Kotzen bei diesem Drecksstaat und jeder einzelnen Person, die dieses menschenverachtende System unterstützt.“ Daraufhin wurde er anonym bei der Polizei in Düsseldorf angezeigt – wegen „Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole“.

Dieser Thread über seine 90-jährige Oma wurde Bernhard D. zum Verhängnis.
Ein unsäglicher Vorgang, findet „Cicero“-Journalist Ben Krischke am Mittwochabend in unserer NIUS-Talkshow „Stimmt! Der Nachrichten-Talk”: „Diese ganze Denunzianten-Nummer, die mittlerweile um sich greift – dieses anonyme Beleidigen im Netz, das ist irgendwie feige.“
Krischke „sieht überhaupt keinen Grund, warum man ja jetzt gegen diese Person vorgehen muss“. Der Mann wollte mitten in der Corona-Pandemie nur seine Großmutter besuchen: „Ich kann diese Emotion also nachvollziehen.“
Vielmehr ärgerte den Journalisten bei „Stimmt!“ eine ganze andere Sache: „Das größere Verbrechen, was wir gesehen haben, war sicherlich nicht, dass jemand auf Twitter sich echauffiert hat, sondern, dass wir einfach Leute, die 90 Jahre alt sind, eingesperrt und den Kontakt abgebrochen haben und Leute haben sterben lassen.“
Zum Schluss ging Krischke noch einmal auf den Tweet des Studenten ein und stellte fest: „Im Kontext bezieht sich dieses ‚Drecksstaat‘ ganz offensichtlich auf die Corona-Politik, also bezieht sich auf die Regierung und eben nicht auf die Bundesrepublik Deutschland. Da ist jetzt die juristische Frage – müsste man das nicht ganz anders einordnen?“
Jetzt die ganze Folge „Stimmt! Der Nachrichtentalk“ hier anschauen:
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