Tafel-Chef zu Rentnern und Flüchtlingen: „Ich finde es nicht in Ordnung, dass alle gleich behandelt werden“
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Altersarmut ist in Deutschland ein großes Thema. Wie viele Menschen es zurzeit bewegt, haben wir heute morgen wieder bei NIUS LIVE gesehen.
NIUS-Politikchef Ralf Schuler und Kollege Julius Böhm diskutierten in der Sendung über ein Interview, das unser Reporter Marc Sierzputowski gerade in Berlin geführt hat. Zwischen Flaschensammeln und mobilem Getränk-Verkauf im Park berichtet ein Rentner vor der Kamera, wie wenig Geld ihm nach 37 Jahren Arbeit zum Leben bleibt, wie trostlos sein Alltag aussieht. Der Rentner sagt: „Paprika oder ein Apfel sind Luxus für mich.“ Und: „Es macht einsam, wenn du kein Geld hast. Du kannst nirgendwo hingehen, kannst dir nichts leisten, kannst nicht ins Kino gehen, gar nichts.“
Hier gehts zum Artikel mit Video: Altersarmut in Deutschland: „Paprika oder ein Apfel sind Luxus für mich“
Im Live-Chat zur Sendung gingen etliche Kommentare ein. Von Menschen, denen es ähnlich geht, und solchen, die Angst davor haben, dass es Ihnen einmal so gehen wird. Moderator Alexander Purrucker fasste zusammen, was viele schrieben: „Wenn es so knapp ist, ist jede Zusatzausgabe eine Belastung. Das kann die Nebenkostenabrechnung sein, ein Paar Schuhe, die kaputte Waschmaschine oder ein defektes Ventil am Auto.“
Hier ein Ausschnitt dazu aus unserem NIUS LIVE heute Morgen:
Dann spielte Purrucker eine Nachricht vom Essener Tafel-Chef Jörg Sartor ein. Denn immer mehr Rentnern bleibt nicht anderes übrig, als auf Gratis-Lebensmittel sozialer Einrichtungen zurückzugreifen, um den Alltag mit einem Minimum an Geld zu bewältigen. Für Sartor ist die größte Ungerechtigkeit, dass Renter finanziell oft auf eine Stufe mit Arbeitsunwilligen und Flüchtlingen gestellt werden.
Der Tafel-Chef: „Ich finde nicht in Ordnung, dass alle gleich behandelt werden. Ob einer 40 Jahre hier gearbeitet hat oder frisch in unser Land gekommen ist. Da müsste es eine Staffelung geben.“ Besonders unverständlich sei, dass Flüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland sofort Bürgergeld – statt des regulären reduzierten Satzes für Flüchtlinge – bekämen.

Auch morgen früh wieder live im NIUS-Studio: Julius Böhm, Alex Purrucker und Ralf Schuler
NIUS-Politikchef Ralf Schuler stimmte Sartor zu: „Genau das ist der Punkt. Ich verstehe ja, dass man Menschen, die es nicht leicht haben, Großzügigkeit entgegenbringen will. Doch das entbindet Politiker nicht von der Pflicht, erst mal nachzugucken, wie viel man überhaupt in der Kasse hat. Denn das Kernproblem in der Politik ist immer, dass es nicht das eigene Geld ist, was man ausgibt.“
Falls Sie es verpasst haben, hier das Statement von Tafel-Chef Jörg Sartor mit Link zur ganzen Sendung:
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